Lupinen (Lupinus spp.)

Name und Botanik

Weisse Lupinen
Lupinus albus
Schmalblättrige Lupinen,  Blaue Lupinen
Lupinus angustifolius
Gelbe Lupinen
Lupinus luteus

Lupinen, Süsslupinen

Lupinus sp.

Leguminose

weisselupine.jpg (10487 Byte) blauelupine.jpg (12195 Byte)

Anbau

Ertragspotential:
25-40 dt/ha
20-30 dt/ha
10-20 dt/ha
Bitterstoffe: Süsslupinen haben einen Bitterstoffgehalt (Alkaloide) tiefer als 0,05 %. Damit sind sie weder bitter noch gesundheitschädigend.
Boden-pH: CH: bis 7 (H2O)
D: bis  6,5 (KCl)
CH: bis 7 (H2O)
D: bis 6 (KCl)
CH: bis 6,5 (H2O)
D: bis 6 (KCl)
Boden: Hohe pH-Werte sind für Lupinen sehr schädlich (Kalkclorose). Bevorzugt werden eher leichte, gut durchlässige Böden.
Vegetationsdauer: 140- 175 Tage 120-130 Tage 130-150 Tage
Fruchtfolge: Lupinen sind nicht selbstverträglich: Anbaupause von mindestens 4 Jahre notwendig. Nicht nach Grünlandumbruch oder anderen Leguminosen. Ideale Vorkulturen sind Mais oder Getreide. Nach Lupinen gute N-Verwerter ansäen, z.B. eine Zwischenkultur. 3 Jahre Anbaupause zu Raps, Soja, Sonnenblumen, Tabak, Erbsen, Bohnen und verschiedenen Gemüsekulturen wegen Sklerotinia.
Impfung: Auf Standorten, wo noch keine Lupinen angebaut wurden, ist die Impfung des Saatguts mit speziellen Rhizobienstämmen für Lupinen notwendig. Impfstoffe sollen mit dem Saatgut bestellt werden.
Saatzeitpunkt: Anfang März bis Anfang April
Sorten: Amiga, Lublanc, Bardo … Bordako, Borweta, Bolivio, Boltensia, Sonet … Borsefa, Borsaja, Bornal, Borena …
Saattiefe: 2-4 cm 2-3 cm 2-3 cm
Saatdichte (keimfähige Samen pro Quadratmeter): 60-70
  • verzweigende Sorten 100
  • unverzweigende Sorten 120-14
60-80
Sätechnik: Drillsaat (wie Getreide) oder Einzelkornsaat (Reihenabstand wie Zuckerrüben).
Grunddüngung: Auf gut versorgten Böden ist keine Düngung notwendig, weil die Lupine keinen grossen Nährstoffbedarf aufweist und den Boden gut durchwurzelt. Hofdünger sind eher ungeeignet wegen ihrer N-Wirkung.
P-Düngung: 60-80 kg/ha P2O5 60-80 kg/ha P2O5 40-50 kg/ha P2O5
K-Düngung: 100-120 kg/ha K2O 120-180 kg/ha K2O 120 kg/ha K2O
N-Düngung: Keine N-Düngung. Biologische Stickstofffixierung.
Unkrautbekämfung: Der Striegeleinsatz ist blind und bis zum Zeitpunkt, wo der Lupinenbestand den Boden abdeckt möglich, jedoch heikel. Hacken ist nur bei weiten Reihenabständen möglich, funktioniert aber gut. Chemisch kommen die Vorauflaufmittel Lanray, Stomp und Banaril in Frage (CH z.Z. in Prüfung). Gräsermittel sind im Nachauflauf möglich.
Krankheiten, Schädlinge: Anthraknose (Brennfleckenkrankheit), sehr gefürchtet. Nur gesundes, getestetes und gebeiztes Saatgut einsetzen. Fungizidspritzungen sind keine zugelassen. Lupinenwelke (Fusarium) und Sklerotinia als typische Fruchtfolgekrankheiten. Schnecken, Wild, Vögel.
Ernte: Hülsen braun, Körner rascheln. Problemloser Mähdrusch. Optimale Erntefeuchte: 15 bis 20%. Lagerfähig bei 14% Wasser.

Nutzung

Rohproteingehalt: 37,6 g/kg TS 34,9 g/kg TS 54,7 g/kg TS
Verwertung:
  • Mit 35 % Rohprotein als Eiweissträger bei allen Tierarten einsetzbar. Im Vordergrund steht der Ersatz von Sojaschrot in der Rindviehfütterung. Die Wertigkeit des Eiweisses ist etwas schlechter als bei Sojaschrot, jedoch besser als bei Ackerbohnen und Eiweisserbsen.
  • Für die menschliche Ernährung: Tofu, Lopino, Brot, Snack
Vorteile gegenüber Soja:
  • GVO-frei
  • Frühere Saat und Ernte
  • Weniger starker Unkrautdruck
Quellen:
  • Römer P., 1996. Lupinen – Verwertung und Anbau. Gesellschaft zur Förderung der Lupinen e.V.
  • Böhler D., 2000. Süsslupinen – Merkpunkte für den Anbau von Süsslupinen. CH-Mellikon.
  • Buri A., 2000, Lupinenanbau auf einen Blick. LIB Strickhof, CH-Lindau.
  • Graber U., 2000. Mit Lupinen „made in Switzerland“ gegen US-Soja für Schweizer Kühe. Landwirtschaftlicher Informationsdienst, Bern.