Koriander (Coriandrum sativum)

Name und Botanik

KORIANDER, WANZENKRAUT

Coriandrum sativum L.

– Apiaceae (Doldenblütler) –

Einjährig

Coriandrum sativum

Biologie

Vorkommen:aus Kultur; natürliche Verbreitung: Vorderasien, Mittelmeer, Ägypten, GUS, Marokko, USA
Wuchshöhe:40 bis 80 cm
Blütezeit:Juni-Juli (gute Bienenweide)
Sonstiges:Wurzel: dünn, spindelförmig, wenig verzweigt
Stengel: 30 – 80 cm hoch, fein, im oberen Teil verzweigt
Blütenstand: Doppeldolden mit 3 – 6 kleineren Dolden, weiße Blüten
Frucht: rundoval bis kugelförmig, beige bis braun-grau

Anbau

Boden und Lage:günstig sind leichte, sandige, kalkhaltige Böden, keine besonderen Ansprüche
warme, trockene Standorte
hohes Wasserbedürfnis in Jugendphase
pH 6,8-7,5
Anbauhinweise allgemein:einjähriger Anbau
Sorten: Jantar, Thüringer
z. Z. geringer Anbauumfang in der Bundesrepublik Deutschland, Anbauversuche u. a. in Baden-Württemberg Züchtung von ölreicheren Sorten
Bodenvorbereitung:Fruchtfolge:
selbstunverträglich
Anbaupausen von mind. 4 Jahren zu allen Doldengewächsen (Kümmel, Fenchel, Möhre)
Vorfrucht: günstig sind Getreide, Hackfrüchte
ungünstig: Zuckerrübe, Mais (Gefahr von Herbizidrückständen)
Saat / Pflanzung:Anbau als Direktsaat
Aussaattermin: April (Bodentemperatur mind. 9°C)
TKG: 4 – 10 g
Aussaatstärke: 8-10 kg/ha (bei Blatternte 15-20 kg/ha)
Reihenabstand: 25-30 cm, 1-2 cm tief
Pflege:Pflanzenschutz: gebeiztes Saatgut wegen Gefahr von Doldenbrand und Pilz (Ramulariose)
Anwendung chemischer Mittel entsprechend dem Zulassungsstand
regelmäßige Bestandeskontrolle
Krankheiten, Schädlinge:
bakterieller Doldenbrand, Sklerotinia, Alternaria, Schwärzepilze, Rost
Blattwanzen, Wildschäden
Düngung:Richtwerte zum Nährstoffbedarf:
50 kg N/ha; 60 kg P2O5, 80 kg K2O
P und K-gaben bei C-Böden nicht erforderlich
Stallmist und Kalk bereits im Herbst
zu späte N-gaben verursachen Reifeverzögerung und massige Bestände
Ernte:Haupternteprodukt: Früchte (Körner)
Nebenernteprodukt: Blätter
Erntezeitpunkt ab Ende Juli/August, wenn 80 % des Bestandes braun gefärbt, aber vor vollständiger Reife, sonst hohe Verluste, Trocknung bei ca. 40 ºC
Mähdrusch in Morgenstunden, wenn Luftfeuchtigkeit Ausfallgefahr reduziert
Aufbereitung, Trocknung:
bei Bedarf mit Kaltbelüftung nachtrocknen
Restfeuchte max. 10 %

Erträge: 10-20 dt/ha

Nutzung

Anwendung:Gewürz, Pharmazie, Hausmittel, chemische Industrie, Getränkeindustrie (Gin)
getrocknete Früchtre ganz oder gemahlen als Gewürz und als Aromastoff
Blätter haben anderen Geschmack und werden in Asien und Amerika als Gewürz verwendet, Aromaspitze für Tabak
Wirkung:appetitanregend, magenberuhigend, blutreinigend, krampflösend
Hauptinhaltsstoffe:ätherisches Öl (Linalool): Seifen Parfüm;
fettes Öl (viel Petrosolinsäure): technische Öle (Waschmittel; Weichmacher, Kosmetik)
Protein, Stärke
Quellen:
Chrestensen Samen- und Pflanzenzucht
Dachler / Pelzmann: Arznei- und Gewürzpflanzen

Bemerkung: Aufgrund der Zusammensetzung des fetten Öles (viel Petrosolinsäure) kann Koriander Bedeutung als Nachwachsender Rohstoff für die Oleochemie (Waschmittelproduktion, Lederverarbeitung) erlangen.