Basilikum (Ocimum basilicum)

Name und Botanik

Basilikum

Balsam, Basilienkraut, Königskraut, Suppenbasil

Ocimum basilicum

– Lamiaceae (Lippenblütler)

einjährig

Basilikum

Biologie

Aufkommen:Aus Kultur (wegen der tropischen Herkunft kommt Basilikum nicht als naturalisierte Pflanze vor)
In Vorderindien heimisch, schon von den Römern angebaut, heute in Tropen und gemäßigten Breiten angebaut
Wuchshöhe:bis zu 50 cm ( Stängel gerade, nach oben stark verästelt)
Blütezeit:Juni – Juli

Anbau

Boden und Lage / Standortansprüche:
BevorzugtHumusreiche, sandige Lehmböden, die sich rasch erwärmen. Moorböden sind auch geeignet.
sonnige Lagen
UngeeignetKalte oder vernässte Böden
KlimaIn nasskalten Jahren ist die Basilikum-Kultur wenig erfolgreich bzw. sollten nur die warmen Sommermonate genutzt werden.

Basilikum ist sehr frost- bzw. kälteempfindlich
(Absterben der Pflanzen ab 0 °C).
Anbauhinweise:Einjähriger Anbau
Sorten:
Zuchtsorten und Herkünfte:Unterschiede in Blattgröße, Wuchshöhe, Blattfarbe, Blattwölbung und Blütenfarbe
Es werden auch Zierformen angeboten sowie Sorten mit zitronen- oder zimtartigem Duft
Für die Topfkultur geeignet:insbesondere großblättrige, kompakte Formen
Zur Kampfergewinnung:…finden gelegentlich die Arten Ocimum canum und Occimum sanctum Verwendung.
Fruchtfolge:In der Fruchtfolge ist Basilikum nicht empfindlich, soll aber nicht nach sich selbst gestellt werden.
Saat / Pflanzung:Eine Direktsaat ab Anfang Juni ist prinzipiell möglich, jedoch sind die außerordentliche Kälteempfindlichkeit und das sehr langsame Auflaufen (14-21 Tage) zu berücksichtigen. Zweckmäßiger ist eine Jungpflanzenvorkultur bei Aussaat ab Mitte April.

TKG1,0 – 1,8 g
Keimfähigkeit der Samen4 – 5 Jahre

 

DirektsaatJungpflanzenvorkultur
Aussaatab Anfang Juni oder späterab Mitte April
Methodemit Einzelkornsägerätenin Erdpresswürfeln (Direktablage) oder im Saatkistchen zum Pikieren in Anzuchtplatten.
Saatgutbedarf3-5 kg/ha
3-4 g Saatgut ergeben 1.000 Jungpflanzen.
Reihenabstand30-40 cm
Saattiefe0,5 cm
Um das Risiko eines mangelhaften Aufgangs zu mindern, werden manchmal bis 20 kg/ha verwendet.
AuspflanzenAusgepflanzt wird ab Mitte Mai bis Ende Mai, eventuell auch später.
Reihenabstand30-40 cm
Abstand in der Reihe20-25 cm
Bedarf1.000-1.600 Pflanzen für 100 m2
Bei kleineren Flächen kann eine mehrwöchige Flachbedeckung nach dem Auspflanzen mit einem Polypropylenvlies als Kälteschutz zum leichteren Anwachsen der Kultur verwendet werden.

Basilikum ist sehr wasserbedürftig.
Gelegentlich ist eine künstliche Bewässerung, besonders nach dem ersten Schnitt im Hochsommer, notwendig.
Pflege:
Pflanzenschutz
Der Bestand ist schlecht deckend und muss durch mehrmaliges, arbeitsaufwändiges Hacken unkrautfrei gehalten werden.
Schädlinge, Krankheiten
Blattflecken (Septoria organicola)
Blattfraß durch die Raupe der Ampfereule (Acronita rumicis) und andere Eulenraupen (Noctuidae)
Saugschäden mit Verkrüppelungen an den Triebspitzen durch Wiesenwanzen
Weitflächige Vergilbungen an den Blättern sind auf das Luzernemosaikvirus zurückzuführen.
Düngung:
Vor Aussaat bzw. Pflanzung:
Organische Düngung wird zur Vorfrucht gegeben.
Richtwerte zum Nährstoffbedarf:für optimale Kraut- und Ölerträge:
Stickstoff80-100 kg/haDie N-Düngergaben werden geteilt: zum Anbau, vier Wochen nach dem Anbau und nach der ersten Ernte
Phosphat60 kg/haÜberhöhte Phosphorgaben mindern den Ölertrag
Kali100 kg/ha
Ernte, Aufbereitung, Erträge:

Haupternteprodukt: Blätter

Ernte
Erntezeitpunkt:1. Schnitt: bei Blühbeginn, d.h.meist 7-8 Wochen nach der Pflanzung.
2. Schnitt: Anfang September.
MethodeBewährt haben sich Schneidlader, die nicht zu tief einzustellen sind (10-12 cm Schnitthöhe), um einen zweiten Aufwuchs zu ermöglichen.
Für den Frischmarkt wird händisch geerntet und das Kraut gebündelt.
Trocknung
Das Schnittgut ist sehr druckempfindlich und sollte einer raschen Trocknung zugeführt werden.
An einem gut gelüfteten Ort im Schatten, NICHT in der Sonne trocknen
Temperatursoll 40°C nicht übersteigen.
Eintrocknungsverhältnis7-8 : 1
Aufbewahrung
In Glas- oder Porzellangefäßen, geschützt vor Licht und Feuchtigkeit
Erträge
Frischkrauterträge120-180 kg/100 m2
Krautware getrocknet15-3 0 kg/ 100 m2 (Grobstängelige Ware ist abzurebeln)

Nutzung

als Gewürzpflanze
(Blätter frisch und getrocknet):
Vielseitiges Küchengewürz
Salate, Saucen, Suppen, Fleischspeisen, Bestandteil von Pesto
Schon als Gewürz übt Basilikum eine gewisse verdauungsfördernde Wirkung aus.
als Heilpflanze (Hausmittel, Homöopathie):
Inhaltsstoffe
Ätherische Öle (in Blättern /Kraut 0,5 – 1,5 %, je nach Herkunft stark wechselnde Zusammensetzung), davon fast die Hälfte Estragol
Außerdem Linalool, Cineol, Campher, Eugenol und Gerbstoffe
Wirkung
verdauungsfördernd, krampflösend, aromatisch, entzündungshemmend
Außerdem aufgrund des hohen Gehalts an ätherischen Ölen eicht antiseptische Wirkung.
Verwendung
Innerlichvor allem zur Anregung der Verdauung, Linderung von Magenkrämpfen, Verhinderung von Blähungen
Auch zur Anregung der Milchsekretion
HomöopathieAnwendung einer aus frischen Blüten bereiteten Essenz
Quelle:
Dachler / Pelzmann
Franke