Baldrian (Valeriana officinalis)

Name und Botanik

BALDRIAN

Hexenkraut, Katzenkraut

Valeriana officinalis L.

– Valerianaceae (Baldriangewächse) –

Staude

zwei- bis mehrjährig

Baldrian

Biologie

Vorkommen: 
Wuchshöhe: 0,5 – 1,7 m
Blütezeit: 

Anbau

Boden und Lage:unbedingt siebfähiger Boden
gedeiht auf leichten, tiefgründigen steinlosen Böden
keine stauende Nässe
frostunempfindlich
unkrautarme Standorte, insbesondere frei von Wurzelunkräutern wählen
Anbauhinweise allgemein:einjähriger Anbau
Sorten:
verschiedene Landsorten und Herkünfte
Anton, vormals Anthos: starkwüchsig mit gutem Wurzelertrag und Ölgehalt
Bodenvorbereitung:Fruchtfolge:
selbstunverträglich
Anbaupausen von mind. 4 Jahren
Vorfrüchte: günstig: Getreide, Hackfrüchte
nicht nach Wintergerste und Mais (mögliche Herbizidrückstände) anbauen.
Saat / Pflanzung:Anbau als Pflanzung oder Direktsaat
a. Pflanzung:
Pflanztermin: Ende März bis Mitte April
Pflanzenanzahl: 60.000-80.000 Pfl./ha
Reihenabstand: 45/62,5 cm
Pflanzabstand in der Reihe: 25-40 cm
b. Direktsaat:
Aussaattermin: Ende März bis Anfang April
TKG: 0,3 – 1,0 kg
Aussaatstärke: 3-5 kg/ha
Reihenabstand: 45/62,5 cm
Aussaattiefe: 1 cm; Lichtkeimer !
Pflanzung wird bevorzugt, da Bestände gleichmäßiger
Pflege:Blütenstände während der Vegetation immer entfernen, damit sich kräftige Wurzeln bilden

Pflanzenschutz:
Anwendung chemischer Mittel entsprechend dem Zulassungsstand
regelmäßige Bestandeskontrolle

Krankheiten / Schädlinge:
Welkeerscheinungen besonders an jungen Pflanzen sowie Stengelfäule
pilzliche Krankheitserreger (Phoma), Mehltau
Blattläuse und Blattwanzen an den Blättern

Düngung:Auf humusarmen Standorten ist eine Stallmistgabe (200-300 dt/ha) notwendig. Den Mist nicht direkt zu Baldrian geben.
Der Nährstoffbedarf liegt bei: 100-120 kg N/ha in zwei Gaben bei Pflanzung (130-150 kg bei Direktsaat); 60 kg P2O5/ha und 150 kg K2O/ha bei Pflanzung (bis 200 kg bei Direktsaat)
Wie bei allen Wurzeldrogen ist auf ausreichende Kaliversorgung zu achten.
Ernte:Haupternteprodukt sind die unterirdischen Organe: Wurzeln, Wurzelstock (Rhizom), Ausläufer

Erntezeitpunkt zur Vegetationsruhe (November bis Februar)
Wurzelernte mit Kartoffelroder
Ernte bei trockenen Bodenverhältnissen, vorher das Kraut abgeschlagen

Aufbereitung, Trocknung:
Wurzelstöcke waschen
nicht zu stark zerkleinern, um Ölverluste gering zu halten
Trocknung bei 45-50°C, ca. 20-40 h, bis Wurzeln leicht brechen

Erträge: 100-180 dt/ha Frischware; 40-60 dt/ha Trockenware

Nutzung

in Pharmazie,
als Hausmittel
und in Kosmetikindustrie:
Wirkung beruhigend, schlaffördernd, schmerzstillend, blutdrucksenkend
Ätherisches Öl dient zur Herstellung von Moschusparfümen
Hauptinhaltsstoffe:ätherische Öle (Valeriansäure, Pinen, Borneol), Alkaloide (Chatinin)
Quelle:Chrestensen Samen- und Pflanzenzucht