NAME UND BOTANIK

ECHTER ALANT
Alantwurz, Helenenkraut, Olant

Inula helenium

- Asteraceae (Korbblütengewächse) -

ausdauernde Staude

 



  BIOLOGIE

Allgemeines:

Mehrjährige Pflanze mit großem fleischigem, mehrköpfigem Wurzelstock (Oberlfäche mit Blattnarben). Der robuste Blütenstängel treibt ab dem 2. Standjahr jährlich. Unterseits filzig behaarte Blätter, gelbe einzeln stehende Blütenkörbchen.
TKG: 1,6 g

Aufkommen: Aus Kultur, selten aus Wildsammlung (Südeuropa)
Wuchshöhe: Bis 200 cm
Blütezeit: Juli bis August

ANBAU

Standortansprüche:
Bevorzugt:Tiefgründige, humose, wasserhaltende Böden, möglichst steinfrei, nicht staunass und frei von Wurzelunkräutern .
Beregnungsmöglichkeit zur Erhöhung des Wurzelertrages vorsehen.
Frostverträglich.
Anbauhinweise:

In der erwerbsmäßigen Kultur nur einjährig bis einjährig überwinternd geführt

Sorten:

Außer der alten tschechischen Sorte "Golijs" sind keine Zuchtsorten verfügbar.
Wurzel- und ölreiche Ökotypen sind zur eigenen Samengewinnung zu selektieren.

Fruchtfolge:

Alant ist mit sich selbst verträglich, doch ein Nachbau ist wegen der Verunkrautung nicht zu empfehlen.
In der Fruchtfolge nach stark gedüngten Hackfrüchten stellen.

Saat/Pflanzung:

Im Prinzip ist eine Direktsaat Anfang August init 1,5 kg/ha Saatgut möglich, jedoch mit Unkrautproblemen verbunden.
Bessere Alternativen sind:

a. Pflanzung von Jungpflanzen (2 Alternativen der Jungpflanzenvorkultur in Anzuchträumen)
  Aussaat
    Aussaat in Saatkistchen mit anschließendem Pikieren
 
Aussaat Ab Mitte März in Saatkistchen
    Menge 2 g Samen pro 40 x 30 cm-Kiste
    Als Breitsaat, ohne Pikieren
    Aussaat Ab Mitte März in Kisten, welche mit Paperpotbögen bespannt sind (BH 505)
    Menge 3 g Samen pro Kiste
  Auspflanzen
    Pflanztermin Nach 4-6 wöchiger Anzuchtdauer, ab Ende April bis Anfang Mai
maschinell
    Reihenabstand 60-70 cm
    Pflanzabstand in der Reihe 30-40 cm
    Pflanzenanzahl 40.000 bis 50.000 Stück/ha
b. Anbau von Wurzelteilen
  Es können auch Wurzelstücke mit einer Länge von 3-10 crn im Herbst 10 cin tief ausgelegt werden (ca. 15 kg/ar). Für ein zügiges Anwachsen ist das Feld unter Umständen künstlich zu bewässern.
Auch eine Sommeranzucht für die Pflanzung Mitte September ist praktikabel und bringt höhere Wurzelerträge.
Pflege:
Pflanzenschutz:
  Das Feld ist durch mehrmaliges mechanisches Hacken bis zum Bestandesschluss unkrautfrei zu halten.
Krankheiten, Schädlinge: wirtschaftlich nicht bedeutsam
 

Möglicher Befall mit echtem Mehltau (Sphaerotheca fuliginea), Gelbrost (Coleosporum inulae) und viröse Blattaufhellungen

Lochfraß durch Schildkäfer (Cassida muraea), Saugschäden durch Zikaden (Eupterix atropunctata) u.a. Insekten
Düngung:

Alant ist sehr nährstoffbedürftig, daher reichliche Stallmist- oder Kompostgaben vorsehen.

Richtwerte zum Nährstoffbedarf:
  140 kg/ha Stickstoff - Die Stickstoffgaben sind zu unterteilen.
  60 kg/ha Phosphat
  180 kg/ha Kalium
Ernte, Aufbereitung, Erträge:

Erntevorbereitung

  Möglichst tiefes Abschlagen der sich im Frühherbst einziehenden Laubblätter (Schlegelfeldhäcksler)
Rodung der Wurzeln
 
Im Oktober, November oder im Frühjahr vor dem Austrieb (Siebkettenroder, Wurzelgemüseernter oder Meerrettichpflug)
Aufbereitung
  Gründliches Waschenin Trommelwaschmaschinen
 
Teilen der Wurzelstöcke zur leichteren Trocknung (Beil, Scheibenradhäcksler),
VORSICHT auf die eingewachsenen Steine!
Trocknung
 
bei 50°C
für 10% Restfeuchte: >40 Stunden Trocknungsdauer
Eintrocknungsverhältnis: 2,7 - 4 : 1
Wurzelerträge bei einjähriger Kulturdauer:
 
10-15 t/ha Frischware
bzw. 3-4 t/ha getrocknete Wurzeln
Verpackung
 
lose im Jutesack

NUTZUNG

Diabetiker Nahrung:

Inulin wird bei der Verdauung nicht abgebaut, liefert bei Hydrolyse v.a. Fructose, erhöht also nicht den Blutzuckerspiegel.

Spirituosenindustrie:

Aromatisierung von Likören
als Heilpflanze:
Gebräuchliche Pflanzenteile der getrocknete und geteilte Wurzelstock
Hauptwirkstoff Helenin (kann allergen wirken)
Andere Wirkstoffe ätherisches Öl (bis 3 %), Inulin (bis 40%), terpenoide Bitterstoffe, Zucker
Wirkung stoffwechselfördernd, hustenreizstillend, antiseptisch, choleretisch (Gallensekretion fördernd), harntreibend, juckreizmildernd
Verwendung

Behandlung von Erkrankungen der Atemwegegegen (Keuchhusten und Bronchialkatarrh)

Den neuesten medizinischen Erkenntnissen zufolge eignet sich der Alant vor allem für eine gleichzeitige Behandlung von Leber und Nieren sowie bei Beschwerden der Gallenblase, Leber- und Nierensteinen, Gicht, Arthritis, Harnverhaltung und Stickstoffüberschuss im Blut.
Äußerlich stellt der Alant ein klassisches Heilmittel gegen Juckreiz aufgrund von Ekzemen, Herpes und Hautausschlägen im allgemeinen dar.
Als Aromatikum gegen Appetilosigkeit und Verdauungsbeschwerden

!!! Vorsicht !!!
Nebenwirkungen und starkes Allergierisiko
daher eingeschränkte therapeutische Anwendung

Präparate auf Alantbasis schmecken bitter und sehr eigenartig, so dass nur wenige sie mögen.

Quellen:

Dachler & Pelzmann
Enzyklopädie Heilpflanzen