Hanf - Anbau in der Schweiz


Übersicht über Hanfanbau und -verwertung in der Schweiz (1999)

Rahmenbedingungen für den Hanfanbau in der Schweiz

Sortenkatalog Schweiz

Hanfanbau in der Schweiz
Geschichte, aktuelle Situation, Sorten, Anbau- und Erntetechnik, wirtschaftliche Aspekte und Perspektiven
link.gif (970 Byte) FAT-Berichte 1998


1. Allgemeines

Hanf (Cannabis sativa L.) ist seit mehreren Jahrhunderten in Europa bekannt und an unser Klima angepaßt. Hanf ist einjährig und mit dem Hopfen verwandt. Hanf wird zur Öl- und Faserproduktion angebaut. Es sollen die unter „Saat" aufgeführten THC-armen Sorten (unter 0,5 % THC) verwendet werden. THC-reichere Sorten bringen keine Vorteile, das Mißbrauchspotential ist aber groß, denn der Anbau zur Gewinnung von Rauschmitteln ist verboten. Weitere Hinweise zur rechtlichen Beurteilung des Hanfanbaues gibt das Informationsblatt über die Hanfkulturen der Bundesämter für Landwirtschaft, Gesundheits- und Polizeiwesen (Bern, März 1995).

2. Ansprüche an Standort und Boden

Hanf gedeiht gut auf tiefgründigen, humusreichen Böden mit guter Wasserversorgung. Ungeeignet sind verdichtete, staunasse, saure, sehr schwere oder sehr leichte Böden. Der Anbau ist bis 900 m ü. M. möglich.

3. Fruchtfolge

Anbauphase: obwohl selbstverträglich sind 2-3 Jahre empfehlenswert
Vorkulturen: Keine Ansprüche

4. Bodenbearbeitung

Mit Pflug, ca. 20-22 cm tief. Auf schweren Böden Herbstfurche, auf leichten oder zur Verschlämmung neigenden Böden Frühjahrsfurche. Gut abgesetztes und relativ feines Saatbett.

5. Saat

Zeitpunkt: Mitte April - Mitte Mai,
* Drillweite: 10-20 cm, größere Reihenabstände möglich,
Saattiefe: 3-4 cm

Faserhanf: Saatmenge: 50-80 kg pro ha, Sorten: Kompolti, Uniko-B, Futura 77, FxT
Ölhanf: Saatmenge: 20-60 kg pro ha, Sorten: Fedora 19, Felina 34, FxT

 

6. Düngungsnorm in kg/ha

Faserhanf N=80-120, P2O5=60, K2O=150 (N in 2 Gaben)
Ölhanf N=40-80, P2O5=60, K2O=150. Zuviel N führt zu Lagerung und Ernteproblemen. Düngung mit Gülle ist gut möglich.

Nettonährstoffbedarf *) für IP(Integrierte Produktion) in kg/ha

Faserhanf N=100, P2O5=60, K2O=120, Mg=0
Ölhanf N=60, P2O5=60, K2O=120, Mg=0

7. Unkrautbekämpfung

Nicht notwendig, da Faserhanf sehr konkurrenzstark ist. Beim Anbau als Ölhanf mit geringer Saatmenge und größeren Reihenabständen ist ein Hackdurchgang möglich. Wegen der uneinheitlichen Samenabreife fallen vor der Ernte viele reife Samen, bis über 100 kg/ha, auf den Boden. Ausfallhanf kann zu einem Unkrautproblem werden. Samen haben nur kurze Keimruhe und treiben rasch aus. Ausfallhanf gleich wie Ausfallraps bekämpfen.

8. Krankheiten, Schädlinge

Graufäule (Botrytis) kann auftreten, keine Bekämpfung notwendig. Beim Auflaufen hohe Schäden durch Schnecken möglich. Vogelfraß kann die ganze Körnerernte zerstören.

9. Ernte

Mechanisierung der Ernte ist in Entwicklung.

Faserhanf: Mitte der Blüte bis Beginn Körnerbildung, etwa Mitte August. Arbeitskette. Balkenmäher, Feldtrocknung, Kreiselschwader, Großballenpresse.
Ölhanf: Mähdrusch im September, Nachtrocknen notwendig. Körnerertrag: 10-^15 dt Körner/ha, wenn kein Vogelfraß.

Der Absatz von Hanf ist zur Zeit noch unsicher.

10. Verwendung

Faserhanf: Textilien, Papier, Baustoff
Ölhanf: Öl, Pharmazeutika, Kosmetika

*) Nettonährstoffbedarf = Düngungsnorm minus anrechenbare Nähstoffe im Ernterückstand. Die Werte in dieser Zeile können in die Nährstoffbilanz LBL/SRVA übernommen werden.