Die technischen Prozesse der Stärkeherstellung sind etablierte, wirtschaftliche Verfahren. Eine weitere Optimierung auch in Hinblick auf Umweltaspekte wird angestrebt.
Die Wirtschaftlichkeit kann weiter verbessert werden durch eine gewinnbringende Verwendung von Nebenprodukten aus der Stärkeherstellung, besonders der Proteine (siehe Maisstärke-, Weizenstärke-, Kartoffelstärkeherstellung).
Die Verfahren zur Herstellung von Stärkederivaten sind
ausreichend entwickelt. Für höher substituierte Stärkederivate ist aber ein großer
Aufwand erforderlich. Hier werden neue und verbesserte Verfahren gesucht (s. Förderkonzept).
Quelle: BML 1998
Stärke wird als zukunftsträchtiger Nachwachsender Rohstoff eingeschätzt mit mittelfristig steigendem zusätzlichen Potential (Förderkonzept 1996-2000).
Die Papier- und Pappeindustrie ist der Hauptabnehmer von
Stärke im Non-Food-Bereich. In Deutschland steigerte die Papierindustrie ihren
Stärkeverbrauch von 1975 bis 1990 um das Dreifache. In Europa gingen 1996 von insgesamt
6,6 Millionen Tonnen Stärke 23 Prozent in den Papiersektor (siehe Statistik). Ursache für den erhöhten Verbrauch
sind der gesteigerte Papierverbrauch und eine Erhöhung des Stärkeanteils im Papier. Der
Berichte des deutschen Bundeslandwirtschaftsministeriums "5 Jahre Nachwachsende
Rohstoffe 1993-97) sieht in der Substitution von weiteren polymeren Komponenten bei der
Papierherstellung durch Stärke noch weiters Perspektiven. Weitere Chancen sieht der
Bericht in der Verwendung von Stärkederivaten als Schlichtemittel in der
Textilherstellung.
Quelle: BML 1998, S. Mann,
1998
Die positive Einschätzung beruht außerdem in hohem Maße auf den Erfordernissen des Kreislaufwirtschaftsgesetzes von 1996. Dort ist die Produktverantwortung des Herstellers im Hinblick auf Wiederverwertbarkeit und umweltverträgliche Entsorgung verankert. Damit erlangen biologisch abbaubar Kunststoffe zunehmende Bedeutung.
Absatzpotential biologisch abbaubarer Werkstoffe in Europa
| Anwendungsbereiche | in 1000 Tonnen |
|---|---|
| Müllbeutel | 380 |
| Gebrauchsgegenstände (nicht recyclebar) | 180 |
| Flaschen | 130 |
| Imbißverpackungen | 120 |
| Folien in der Landwirtschaft | 70 |
| Windeln und Handtücher | 60 |
| Verpackungen im pharmazeutischen Bereich | 50 |
| sonstige | 155 |
| Gesamt | 1145 |
Quelle: EU-Kommission (1994), Bockey (1997)
Durch die Industriestärkeregelung der Europäischen Union steht Stärke in Europa zu weltmarktähnlichen Bedingungen zur Verfügung.
Bisher sind biologisch abbaubare Werkstoffe (BAW) mit 6-15 DM pro Kilogramm noch erheblich teurer als Produkte auf petrochemischer Basis (1,5-2 DM/kg).
Wesentlich für die Wirtschaftlichkeit der biologisch
abbaubaren Werkstoffe sind aber die Entsorgungskosten. Die liegen für herkömmliche
Kunststoffe bei ca. 3 DM/kg (nach Dualem System Deutschland). Die Kompostierung kostet
dagegen nur ca. 0,3 bis 0,5 DM/kg. Gelingt es unter diesen Bedingungen den Preis von BAWs
auf ca. 5DM/kg herunter zu bekommen, wäre der Einsatz auch unter ökonomischen
Gesichtspunkten lohnend.
Quelle: Bockey (1997),
C.A.R.M.E.N. (1997)
Stärkerohstoffe
Kartoffeln liefern, verglichen mit Mais und Weizen, den
höchsten Stärkeertrag pro Hektar. Dagegen stehen höhere Produkions- und
Verarbeitungskosten.
Unter den Rahmenbedingungen der EU (Quotierung für Kartoffelstärke, Weizenüberschüsse)
sind alle drei Rohstoffe wettbewerbsfähig.
Agenda 2000
Die Preisstützung für Getreide wird auch für die Stärkeproduktion gesenkt. Gleichzeitig soll der Mindestpreis für Stärkekartoffeln um 20 Prozent fallen. Ausgleichszahlungen für Erzeuger werden angehoben. Aus diese Weise werden die Rohstoffkosten für die Verarbeiter sinken. Die EU-Kommission erwartet auf diese Weise eine bessere Wettbewerbsfähigkeit gegenüber synthetischen Rohstoffen.