Schematische
Darstellungen der Herstellung von
| Maisstärke- | ||
| Weizenstärke | ||
| Kartoffelstärke |
Biologisch abbaubare Werkstoffe
Statistik Europa
(1995/96/98, Industrie, Produktion, Verbrauch)
Statistik Deutschland
(1995/96/98, Industrie, Produktion, Verbrauch)
Stärkeindustrie in Deutschland
Forschungsförderung Stärke in Deutschland
Auftaktveranstaltung
zum Forschungsverbund "Modifizierte Stärke"
Gülzow: Am 2. Oktober kamen in Potsdam auf Einladung des Fraunhofer-Institutes
für Angewandte Polymerforschung die im Verbundprojekt
"Modifizierte Stärke" beteiligten Forschungsinstitute und Industrieunternehmen
sowie die bei der Vorbereitung des Projektes beteiligten
Einrichtungen zu einer Auftaktveranstaltung zusammen. Ziel der Veranstaltung
war es, die Fachöffentlichkeit über das ehrgeizige, vom
Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (BML) geförderte
Verbundvorhaben und die mit dem Projekt verbundenen
Perspektiven zu informieren.
Die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. hatte als Projektträger des BML
im November 1996 mit führenden Vertretern aus Industrie und Forschung ein Fachgespräch
veranstaltet und auf der Grundlage des Förderkonzeptes der Bundesregierung "Nachwachsende
Rohstoffe 1996-2000" Schwerpunkte für die weitere Tätigkeit im Bereich
der Stärkeforschung erarbeitet.
Diese Schwerpunkte wurden in der Bekanntmachung "Modifizierte Stärken"
des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (BML) vom 27.
März 1997 im Bundesanzeiger dokumentiert. In der Bekanntmachung hieß es: "Zur
Erweiterung der Einsatzbereiche von Stärke aus heimischen Pflanzen im Nichtnahrungsbereich
wird das BML eine begrenzte Anzahl von Projekten ... unter dem Forschungsschwerpunkt
"Modifizierte Stärken" fördern."
Am 1. Juli 1998 schließlich fiel der Startschuß für den Verbund "Modifizierte
Stärke". In Zusammenarbeit der Forschungsinstitute der Friedrich Schiller
Universität Jena, der Universität Hamburg und der Fraunhofer-Gesellschaft zur
Förderung der angewandten Forschung e. V. sowie unter Beteiligung von sieben
Industrieunternehmen sollen innerhalb der nächsten drei Jahre neue Methoden
und Verfahren für die Herstellung modifizierter Stärken mit höheren Substitutionsgraden,
homogener Substituentenverteilung entlang der polymeren Kette und regioselektiver
Derivatisierung der Anhydroglucoseeinheit entwickelt werden. Diese Stärkederivate
sollen neue Eigenschaftsprofile besitzen und bei der Herstellung von Papier,
Bindemitteln und Klebstoffen, in Waschmitteln und Kosmetika sowie bei der Werkstoffentwicklung
eingesetzt werden.
Dr. Andreas Schütte, Geschäftsführer der FNR, stellte anläßlich der Auftaktveranstaltung
fest: "Mit der Schaffung des Forschungsverbundes "Modifizierte Stärke"
wird die Förderpolitik des BML zur Erhöhung des wertschöpfenden Absatzes und
der Veredelung von Stärke im Nichtnahrungsbereich konsequent weitergeführt."
Herausgeber: Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V., Hofplatz 1, 18276 Gülzow
Verantwortlich: Dr.-Ing. Andreas Schütte
Tel.: (03843) 6930-0, Fax.: (03843) 6930-102, e-mail: F.N.R.@t-online.de
Biologische
Abbaubarkeit ist jetzt meßbar
Gülzow: Im Rahmen eines vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft
und Forsten geförderten Forschungsprojektes ist kürzlich ein
Testsystem erprobt worden, mit dem der Abbau einzelner Materialien unter Kompostbedingungen
nachgewiesen werden kann. Das Projekt wurde von der Fachagentur Nachwachsende
Rohstoffe e.V. (FNR) betreut.
Das Fraunhofer-Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung in Freising erprobte
in zweijähriger Arbeit das sogenannte Mono-Substrat-Festbett-System (MSFB-System).
Mit Hilfe dieses Systems ist es möglich, für einen einzelnen Werkstoff den Verlauf
des biologischen Abbaus unter simulierten Kompostierungsbedingungen zu verfolgen.
Im Vergleich zu den bisher gebräuchlichen Systemen, etwa aquatischen Systemen
oder Multi-Substrat-Systemen, zeichnet sich das MFSB-System durch seine leichte
analytische Zugänglichkeit und die Möglichkeit einer vollständigen Kohlenstoffbilanzierung
aus.
Das System enthält drei Komponenten. Als Trägermaterial wurde nach umfänglichen
Untersuchungen das Silikat Vermiculit ausgewählt, das eine gute Aufwuchsfläche
für Mikroorganismen bildet. Eine gepufferte, wäßrige Mineralsalzlösung dient
zur Salzversorgung der Mikroorganismen. Die dritte Komponente stellt schließlich
die Mikroorganismen-Mischpopulation selbst dar.
Hintergrund des Projektes ist die seit Jahren währende Diskussion um die tatsächliche
Abbaubarkeit der biologisch abbaubaren Werkstoffe (BAW). Ein entscheidender
Vorteil der BAWs gegenüber herkömmlichen Kunststoffen ist, daß sie über
die Kompostierung entsorgt werden können. Dr. Andreas Schütte, Geschäftsführer
der FNR: Mit dem MSFB-System konnte ein einfaches, aber wissenschaftlich
fundiertes Mittel entwickelt werden, um jeden neu entwickelten Werkstoff aus
nachwachsenden Rohstoffen auf seine Abbaubarkeit zu überprüfen. Die Kennzeichnung
und in letzter Konsequenz auch die Vermarktung von BAWs
wird damit erleichtert.
Herausgeber: Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V., Hofplatz 1, 18276 Gülzow
Verantwortlich: Dr.-Ing. Andreas Schütte
Tel.: (03843) 6930-0, Fax.: (03843) 6930-102, e-mail: F.N.R.@t-online.de