Öle / Industrie


Lagerung von Raps

Raps ist nach der Ernte nicht lagerfähig, wenn die Körnerfeuchte über 9% liegt, da feuchte Pflanzenteile und Unkrautsamen potientielle Verderbherde darstellen: Dort können Mikroorganismen, begünstigt durch hohe Temperaturen, die organische Masse zu Wasser und Kohlendioxid abbauen. Dabei entsteht Wärme, was die Abbauprozesse zusätzlich fördert. Eine Nacht kann bereits ausreichen, um die Temperatur im Erntegut spürbar zu erhöhen. Schimmelpilze haben in diesem feuchtwarmen Klima eindeutige Wachstumsvorteile. Bei 40° C und wassergesättigter Luft wachsen sie am besten.

Das Schimmelwachstum ist von der Temperatur und vom Wassergehalt der Luft abhängig. Zudem braucht Schimmel ca. 18 % Körnerfeuchte, um wachsen zu können. Lagert man Raps mit einer Körnerfeuchte von 10 % bei 30° C ein, so kann Wasser relativ schnell kondensieren. Erste schimmlige Stellen kann man bereits nach etwa 80 Stunden sehen. Werden die Körner bei 10° C eingelagert, dauert die Schimmelbildung etwa 220 Stunden.

Hohe Lagertemperaturen fördern auch den frühzeitigen Abbau der Fette im Öl in den Samen, was sich am Anstieg freier Fettsäuren ablesen läßt.

Maßnahmen: Nachreinigung, um sämtliche kornfremde Bestandteile aus dem Erntegut zu entfernen. Dazu sollte der Raps einer Sieb- und Windreinigung unterzogen werden. Raps mit Körnerfeuchten von mehr als 15 % sollte auf jeden Fall getrocknet werden. Mögliche Verfahren: Durchlauf-, Umlauf-, Salztrocknungsanlagen. Ratsam ist, das Erntegut auf unter 9 % abzutrocknen.

Wird Raps mit Körnerfeuchte bis zu 16% im Lager belüftet und getrocknet, sollte die Schütthöhe im Lager nicht höher als 4 m sein, um eine ausreichende Durchlüftung zu garantieren.

Die Sieb- und Windreinigung hat folgende positive Aspekte:

Quelle: Raps, 16.Jg. (3) 1998

zurück zu den Industrieseiten Öle
zurück zu den Energieseiten Öle
zurück zu Raps