6.
Sitzung des LTV-Arbeitskreises "Dezentrale Pflanzenölgewinnung"
mit dem Thema
Standardisierung
von Rapsöl als Kraftstoff
- Festlegung der endgültigen Fassung -
Die
Sitzung fand statt am
Dienstag, den 23.05.2000, 09:00 Uhr im Rathaussaal der Stadt Straubing,
Theresienplatz 20, Straubing
Gute Nachricht
für umweltbewusste Kraftfahrer:
Rapsöl
tanken in gesicherter Qualität
Für
den umweltschonenden Kraftstoff Rapsöl gibt es wie für herkömmlichen Dieselkraftstoff
nun eine Qualitätsrichtlinie: Unter Leitung der Bayerischen Landesanstalt
für Landtechnik, Technische Universität München-Weihenstephan, einigten
sich am Dienstag, den 23.05.2000 in Straubing Hersteller
und Umrüster von Pflanzenölmotoren, Ölmühlenbetreiber und Wissenschaftler
auf einen "Qualitätsstandard für Rapsöl als Kraftstoff" Qualitätsstandard
für Rapsöl als Kraftstoff". Dieser soll den zuverlässigen Betrieb
von Pflanzenölmotoren in Fahrzeugen und Blockheizkraftwerken gewährleisten
und als Grundlage für zukünftige Motorenentwicklungen dienen.
Wer
die Umwelt beim Betrieb von Motoren schonen will, setzt zunehmend auf
Biokraftstoffe. Neben dem weithin bekannten Rapsölmethylester ("Biodiesel")
kann auch naturbelassenes Rapsöl in dafür geeigneten Dieselmotoren getankt
werden. Während es sich bei Biodiesel um ein chemisch umgewandeltes Pflanzenöl
handelt, das in herkömmlichen Dieselmotoren eingesetzt werden kann, sind
für das Naturprodukt Rapsöl pflanzenöltaugliche Motoren erforderlich.
Allerdings lassen sich dabei die Umweltvorteile gegenüber Dieselkraftstoff
besonders gut ausnutzen: Rapsöl ist ein nachwachsender Rohstoff und trägt
bei seiner Nutzung nicht zum klimaschädlichen Treibhauseffekt bei, ist
bei Leckagen im Gegensatz zu Mineralöl innerhalb von drei Wochen nahezu
vollständig im Boden abgebaut und ist deutlich geringer toxisch gegenüber
Boden- und Wasserorganismen als herkömmliche Kraftstoffe. Außerdem kann
Rapsöl regional erzeugt werden, wodurch Transportwege eingespart werden
können. Neben den Umweltvorteilen sorgen steigende Mineralölpreise derzeit
für eine verstärkte Nachfrage nach Rapsölkraftstoff.
Wie
Benzin, Dieselkraftstoff, oder Rapsölmethylester, muss aber auch Rapsöl
gewisse Qualitätsanforderungen erfüllen, damit ein zuverlässiger Motorenbetrieb
sichergestellt ist. Die dazu notwendige Qualitätsrichtlinie wurde in mehrjährigen
wissenschaftlichen Arbeiten federführend von der Technischen Universität
München-Weihenstephan (Arbeitsgruppe Pflanzenöle der Bayerischen Landesanstalt
für Landtechnik) erarbeitet.
Am
Dienstag, 23.Mai 2000 trafen sich rund 50 Experten aus Wissenschaft, Industrie
und Praxis in Straubing, dem künftigen Standort des Kompetenzzentrums
für Nachwachsende Rohstoffe, die Arbeiten abzuschließen. Der Gastgeber,
Straubings Oberbürgermeister Reinhold Perlak, begrüßte die Teilnehmer,
namentlich Dr. Christoph Rappold, den Vertreter des Bayerischen Staatsministeriums
für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, das die begleitenden Forschungsarbeiten
finanzierte.
In
ihren Vorträgen stellten Dr. Bernhard Widmann, Edgar Remmele und Klaus
Thuneke von der TU München-Weihenstephan sowie Dr. Thomas Wilharm von
der Analytik-Service-Gesellschaft mbH, Augsburg, die Ergebnisse der
Forschungsarbeiten vor. Durch zahlreiche Ölanalysen wurden die Grundlagen
für die Festlegung von Kriterien und Grenzwerten für die Rapsölqualität
erarbeitet. Außerdem wurden geeignete Analyseverfahren ausgewählt und
für wichtige Kenngrößen Schnelltests entwickelt und vorgestellt.
In
der abschließenden Diskussion mit den Vertretern der Motorenhersteller
und -umrüster, Ölmühlenbetreiber, Ministerien, Behörden und Verbänden
sowie Wissenschaftlern aus mehreren Bundesländern wurde der "Qualitätsstandard
für Rapsöl als Kraftstoff (RK-Qualitätsstandard)" gemeinsam
verabschiedet. Diese Richtlinie, die im gesamten Bundesgebiet und auch
im benachbarten Österreich auf großes Interesse stößt, legt die für den
zuverlässigen Betrieb pflanzenöltauglicher Motoren notwendigen Qualitätskenngrößen
fest und dient gleichzeitig als Grundlage für zukünftige Motorenentwicklungen.
Somit wurde ein wichtiger Schritt für den weiteren Durchbruch von Biokraftstoffen
getan.
Für weitere Informationen
wenden Sie sich bitte an Dr. Bernhard Widmann, Tel.
08161/71-4130.
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