Biomasse
Was ist Biogas?
Biogas ist ein energiehaltiges Gas, das durch Gärung ensteht. Abhängig von den beteiligten Stoffen und dem Gärprozess entstehen folgende Bestandteile:
Wie entsteht Biogas?
Biogas entsteht aus der Vergärung von organischem Material unter Luftabschluß mit Hilfe anaerober Bakterien. Als Ausgangsstoffe (Substrate) für die Gärung eignen sich gut Rindergülle, Schweinegülle, Festmist, Stroh, Rübenblatt, Kartoffelkraut, Mähgut, Treber, Trester, Schlempe. Die Gasausbeute unterscheidet sich je nach Substrat. Je höher der Methananteil im Gas, desto höher der Brennwert des Gases. Durch Mitvergärung gewerblicher und anderer Abfälle können Schadstoffe in das vergorene Substrat gelangen. Diese Schadstoffe dürfen einen bestimten Wert nicht überschreiten, da das Restsubstrat anschließend auf landwirtschaftlichen Nutzflächen ausgebracht wird.
optimale Vergärung: bei 25 bis 28° C, bei höheren Temperaturen wir der Gärprozeß instabil
Gärbehälter: licht-, gas-, wasserdicht, beheizbar, Rührmöglichkeit, funktionssicherer Ein-, Aus- und Durchfluß des Substrats
Fermentertypen: Rührkesselfermenter, Pfropfenstromfermenter
Ein Kubikmeter Biogas mit 60 % Methananteil entspricht 0,6 Liter Heizöl.
Biogaspotential
Beim gegenwärtigen Tierbestand in Deustchland ergibt sich ein technisch verwertbares Biogasaufkommen, mit dem 0,9 % des Endenergiebedarfs gedeckt werden könnte. Dafür müssten jedoch über 200000 landwirtschaftliche Biogasanlagen gebaut werden. 70 % der verfügbaren tierischen Exkremente stammen aus der Rindviehhaltung, 26 % aus der Schweinehaltung und etwa 4 % aus der Geflügelhaltung. In Baden-Württemberg ist das Potential etwas kleiner, da durch unterdurchschnittlichen Viehbesatz weniger Mist anfällt. Die meisten Biogasanlagen stehen in Süddeutschland.
Analog zu den vorherrschenden Fermentertypen haben sich in Deutschland zwei Formen von Biogasanlagen etabliert: Das Betonspeicher/Durchflußsystem mit dem Rührkesselprinzip und das Stahltank/Durchflußsystem mit dem Propfenstromprinzip.
Quelle: Biogasanlagen, ein Leitfaden für Landwirte; Ministerium ländlicher Raum Baden-Württemberg