HO-SonnenblumenEin Markt, der noch wächst Für den Anbau hochölsäurehaltiger Sonnenblumen zeichnen sich verbesserte Marktchancen ab. Die Firma Henkel sucht weitere Anbauflächen. Dies teilte das Unternehmen vergangene Woche einer Presseinformation mit. Vor drei Jahren, so die Henkel KGaA, habe sie gemeinsam mit ihren Projektpartnern aus der Landwirtschaft unter Führung des Bundeslandwirtschaftsministeriums sowie der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) ein Projekt zum Anbau von hochölsäurehaltigen Sonnenblumen gestartet. Dieses Projekt sei erst kürzlich um weitere drei Jahre verlängert worden. Deutlich über den Mindestgehalten Wie das Unternehmen erläuterte, handelt es sich bei der hochölsäurehaltigen Sonnenblume um eine Variante, die in ihrem Öl einen sehr hohen Anteil einer speziellen Fettsäure, der sogenannten Ölsäure, aufweist. Diese Ölsäure zeige besondere Anwendungs- und Verarbeitungsmöglichkeiten für die oleochemische Industrie. In den für das Projekt zugelassenen Sorten der Saatzuchtfirmen Pioneer Hi-Bred und Rustica würden die von Henkel geforderten Mindestwerte an Ölsäure von 83 Prozent zum Teil weit überschritten. Sorten mit Ölsäuregehalten über 90 Prozent und einem gleichzeitig verminderten Anteil von Stearinsäure, wie sie derzeit von den Saatzuchtfirmen bearbeitet würden, erschlössen zukünftig weitere Einsatzfelder innerhalb der Oleochemie. Weitere Einsatzfelder Nach Beobachtungen von Experten der Firma Henkel wird Bedarf an diesem speziellen Sonnenblumenöl in den nächsten Jahren rasch ansteigen. Deshalb suche man schon während der jetzt laufenden Projektphase über die landwirtschaftlichen Partner zusätzliche Anbauflächen in Deutschland. Erfahrungen in Baden-Württemberg Rund 120 Hektar hochölsäurehaltiger Sonnenblumen hat die ZG Karlsruhe im vergangenen Jahr unter Vertragsanbau gehabt, erklärte der zuständige ZG-Abteilungsleiter Alois Müller gegenüber der BBZ. Er wertet die Kultur als Alternative zur Braugerste. Nachdem vergangene Woche Verhandlungen mit der Firma Henkel geführt wurden, rechnet Müller im kommenden Jahr mit Erzeugerpreisen, die je nach Frachtgunst des Standortes 45 bis 46 Mark pro Dezitonne betragen werden. Hinzu komme im Rahmen des Pilotprojektes pro Betrieb eine Einmalzahlung von 300 Mark für die Führung von Schlagkarteien und 120 Mark für Nmin-Proben. Gerechnet werden müsse mit Mindererträgen von 10 bis 15 Prozent im Vergleich zu herkömmlichen Sonnenblumen, betonte Müller. Außerdem sollten im Umkreis von 200 Meter um die Parzellen herum keine normalen Sonnenblumen angebaut werden, damit nicht eine Verminderung der Ölsäure durch Fremdbefruchtung entsteht. Die ZG werde wieder Verträge anbieten und Müller erhofft sich eine Anbauausweitung auf 500 Hektar im ZG-Arbeitsgebiet. Landwirte, die sich für den Anbau interessieren, können sich bei Dr. Bernd Schlüter, Koordinator des Bundeslandwirtschaftsministeriums, näher informieren. BBZ Nr. 45, 08.11.97,
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