| Anbauempfehlungen für hochölsäurehaltige (HO-) Sonnenblumen
in Deutschland zusammengestellt von Dr. W. Lühs & Prof. Dr. W. Friedt Die optimale Saatzeit ist durch die Bodentemperatur bestimmt, wobei die Sonnenblume in ihren Ansprüchen an die Keimtemperatur der Zuckerrübe vergleichbar ist. Für HO-Sonnenblumen gilt dabei im besonderen: je eher gesät werden kann, desto geringer ist nachher die Reifeverzögerung gegenüber den früher abreifenden konventionellen Sorten. Die Saat sollte, sofern die Gefahr von Fraßschäden (Abfressen junger Keimlinge) durch Vögel, Schnecken und sonstige bodenbürtige Schädlinge besteht, jedoch auch nicht zu früh erfolgen, da sonst bei zu tiefen Bodentemperaturen die empfindliche Keimblatt- und frühe Jugendphase (vgl. Entwicklungsstadien, im Anhang) von den Sonnenblumen nicht zügig durchwachsen werden kann. In wärmeren Regionen sollte daher frühestens Ende März, besser aber erst Anfang April gesät werden. Ab Ende April sollte keine Saat von HO-Sorten mehr erfolgen, um eine rechtzeitige Ernte zu gewährleisten. Die Aussaat erfolgt mit pneumatischen Einzelkorn-Sämaschinen (Maislegemaschinen mit Vakuumprinzip) bei Aussaattiefen von 3 cm auf schweren Böden und 5 cm auf leichten und trockeneren Böden. Die Lochscheibe sollte einen Lochdurchmesser von 2,5 mm aufweisen. 2.7 Bestandesdichte Entsprechend dem Wasserspeichervermögen des Bodens liegen die angestrebten Bestandesdichten zwischen 60.000 und maximal 80.000 Pfl./ha. Auf leichten und trockenen Böden sollten Bestandesdichten von 60.000 Pfl./ha angestrebt werden (z.B. Reihenabstand 45 cm, Pflanzenabstand 30 cm bei 80% Feldaufgang). Bezüglich der mittelspäten HO-Sonnenblumensorten (Olbaril, Proleic 204) ist es auf guten bis sehr guten Böden mit ausreichender Wasserverfügbarkeit ratsam die Bestandesdichte bis auf 75.000 Pfl./ha zu erhöhen, um aufgrund eines kleineren Korbdurchmesser die Abreife zu beschleunigen (z.B. Reihenabstand: 45 cm; Pflanzenabstand: 24 cm). Bei hoher Bestandesdichte auf tätigen Böden ist der unmittelbar verfügbare Stickstoff durch eine Nmin-Untersuchung zu bestimmen ebenso wie die Zufuhr an organischer Substanz (Vorfrucht, organische Düngung). Damit kann ein später Wachstumsschub und daraus resultierend eine verzögerte Abreife sowie eine größere Wuchshöhe, die Lagergefahr verursachen kann, besser kontrolliert werden. Im Rahmen des Modellvorhabens ist daher die Nmin-Probe vorgeschrieben. |