Anbauempfehlungen für hochölsäurehaltige (HO-) Sonnenblumen in Deutschland
zusammengestellt von Dr. W. Lühs & Prof. Dr. W. Friedt

2.5 Isolationsanbau und Vermischungsproblem

Beim Anbau von HO-Sonnenblumen sollte unbedingt darauf geachtet werden, daß möglichst kein Pollen von konventionellen Sonnenblumen durch Bienen und Hummeln auf die Blüten übertragen werden kann. Aus diesem Grund sind in Abhängigkeit von der Schlaggröße Mindestabstände zu konventionellen Sonnenblumenfeldern von 200 Metern, einzuhalten. Ein weiteres Problem in diesem Zusammenhang ist der Durchwuchs herkömmlicher Sonnenblumen, welcher aber durch eine ordnungsgemäße Fruchtfolge (Pilzkrankheiten, siehe Kap. 2.11) mit Anbauabständen von mindestens 4 Jahren weitgehend auszuschließen ist.

Der Landwirt muß unbedingt auf Sortenreinheit achten. Von besonderer Bedeutung ist die Vermischung des HO-Erntegutes mit herkömmlichen Sonnenblumen bei der Ernte, dem Transport sowie bei der Lagerung und der Verarbeitung. Bei Vermischungen sinkt der Ölsäure-Gehalt unter die geforderten 83 %, und das Erntegut ist somit für eine Weiterverarbeitung in der chemischen Industrie nicht mehr geeignet. Es drohen erhebliche Preisabschläge. Nachdem im Anbaujahr 1996 erhebliche Minderqualitäten in der Konsumware offensichtlich dadurch hervorgerufen worden waren, daß es bei der Anlieferung durch einzelne Erzeuger bzw. später auf der Erfassungsstufe zu unerwünschten Vermischungen mit konventionellen Sonnenblumen kam, konnte dieses Problem in der Erntesaison 1997 weitestgehend durch die Anwendung eines hinreichend zuverlässigen Schnelltestes zur Bestimmung des Ölsäure-Gehaltes gehandhabt werden. Bei der Ernte 1998 werden alle angelieferten Erntemengen bei der Erfassung mit dem Refraktometer-Schnelltest beprobt und danach eingelagert. Sollten zu geringe Ölsäure-Gehalte ermittelt werden, so werden die Partien getrennt erfaßt und abgerechnet.