| Anbauempfehlungen für hochölsäurehaltige
(HO-) Sonnenblumen in Deutschland zusammengestellt von Dr. W. Lühs & Prof. Dr. W. Friedt 2.12 Bestandesführung Den Hauptwasserbedarf hat die Sonnenblume zur und nach der Blüte. Tiefgründige Böden mit gutem Wasserspeichervermögen sind somit von Vorteil für den Sonnenblumenanbau. Auf leichten Böden muß demnach zur Blüte und danach eine Bewässerung vorgenommen werden, um Mindererträge zu vermeiden. Grundsätzlich sind alle Maßnahmen von Vorteil, die eine zügige Anfangs- und Jugendentwicklung fördern. Die Bestände dürfen aber auf keinen Fall zu mastig vor der Blüte entwickelt sein, um eine schnellere Abreife sowie einen geringeren Wasserbedarf zu garantieren. Auf guten Böden mit einem guten Nachlieferungsvermögen für Stickstoff ist deshalb die Stickstoffgabe stark zu begrenzen. Die Kornfüllung der Sonnenblume erfolgt hauptsächlich durch die aktive Assimilation der Blätter, die nach der Blüte noch grün sind. Besonders auf trockenen Standorten sollte daher möglichst bewässert werden, um die Alterung der Blätter zu verzögern. 2.13 Hagelschäden Sonnenblumen sind während der gesamten Vegetationsperiode sehr empfindlich gegen Hagel. Schon Jungpflanzen können durch Hagelschlag abknicken. Besonders empfindlich sind Sonnenblumen aber im Stadium der Blüte, da die großflächigen Blätter schon bei mittleren Hagelschlägen zerstört werden können. Ist die Assimilationsfläche zum diesem Zeitpunkt nicht mehr intakt, kann dies starke Ertragseinbußen bis zum Totalausfall zur Folge haben. Während der Abreife kann Hagel den Korb schädigen und sogar durchschlagen bzw. Körner ausschlagen. Ein geschädigter Korb bietet zudem pilzlichen Erregern bessere Infektionsmöglichkeiten. Aus diesen Gründen sollten Sonnenblumen immer gegen Hagelschlag versichert werden. |