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Gesundheit und einen intakte Umwelt sind heute wichtige Faktoren der allgemeinen Lebensqualität. Da der überwiegen- de Teil der Bevölkerung quasi täglich in direktem Kontakt zu Lederprodukten steht, sei es durch Schuhe, Möbel, Auto- sitze oder Uhrarmbänder, ist die Entwicklung ökologischer und gesundheitsverträglicher Lederprodukte von breitem Interesse. Derzeit ist die industrielle Herstellung von Leder noch unstrittig mit negativen Auswirkungen auf Mensch und Natur behaftet. Aus ökologischer Sicht ist in besonderem Maße das weitverbreitete Gerbverfahren auf Chrom(III)-Basis zu hinterfragen. Der bei der Lederherstellung anfallende Klär- schlamm verursacht Entsorgungsprobleme, da die Ablagerung eine spürbare schwermetallhaltige Bodenbelastung zur Folge hat. Ähnliches gilt für die Entsorgung der chromgegerbten Produkte selbst. Allein in Deutschland landen jährlich schätzungsweise 320 Millionen Paar Schuhe auf den Müll. Bei Verbrennungen besteht die Gefahr, dass hochgiftiges Chrom(VI) freigesetzt wird. Zudem wird die Ökobilanz der Lederprodukte durch einen hohen Energieverbrauch beim Transport erheblich belastet. Rohhäute aus Südamerika werden beispielsweise nach Indien oder Pakistan transportiert, wo sie mit Chrom aus Russland oder Südafrika gegerbt werden, bevor sie die Reise nach Europa antreten. Der beträchtliche Einsatz zum Teil bedenklicher chemischer Hilfsstoffe wie schwermetallhaltige Färbemittel oder Kunst- stoffe haben dazu geführt, dass das Naturprodukt Leder seine Natürlichkeit verloren hat; ein Umstand, der auch die Hautverträglichkeit von Leder stark beeinträchtigt. |
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Seit 1992 bemüht sich die
Firma Schomisch GmbH um die Entwicklung umweltverträglicher und ressourcensparender
Verfahren zur Lederherstellung. Das Unternehmen setzt seit nunmehr sieben
Jahren erfolgreich rein pflanzliche Gerbstof- fe ein. Schomischs ecopell-Leder
wird schwermetallfrei hergestellt und ist durch Kompostierung biologisch
abbau- bar. Durch die Entwicklung eines neuen Gerbstoffes, der aus der
Wurzel der Rharbarberpflanze gewonnen wird, ist der Kettwiger Firma nun
ein weiterer wichtiger Schritt auf dem Weg zum echten Öko-Leder
gelungen. Für Geschäftsführer Johann-Peter Schomisch erfüllt der neue
Gerbstoff zwei wesentliche Kriterien. Zum einen ist es ein Nachwachsender
Rohstoff, der nicht zu einer Bestandsgefähr- dung bestehender natürlicher
Ressourcen führt. Zudem ist Rharbarber ein Rohstoff, der in heimischem
Anbau gewonnen werden kann. Damit wird der Energieverbrauch, der beim
Transport exotischer Gerbstoffe anfällt, vermindert.
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Bis dato werden die pflanzlichen Gerbstoffe aus Peru (Fruchtschoten des Tarabaumes) und der Türkei (Fruchtbecher und Eicheln mediteraner Eichenarten) importiert. Die Rharbarberwurzel benötigt eine Vegetationszeit von drei bis vier Jahren, bis die Gewinnung des Gerbstoffes durch Extraktion möglich ist. Im Herbst 1999 wird Rharbarber-Leder als Weltneuheit nun erstmals in größeren Mengen auf den Markt kommen. Rharbarber-Leder zeichnet sich dabei durch eine sehr gute Hautverträglichkeit sowie hervorragende Pro- dukteigenschaften aus. Für die Ausweitung der Produktion sind die weiteren Schrit- te in die Wege geleitet. In den neuen Bundesländern sind die Strukturen für einen großflächigen Rharbarberanbau be- reits geschaffen worden. Positiver Nebeneffekt dabei: Durch den Rharbarberanbau ist eine Möglichkeit entstanden, ökologisch belastete Flächen landwirtschaftlich sinnvoll zu nutzen. Und noch etwas ist der Firma Schomisch mit Einführung der Rharbarbergerbung gelungen: Das Unternehmen ist nun in der Lage ein Industrieprodukt anzubieten, das zu 100 % in Deutschland hergestellt wird, denn auch die Häute die Schomisch verwendet, stammen von deutschen Rindern. Das hat selbstverständlich seinen Preis ist allerdings preisgerecht; 1 Paar Schuhe aus Rhabarberleder kosten nicht mehr als ein Paar sogenannter Markenschuhe und die kommen nicht aus deutscher Produktion !! Leder erlebt ein blaues Wunder In Zusammenarbeit mit der LIVOS-Pflanzenchemie hat die Schomisch GmbH eine Alternative zu den gängigen synthetischen Farbstoffen (wieder-) entdeckt: Lederfarben aus pflanzlichen Substanzen (z.B. Indigo, Krappwurzeln, Walnußschalen, etc.). Vor dem Hintergrund, daß selbst die konsequentesten VertreterInnen der umweltverträglichen Lederproduktion bisher auf dem Feld der Lederfarben Kompromisse hinnehmen mußten, stellt dies einen entscheidenden Fortschritt auf dem Feld der umweltgerechten Lederherstellung dar. Das Färbeverfahren erinnert an die Geheimnisse der Alchemie. Zunächst werden die noch farblosen Farbstoffe per Hand mit Bürsten auf die Lederoberfläche aufgetragen. In einem zweiten Arbeitsgang wird ebenfalls per Hand ein Beizmittel aufgebracht. Erst durch das Hinzufügen dieser zweiten Komponente (Weinstein, Zitronensäure oder Alaun), entwickelt sich der gewünschte Farbton. Zur BioFach-Messe 98 stellte die Schomisch GmbH pflanzengefärbte Leder in drei Farbtönen vor (schwarz, mitternachts-blau, dunkelblau). Weitere Farbtöne sind in der Entwicklung. Bei der Bürstfärbung werden valonea-gegerbte ecopell- Leder in einer Stärke von mehr als 2 mm verwendet. Infolge des speziellen Verfahrens ist die Narbenseite der Leder farbig, die Fleisch- oder Velourseite bleibt ungefärbt. Das Leder eignet sich dadurch besonders gut für die Verarbeitung in ungefütterten Schuhen oder Sandalen. Narbenseitig dringen die Farbstoffe einige Zehntel Millimeter in das Leder ein. Leichte Beschädigungen der Lederoberfläche (kleine Kratzer, Abschürfungen etc.) bleiben unauffällig, denn der ursprüngliche Naturton des Leders wird nicht sichtbar. Die verwendeten Farbstoffe und Beizmittel sind - biologisch abbaubar - schwermetallfrei und - auch für Allergiker in der Regel gut verträglich. Für alle Farbtöne wird eine Lichtechtheit von mindestens 3 garantiert, der Farbton 'Schwarz' weist eine Lichtechtheit von 5 auf. Alle Farben sind wasserfest und wetterbeständig. |
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Johann-Peter Schomisch über sein Produkt
Am 24.10.99 strahlte der
Fernsehsender PRO7 einen Bericht in der Sendung Welt der Wunder über die Unternehmungen
der Firma Schomisch in Bezug auf Rhabarberleder aus.
Auch der WDR ließ in der Aktuellen Stunde sich dieses Thema nicht entgehen:
Im September 99 wurde ein Bericht über das gleiche Thema gesendet.
Der Sender Pro7 hat dieses Produkt als Wunder der Woche ausgezeichnet !
Und das hat seine Gründe:
Damit man den fühlbaren und riechbaren Unterschied zu anderem Leder erleben
kann, sind viele Jahre lang fleißig geforscht worden. Biologen, Chemiker, Gerber
und Landwirte haben Hand in Hand gearbeitet, damit dieses Leder für edle und
bezahlbare Erzeugnisse verwendet werden kann.
Die Untersuchungen hatten gezeigt, das die Inhaltsstoffe der Rhabarberwurzel
auch zum Gerben und Färben von Leder gut geeignet sind.
Rhabarber (RHEUM) gehört zur Familie der Knöterichgewächse (Polygonaceea).
Die natürlichen Hauptverbreitungsgebiete der ca. 20 Arten umfassenden Gattung
Rheum, sind die chinesischen und zentralasiatischen Gebirge. Von dort aus wurde
dasgesamte Asien bis Südrussland besiedelt.
Die Nutzung von Rhabarber erfolgte früher ausschließlich für Heilzwecke (seit
4000 Jahren als abführendes Mittel eingesetzt) , wobei die oberirdische Blatt-und
Stielmasse keinerlei Beachtung fand. Die Verwendung der fleischigen Blattstiele
für Kompott kam erst um 1750 in England auf.
Mittlerweile ist auch die Autoindustrie auf Rhabarberleder aufmerksam geworden.
Erprobungen finden derzeit statt.
Noch ein wichtiger Fakt, wir könnten zukünftig den schwermetallhaltigen Gerbstoff
Chrom III weltweit komplett gegen Rhabarbergerbstoff ersetzen !!
Wenn das keine guten Aussichten sind.
Zusätzliche Informationen bietet Ihnen unsere Webseite : www.ecopell.de
Bei Rückfragen steht Ihnen Johann-Peter Schomisch gerne zur Verfügung
Tel.+49 (0)83 75 92 19-0 Fax: -21
Schomisch GmbH * Heinrich-Nikolaus-Strasse 31 * D-87480 Weitnau/Seltmans