Maisanbau


Qualitätsanforderungen

Sortenwahl und LSV

Saat

Pflanzenschutz

Düngung

online Anbauhinweise des Deutschen Maiskomitees


Kriterien zur Sortenwahl

Mehr als bei anderen Kulturarten muß bei Mais auf eine an die natürlichen Klima- und Standortgegebenheiten sowie eine an den Verwertungszweck angepaßte Sortenwahl geachtet werden. Nur so kann das genetische Leistungspotential einer Sorte vollständig genutzt und eine sichere Ausreife sichergestellt werden.

Für die von der Industrie geforderten Qualitätskriterien ist bei der Sortenwahl besonders auf gute Abreife und geringen Bruchkornanteil zu achten. Für die Stärkeproduktion sind daher fruhreife bis mittelfrühe Sorten mit großen Körnern und guter Druschfähigkeit zu bevorzugen. siehe Qualitätskriterien

Für die Stärkegewinnung sind vor allem Zahnmaistypen geeignet. Das Endosperm ist bei diesen Typen weniger verhornt. Die großen Stärkekörner im mehligen Endosperm sind leichter zu gewinnen als die kleineren Körner, die im verhornten Endosperm in eine relativ dichte Proteinmatrix eingebettet sind. Letzteres ist vor allem bei Hartmaistypen zu finden.

Reifezahl
Maßzahl für das Abreifeverhalten einer Maissorte

Seit Sommer 1998 ersetzt die Reifezahl die bisherige FAO-Zahl. Die Reifezahl wird, im Gegensatz zur FAO-Zahl, nutzungsspezifisch vergeben. Für Körnermais ist der Trockensubstanzgehalt im Korn entscheidend (für Silomais der TS-Gehalt der Gesamtpflanze). Das Bundessortenamt vergibt die Zahl für Sorten, die in Deutschland neu zugelassen werden, das Deutsche Maiskomitee für EU-Sorten.

Unterscheiden sich zwei Sorten um zehn Einheiten in der Reifezahl, bedeutet dies eine Differenz von einem Prozent im Trockensubstanzgehalt des Kornes. Dies entspricht einer verzögerten oder beschleunigten Abreife von ein bis drei Tagen.

 

Als Grenzwert für die Druschreife von Körnermais gilt eine Kornfeuchte von 35 %. Die Assimilateinlagerung in die Körner schließt zwischen 33 % und 35 % Kornfeuchte ab. Eine möglichst trockene Ernte reduziert den Bruchkornanteil und senkt Trocknungskosten.

Sorten

Zur Auswahl einer geeigneten Maissorte für den landwirtschaftlichen Betrieb stehen dem Landwirt die national zugelassenen Sorten und die in der Europäischen Union zugelassenen Sorten zur Verfügung. Mit Vollendung des Europäischen Binnenmarktes sind diese Sorten nun unmittelbar nach der Zulassung zum Beispiel in Frankreich, auch in der Bundesrepublik Deutschland vertriebsfähig.

Die Landessortenversuche (LSV) geben Auskunft über die regional jeweils geeignetsten Sorten. In Baden-Württemberg koordiniert die Landesanstalt für Pflanzenbau (LAP) die LSV und gibt Sortenempfehlungen heraus. Diese finden Sie für Körnermais auch im

link.gif (970 Byte) Informationsdienst Baden-Württemberg.

Im Empfehlungssortiment des LSV 1998 für Körnermais werden in der frühen Reifegruppe (Reifezahl bis K220) folgende Sorten empfohlen:

Sorte Reifezahl Kornertrag*
relativ
TS-Gehalt im Korn*
relativ
Lager Bemerkung
  dt/ha dt/ha %  
  1997 1998 Ø96-98 1997 1998 Ø96-98 1997 1998 Ø96-98  
  100/Ø* 114,9 103,8 103,5 66,7 67,8 65,7 0,0 0,1 3,8  
Husar K190 98 97 102 104 105 104 0,0 6,3 2,7 niedriger Bruchkornanteil
Symphony K210 107 108 (109) 101 100 100 0,0 12,0
Gewitter
  niedriger Bruchkornanteil, Kopfbrandanfällig
Antares K220 110 103 107 99 98 99 0,0 2,4 1,0 niedriger Bruchkornanteil
Canberra K220 107 106   99 98   0,0 6,6   hoher Bruchkornanteil, Kopfbrandanfällig

* 100/Ø = Durchschnitt der Verrechunungssorten
frühe Verrechunungssorten 1996: Helix, Jericho, Mephisto; 1997: Arsenal, Helix, Jericho; 1998: Arsenal, Helix, Symphony
()= nicht an allen Orten geprüft

Einen umfassenden Überblick über das Leistungspotential von Maissorten bietet alljährlich der Sortenspiegel des link.gif (970 Byte) Deutschen Maiskomitees e.V. Hier gehen die Ergebnisse aus der EU-Sortenprüfung (EUP) für Mais ein.
Online finden Sie im Internetangebot des Deutschen Maiskomitees:
link.gif (970 Byte) Tabelle mit allen zugelassenen Sorten in Deutschland und den in der EU-Sortenprüfung zweijährig geprüften Sorten der Jahre 1992-1998 (alphabetisch geordnet; Stand März 1999)
link.gif (970 Byte) Zusammenstellung der neu zugelassenen Sorten des Bundessortenamtes 1999