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Anbaudiversifizierung
mit Heilpflanzen: ein Unterfangen mit hohen Anforderungen
Im Rahmen eines Pilotprojektes
zum Anbau von Heilpflanzen versuchen Landwirte in der Gemeinde Saint-Pompain
(département Deux-Sèvres, Region Poitou-Charentes, Frankreich) ihre Situation
zu verbessern. Auf Anraten der landwirtschaftlichen Kooperative CAVAC*
hat sich eine Gruppe von Landwirten dazu entschlossen, den Anbau auf der
Gemeindefläche mit Heilpflanzen zu diversifizieren. Sie knüpfen damit
an die schon seit den 70er Jahren bestehenden Nelken-Sonderkulturen (Saatgutproduktion)
an, in denen Erfahrung bezüglich Anbautechniken und Einsatz von Herbiziden
gesammelt werden konnte. Versuchsweise werden jetzt u.a. Borretsch, Kamille,
Johanniskraut und Distel angebaut.
Der Anbau der Heilpflanzen
ist mit hohem Arbeitsaufwand und hohen Risiken verbunden, da über Anbautechniken
und -erfolge noch wenig Erfahrung besteht und die Marktlage wenig vorhersagbar
ist. Die Landwirte werden daher von der landwirtschaftlichen Kooperative
unterstützt:
- um den Anbau der
Heilpflanzen längerfristig zu optimieren, hat das Pilot-Komitee Versuchsstudien
zu Anbaumethoden, Herbizideinsatz usw. einschließlich konsequenter Begleitstudien
zur Physiologie der Kulturen angelegt. Mechanische Unkrautbeseitigung
und Anzucht der Heilpflanzen in Vorkulturen erfordern derzeit einen
beträchtlichen Arbeits- und Kostenaufwand. Desweiteren müssen Maschinen
und Geräte an die speziellen Anforderungen von Heilpflanzen angepaßt
werden. Patrick Sauvaget z.B. mußte für den seit letztem Jahr eingeführten
Mohnanbau eine Hackmaschine umwandeln sowie eine Tabaktrocknungsanlage
speziell für die Trocknung von Mohnblüten umbauen.
- der Absatz der
Heilpflanzenkulturen wird über Vertragsanbau gewährleistet. Die landwirtschaftliche
Kooperative CAVAC handelt dabei die Verträge mit der Pharmaindustrie
und dem Gesundheitswesen aus. Auch in den konventionellen Kulturen sichert
sich Patrick Sauvaget durch Vertragsanbau ab (Weizen für Saatgutproduktion,
Sonnenblumen zur Ölproduktion, Raps zur Nahrungsmittelproduktion bzw.
als Energieträger). Vor allem setzen die Landwirte, die ihre kleinen
Anbauflächen durch Diversifizierung aufzuwerten versuchen, auf Qualität.
Längerfristige Erfolge können bei diesen Sonderkulturen nur durch fortlaufende
Beobachtung und Auswertung der Versuchsergebnisse, Optimierung des Anbaus,
sowie durch Überzeugung der Abnehmer erzielt werden.
Quelle: France agricole,
28. Juli 2000
*CAVAC (COOP) = coopérative
agricole, collecte, transformation et vente de productions agricoles,
Vendée
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