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NAME
UND BOTANIK
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DILL
Anethum
graveolens L. var. hortorum Alef.
- Apiaceae
= Umbelliferae (Doldenblütler) -
Einjähriges Kraut
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Foto: Gernot
Katzers Gewürzseiten |
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BIOLOGIE
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| Vorkommen:
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Aufkommen
aus Kultur |
| Wuchshöhe:
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über
1 m |
| Blütezeit:
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ANBAU
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| Standortansprüche: |
Insgesamt anspruchslos,
problemlos kultivierbar:
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Anforderungen,
günstig: |
Einschränkungen,
ungünstig: |
| Böden |
günstig
sind mittelschwere, feuchte, warme Böden mit hohem Humusgehalt |
keine
stauende Nässe (Blattverfärbungen, Kümmerwuchs) |
| Temperatur |
mittlere
Ansprüche |
frostgefährdet |
| Feuchtigkeit |
Körnerdill
trockene Lagen
Blattdill
auch feuchte Lagen
Bei
Produktion von Dillspitzen Beregungsfähigkeit des Ackers
erforderlich
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| Anbauhinweise:
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einjähriger
Anbau
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| Sorten:
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Spätblühende
Sorten sind nicht für die Körnernutzung geeignet, ansonsten
sind alle Sorten sowohl als Körner-, als auch als Krautdill verwendbar.
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Blattreicher |
(als
Körnerdill) |
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Herkules
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(als
Spitzen- und Krautdill) |
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Gewöhnlicher |
(als Körnerdill empfohlen) |
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| Fruchtfolge: |
| Selbstunverträglichkeit |
Anbaupausen
zu allen Doldengewächsen von mind. 4 Jahren. Falls Dill auf
Dill folgen soll, müssen Erntereste zumindest gründlich
untergepflügt bzw. eingefräst werden. |
| Vorfrucht: |
Günstig:Hackfrüchte,
Getreide |
| Bei
Blattdill möglichst Hackfrucht mit Stallmistdüngung
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| Nicht
nach Petersilie oder Sellerie (Krankheitsdruck) |
| Nachfrucht: |
Wintergetreidearten
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Zu beachten:
bei Körnernutzung jahrenlange Keimfähigkeit des Ausfallsdills
im Boden, daher u.U. in den Folgekulturen schwierig zu bekämpfen.
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| Saat
/ Pflanzung: |
Anbau als Direktsaat:
| Aussaat |
je
nach Verwendung ab Ende März (bei Dillspitzen bis Juni möglich) |
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Das Saatbeet sollte feinkrümelig und locker sein |
| Druckrollen
nach dem Säschar sorgen für guten Bodenschluss (besseren
Aufgang) |
| TKG |
0,9
- 2,1 g |
| Aussaatmenge |
Kraut- und Spitzendill
Körnerdill
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15-25
kg/ha
6-10 kg/ha |
| Reihenabstand |
Krautdill
Körnerdill |
25
cm
45 / 62,5 cm |
| Aussaattiefe |
1-2
cm |
| Aufgang |
10
- 17 Tage nach Anbau |
Anmerkungen:
Erhöhung der oft niedrigen Keimfähigkeit durch Waschen des
Saatgutes mit kaltem Wasser
Früchte behalten 2-3 Jahre ihre Keimfähigkeit
wichtig: bei Dillspitzenproduktion Beregnung und Stickstoffgabe
nach jedem Schnitt
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| Pflege: |
| Pflanzenschutz: |
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Anwendung
chemischer Mittel entsprechend dem Zulassungsstand |
| regelmäßige
Bestandeskontrolle |
| Dill
ist anfällig gegen Verunkrautung |
| Krankheiten,
Schädlinge: |
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Auftreten
von Umfallkrankheiten, Welken der Pflanzen durch Bakterien und
Pilze in feuchten Jahren und auf schweren Böden möglich
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| Saugschäden
durch Blattläuse und Blattwanzen, die Zusammenbrechen des
Bestandes verursachen |
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| Düngung: |
Bei Körnernutzung
ist eine phophorbetonte, bei Blattnutzung eine stickstoffbetonte Düngung
empfehlenswert:
| Richtwerte
zum Nährstoffentzug bei 100 dt Frischmasse Kraut- und Spitzendill: |
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60+40
kg/ha N |
bei
N-Düngung, insbesondere zur Spitzen- und Krautgewinnung,
mehrere Gaben |
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60 kg P2O5 |
bei
Blattnutzung kann die Phosphordüngung niedriger ausfallen |
| 100
kg K2O |
| 3
kg MgO |
| 28
kg CaO |
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P,
K und Mg bereits vor Aussaat verabreichen |
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| Ernte,
Aufbereitung, Erträge: |
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Spitzendill |
Kraut-
bzw. Blattdill |
Körnerdill |
| Verwendung |
Frisch
und Tiefkühlindustrie |
Konservenindustrie |
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| Haupternteprodukt
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Dillspitzen |
Dillkraut |
Früchte |
| Erntezeitpunkt
(je nach Verwendungszweck und Aussaatzeitpunkt verschieden): |
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Früh:
bereits 6-8 Wochen nach Aussaat, satzweise Ernte bis Oktober
möglich. (Blühansatz ist qualitätsmindernd) |
Spät:
erst im Knospenstadium bei Blühbeginn (meist Juli), wegen
dann höheren Gehaltes an ätherischem Öl |
zur
Vollreife (Ende Aug./ Anfang Sept.), bei beginnender Braunfärbung
der Körner. |
| Erntemethode |
Händisch
über dem Boden schneiden, sofort bündeln (sehr arbeitsintensiv) |
Mit
Mählader |
Mähdrusch
in Morgenstunden, da sonst Ausfallgefahr |
| Maschinell
(für Tiefkühlindustrie) |
| Schnittlänge
des Erntegutes |
Händisch:
30 cm |
für
Gemüsetrockenindustrie ca. 30-35 cm lang, für Gewürzgurken:
40-60 cm |
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| Maschinell:
5-7 cm über Boden schneiden (um Verunreinigungen zu vermeiden |
| Aufbereitung |
Schnell
vermarkten, da schnell welkend |
Waschen,
Schneiden |
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Trocknung |
Bei
40-90°C, nach Anforderung des Abnehmers |
Bei
<45°C (sonst braun) oder Einfrieren |
Trocknen
der Körner bei ca. 45°C bis rascheltrocken |
| Erträge |
70-100
dt/ha frisch (ohne Stengel); 11-18 dt/ha trockene Ware |
Frisches
Kraut: 250-350 dt/ha bei Blühbeginn(400-500 dt/ha bei Vollblüte),
20-30 dt/ha trocken |
8-12
dt/ha |
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| NUTZUNG
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| Anwendung: |
Gewürz,
Hausmittel |
| Wirkung: |
magenanregend,
unterstützt Verdauungsprozeß |
| Hauptinhaltsstoffe: |
ätherisches
Öl (Carvon, Limonen) |
Quelle:
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Chrestensen
Samen- und Pflanzenzucht |