Leiter: Prof.
Dr. E. Isensee
Wiss. Mitarbeiter: Dipl.-Ing. Dirk
K. Stübig
gefördert durch DBU als Kooperation mit mittelständischen Unternehmen
Die von Natur aus anfallende Biomasse sinnvoll zu
verwerten, ist aus ökologischen Gründen anzustreben.
Diese Maßnahme ordnungsgemäß und kostengünstig durchzuführen, ist für
die Umwelt und die Verwertung
gleichermaßen bedeutsam.
Daher werden bei diesem Projekt neuartige, leistungsfähige
Verfahren für die gesamte Verfahrenskette entwickelt:
Bergen und Abfuhr, Lagern und Aufbereiten, Anliefern und Verwerten.
Hiermit wird die Verbindung hergestellt zwischen dem Anfall
der Biomasse im Wald, Gebüsch oder Knick mit
dem Nutzer im Heizwerk. Dieses gilt für die Disposition und
Kapazitäten, für Preis, Kosten und Qualität.
Im Sinne des Vorhabenszieles sind für die Bergung,
Aufbereitung und Bereitstellung von Schwachholz
Baugruppen auszuwählen und zu dem jeweiligen Verfahrenszweck zusammenzustellen.
Für die einzelnen Komponenten wurde ein Anforderungsprofil
vorbereitet, wonach sie beschafft und umgebaut worden sind. Im Mittelpunkt standen
Hacker, die Belüftungs- und Transporttechnik.
Die Auswahl unter den auf dem Markt angebotenen Fabrikaten
orientierte sich an den in der Matrix (Tabelle 1) aufgeführten Aspekten.
Tabelle 1: Vergleich der angebotenen Häckslerfabrikate
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New Holland
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Deutz-Fahr
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John Deere
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| Lasten: | |||
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max. Achslast vorn
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max. Nutzlast vorn
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| Rotor-: | |||
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-durchmesser
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-breite
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-antrieb
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-drehzahl
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| Gebläse-: | |||
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-typ
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| Antriebe: | |||
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f. unteres Förderband
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für Kammwalze
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Motorleistung
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| Hydraulik: | |||
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Tank
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Ölförderung
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Druck
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Die Entscheidung zu Gunsten des GIGANT 400 der
Firma Deutz-Fahr (Abbildung 1) fiel auf Grund der hohen
Motorleistung, des günstigen Antriebsstranges, der Wurfeigenschaften
der Trommel sowie des Preises und
der regionalen Präsenz des Kundendienstes.
Die Realisierung des Um- und Anbaus bei der Firma
Jensen, Maasbüll, umfaßte zwei Bereiche: die Fertigung
der eigenen Hacker- und Aufnahmetechnik und den Zusammenbau
mit der gegebenen Antriebsmaschine.
Der weitere Schwerpunkt lag in der Abstimmung der einzelnen Antriebe (samt Hydraulikaggregaten und Elektronik) von der ursprünglichen Feldhäcksler- auf die künftige Hackerfunktion. Dabei sollte ein Umbau zwischen beiden Funktionen im Sinne der Kostendegression gewährleistet sein.
Alle beschriebenen Maßnahmen stehen unter den gesetzlichen
Vorgaben, um mit dem Prototyp
eine verallgemeinerungsfähige Lösung zu bieten.
Abbildung 1: Feldhäcksler GIGANT 400 der Firma
Deutz-Fahr
Dieser Bereich gliedert sich in zwei Teile:
1. Pick-up mit Kran und 2. verkürzte pick-up mit
Vorkomprimierung
Bei dieser Lösung soll die Aufnahme des im Schwad liegenden
Schwach- und Derbholzes kontinuierlich mittels
einer aggressiven pick-up erfolgen (Abbildung 2). Zur Unterstützung
bei querliegenden, stärkeren Stämmen hilft der Kran, der am Feldhäcksler appliziert
worden ist.
Die pick-up ist auf 3 Meter ausgelegt, entsprechend
des weit auseinander liegenden Knickholzes.
Andere Lösungen weisen eine schmale Aufnahme für Stammholz
auf.
Aus dieser Breite wird das Material zur Hackertrommel
geführt. Diese ist 800 mm breit und füllt das
vom Feldhäcksler vorgegebene Innenmaß maximal aus.
Der Zuführboden setzt sich aus mehreren mit Stegen besetzten Walzen zusammen.
Die Drehzahl bzw. Umfangsgeschwindigkeit ist dank der hydraulischen Antriebe auf die Bedingungen einzustellen, um eine kontinuierliche Aufnahme und stete Vorfahrt zu gewährleisten.
Der Kran ist seitlich aufgebaut, beeinträchtigt also nicht das Sichtfeld des Fahrers, der ihn nur bei Bedarf und möglichen Störungen einsetzt.
Abbildung 2: Variante I des Hackers mit pick-up
und Kran
Als Alternative zu der ausladenden pick-up-Technik
wurde ein Greifer zur Kompression des Schwads entwickelt, mit dem es ebenfalls
möglich sein soll, kontinuierlich ein 3 Meter breites Schwad (auf 800 mm verdichtet)
dem Hacker zuzuführen (Abbildung 3).
Abbildung 3: Variante II mit verkürzter pick-up
und Vorkomprimierung
Hierbei sollen insbesondere Weg und Geschwindigkeit
der einzelnen Teilvorgänge aufeinander abgestimmt werden. Das geschieht unter
den realen Verhältnissen ungeordnet liegenden Materials (Abbildung 4). Daraufhin
werden die Steuer- und Regelvorgänge in einem System zusammengefaßt, so daß
der Bediener des Hackers später hierfür keine Aufmerksamkeit mehr erübrigen
muß.
Abbildung 4: Erste Versuche mit Schlepper am Schwad
Für das Fahrzeug, mit dem die Abfuhr der mit Holzhackschnitzel
beladenen Container vom "Einsatzort" Knick
zur Straße erfolgen soll, wurden Reifen angeschafft (Abbildung 5),
die den Forderungen an eine bodenschonendere Belastung von Acker und Grünland
nachkommen. Dieses Fahrzeug, ausgestattet mit einem Aufnahmehaken, bildet die
Basis, um mehrere Absetzcontainer bedienen zu können.
Abbildung 5: Vergleich der alten und neuen Reifen
Anstelle der handelsüblichen Ausstattung mit Reifen
der Größe 385/65R22.5 wurden folgende Reifen eingesetzt: 600/65-22.5.
Die Vorteile dieser Auswahl konnte in entsprechenden Bodendruckversuchen
nachgewiesen werden,
die mit Hilfe bekannter und am Institut entwickelter Verfahren
durchgeführt wurden.
Als Alternative zur Kipper-Entleerung wird ein Container mit
einem Transportboden ausgestattet (Abbildung 6).
Dieser ist so beschaffen, daß neben der horizontalen Entlademöglichkeit
auch die Belüftung des Transportgutes möglich ist.
Dieser Container wird auch dem folgenden Kapitel zugeordnet.
Abbildung 6: Container mit Transportboden und
Belüftungsmöglichkeit
Hierfür werden Versuche in drei verschiedenen Versuchsständen
vorbereitet, wobei zwei in handelsüblichen Hakenabroll-Containern (Abbildung
7) integriert wurden. Die erste Vorrichtung ist bereits im vorherigen Kapitel
erläutert worden (Abbildung 6).
Abbildung 7: Container zur Konditionierung und zum Transport
Die zweite Vorrichtung besteht aus einem Container, der mit Belüftungsrohren ausgestattet worden ist, wie sie in der Getreidetrocknung üblich sind (Abbildung 8). Zur Zeit laufen auch erste Versuche mit Getreide, um erste Erfahrungen mit der Luftführung und verteilung in dem eher homogenen Material zu erhalten.
Abbildung 8: Einbau von Lüftungsrohren in den Container
Drittens wurde ein Versuchsstand aufgebaut, mit
dem der Einfluß der Selbsterwärmung und das Verhalten der Holzhackschnitzel
während des Trocknungsvorganges untersucht wird. Weiterhin ist diese Anordnung
mit einer Regelung ausgestattet, die es ermöglicht, automatisch das Temperaturniveau
zu halten, um die Eigenwärme des Systems zur Trocknung auszunutzen und den mikrobiellen
Abbau der Biomasse zu verringern. Diese Versuche finden in kleinerem Maßstab
mit 8 m³ statt.
aktualisiert: C. Lubkowitz, 06.09.1999