In unseren Versuchen wurde der starke Einfluss der N-Düngung auf den Hanf bestätigt. Die Stickstoffdüngung wirkte sich positiv auf die Pflanzenhöhe und den Stengeldurchmesser aus. Sie beeinflusste dagegen die Bestandesdichte und die Anfälligkeit für Lagerung (Tab. 3). Der Stengelertrag wurde durch zunehmende N-Gaben erhöht (Abb. 3). In den Versuchen in Baden-Württemberg mit den Sorten Fédora 19 und Kompolti nahm mit zunehmender N-Düngung der Stengelertrag ebenfalls zu (Daten nicht gezeigt). Die Ertragsleistung des gedüngten Stickstoffs schwankte zwischen 74 bis 184 kg Stengel/kg N. Sowohl bei der Saatmenge von 10 als auch von 60 kg/ha wurde ab 85 kg N/ha eine Abnahme der Ertragssteigerung beobachtet. Der für die Fasergewinnung wichtige Bastertrag konnte mit zunehmenden N-Gaben von 16 auf 37 dt TS/ha gesteigert werden (Daten nicht gezeigt). Der Körnerertrag war ebenfalls von der N-Düngung abhängig, aber etwas weniger stark als der Stengelertrag (Abb. 3). In anderen schweizerischen Versuchen konnte mit steigenden N-Gaben den Körnerertrag ebenfalls erhöht werden (Spahr 1996 pers. Mitteilung, Christen 1996). Die Wirkung des Stickstoffes auf die Bestandesdichte konnte in unseren Versuchen nicht überzeugend nachgewiesen werden. Aus den vorliegenden Daten über den Nmin-Gehalt des Bodens (Tab. 1) kann entnommen werden, dass nach der Ernte nur wenig mineralischer Stickstoff im Boden vorlag.

Der Einfluss des N-Angebotes auf Bestandesdichte, Pflanzenhöhe, Stengeldurchmesser, Ertrag und Blütezeit wurde in letzter Zeit mehrfach beschrieben (Esendal und Ozdemir 1993, Höppner und Menge-Hartmann 1994, Anonymus 1996, Di Candilo et al. 1996). Das Stickstoffangebot wirkt sich auf die interspezifische Konkurrenz stark aus, indem die interne Variabilität zwischen den Pflanzen eines Bestandes vergrössert wird (van der Werf et al. 1995a, van der Werf und van den Berg 1995).

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