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Die FAL kurz vorgestellt
Dieser Text ist als farbiger Faltprospekt erhältlich.
UNSERE AUFGABEN
Die Eidgenössische Forschungsanstalt für
Agrarökologie und Landbau (FAL) entwickelt umweltschonende
Produktionstechniken und Anbausysteme, die den Boden fruchtbar
erhalten, Wasser und Luft wenig belasten, sowie eine grosse
Artenvielfalt und eine abwechlungsreiche Kulturlandschaft ermöglichen.
Wir unterstützen mit unserer Forschung die Landwirtschaft, damit
Nahrungsmittel naturnah und preiswert erzeugt werden. Die
Konsumentinnen und Konsumenten sollen qualitativ hochwertige und
gesunde Produkte kaufen können.
Am Hauptsitz in Zürich-Reckenholz
betreiben wir hauptsächlich agrarökologische Forschung im
Acker- und Wiesenbau: zum Beispiel pflanzengerechte und
umweltschonende Düngung, Verfahren zur standortangepassten
Bodennutzung, Züchten und Auslese von resistenten und qualitativ
hochwertigen Sorten, sanfte Methoden der Krankheits-, Schädlings-
und Unkrautbekämpfung, schonendes Bewirtschaften von Wiesen und
Weiden, Schaffen und Erhalten vielfältiger Lebensräume.
In verschiedenen Bereichen arbeiten wir mit Schwesteranstalten
zusammen.
In Liebefeld-Bern bilden drei Sektionen der FAL das
Institut für Umweltschutz und Landwirtschaft (IUL). Wir
befassen uns mit Früherkennung und Prognose landwirtschaftlicher
Umweltprobleme. Wir beobachten und untersuchen die Beziehungen
zwischen Landwirtschaft und nichtlandwirtschaftlich genutztem Raum:
insbesondere die Auswirkungen der Schadstoffbelastung auf Böden,
Kulturpflanzen, Nahrungsketten und Agrarökosysteme. Wir suchen
nach Wegen, um die Gewässer- und Luftbelastung durch Nähr-
und Schadstoffe zu vermindern.
An der FAL arbeiten über 180 Personen. Ein
Drittel sind Wissenschafterinnen und Wissenschafter; zwei Drittel der
Mitarbeitenden sind im technischen und administrativen Bereich tätig.
BODEN
Der Boden ist ein lebensnotwendiges, nicht
vermehrbares Gut. Wir müssen ihn daher so nutzen, dass er auch für
folgende Generationen fruchtbar bleibt. Zu unserer Aufgabe im Bodenschutz
gehört es, laufend den Zustand des Bodens zu erfassen und dafür
zu sorgen, dass er vor Schadstoffen und physikalischen Beeinträchtigungen
bewahrt wird.
Damit in der Schweiz die Bodenbeurteilung
und -kartierung einheitlich erfolgt, erarbeiten wir
entsprechende Grundlagen und Anleitungen.
Die Fruchtbarkeit landwirtschaftlich
genutzter Böden muss langfristig bewahrt werden. Daher
untersuchen wir, welche Auswirkungen Pflanzenschutzmittel, Dünger,
Schadstoffe, Fruchtfolge, Bodenbearbeitung und das Befahren mit
Pflege- und Erntemaschinen auf den Boden haben. Dabei kommt der
Bodenbiologie entscheidendes Gewicht zu. Die Bodenorganismen setzen
die organischen Substanzen um und sind für den Aufbau und die
Stabilität eines günstigen Bodengefüges verantwortlich.
Der Boden dient den Pflanzen als Wasser- und Nährstoffreservoir.
Bei der Düngung ist neben dem Bedarf der Pflanzen auch
der Nährstoffgehalt des Bodens zu berücksichtigen. Dazu
erarbeiten wir entsprechende Verfahren und Methoden. In der
Wechselbeziehung zwischen Landbewirtschaftung und Umwelt sind
Kenntnisse der Nähr- und Schadstoffkreisläufe sehr wichtig.
WASSER
Kein Leben ohne Wasser - sauber muss es sein und
bleiben. Deshalb räumen wir dem vorsorglichen Gewässerschutz
in der Landwirtschaft hohe Priorität ein. Dazu sind
Kenntnisse über das Verhalten des Wassers auf dem Boden und im
Boden erforderlich sowie über Stoffe im Wasser und deren ökologische
und pflanzenbauliche Bedeutung. Im Vordergrund stehen der Schutz der
Oberflächengewässer vor übermässigem
Phosphoreintrag sowie der Schutz des Grundwassers vor
Nitratanreicherung. Daneben sind auch Pflanzenschutzmittel,
Schwermetalle und organische Schadstoffe zu beachten.
Pflanzen entnehmen das zum Wachstum erforderliche
Wasser dem Boden. Da die Niederschläge unregelmässig fallen,
brauchen wir gute Kenntnisse über den Wasserhaushalt der
Böden und den täglichen Wasserbedarf der Kulturen.
Mit dem Bodenwasser nehmen die Pflanzen die Nährstoffe auf.
Es ist das alleinige Speichermedium für gedüngtes
oder mikrobiologisch aus der organischen Substanz des Bodens
gebildetes Nitrat. Nitrat wird von den Bodenpartikeln nicht
festgehalten. Wenn der Boden nach Niederschlägen mit Wasser gesättigt
ist, kommt es zur Bildung von Sickerwasser und damit zur
Gefahr der Verlagerung von Nitrat oder andern Stoffen aus dem
Wurzelraum ins Grundwasser. Mit entsprechenden Versuchsanlagen
erhalten wir detaillierte Informationen über das Risiko von
Stoffauswaschungen.
LUFT
Menschen, Tiere und Pflanzen brauchen saubere Luft.
Schadstoffe und Treibhausgase beeinträchtigen die Luftqualität
jedoch laufend. Mit unserer Forschung wollen wir vorausschauend
Massnahmen zum Schutz unserer Luft vorschlagen und in die Praxis
umsetzen.
Im Mittelpunkt der Lufthygiene- und
Klimaforschung stehen folgende Fragen:
- Wie gross ist die Belastung der Landwirtschaft
durch Luftschadstoffe? Welche Gebiete der Schweiz sind besonders
betroffen?
- Wo liegen die Belastungsgrenzen für Kulturen
und Böden? Wo und wann ist die Empfindlichkeit am grössten?
- Welchen Beitrag liefert die Landwirtschaft selbst
an Luftverschmutzung und Treibhauseffekt? Welche Massnahmen kann sie
dagegen ergreifen?
- Welche Folgen hat der verstärkte
Treibhauseffekt für die Landwirtschaft? Wie kann sie sich
anpassen?
Hauptsächlich untersucht werden die
Luftschadstoffe Ozon, Ammoniak und Stickoxide sowie die Treibhausgase
Kohlendioxid, Methan und Lachgas. Wir messen die Luftschadstoffe und
erfassen ihre Auswirkungen auf die Pflanzen. Modellrechnungen erlauben
uns einen Einblick in die künftige Entwicklung der Luftprobleme
und deren mögliche Folgen.
Wo die Landwirtschaft die Luft verschmutzt, werden
Empfehlungen für eine Senkung der Belastung ausgearbeitet.
LANDSCHAFT
Eine vielfältige Landschaft ist wesentlicher
Bestandteil einer intakten Umwelt. Es liegt deshalb im Interesse der
gesamten Bevölkerung, dass die Landwirtschaft die Landschaft so
nutzt, kultiviert und pflegt, dass sie ihre vielfältigen
Funktionen erfüllen kann.
Einige Beispiele zeigen, mit welchen Problemen wir
uns in der landschaftsökologischen Forschung beschäftigen:
- Welche Landbauformen und Bewirtschaftungsintensitäten
ermöglichen eine biologisch reichhaltige Kulturlandschaft?
- Wie können wir die Artenvielfalt erhalten
und fördern?
- Wie und wo müssen die landwirtschaftlich
nicht oder extensiv genutzten Flächen, die sogenannten ökologischen
Ausgleichsflächen, angelegt und gepflegt werden?
- Welche Wechselbeziehungen bestehen zwischen
unterschiedlich genutzten Flächen und andern
Landschaftselementen?
- Wie messen wir den Nutzen der ökologischen
Massnahmen in der Landwirtschaft?
Die Landwirtschaft hat schon immer entscheidend zur
Veränderung und Entwicklung der Landschaft beigetragen. Mehr als
je zuvor tragen Landwirtinnen und Landwirte heute Verantwortung, dass
unsere Landschaft den verschiedensten Ansprüchen der Mitmenschen,
Tiere und Pflanzen genügen kann.
PFLANZEN
Boden, Wasser und Luft beeinflussen das Wachstum der
Pflanzen, welche unsere Kulturlandschaft prägen. Kulturpflanzen
dienen als Nahrungs- und Futtermittel oder auch zur Gewinnung von
Industrie- und Energierohstoffen. Wir suchen nach umweltschonenden
Anbauverfahren und fördern die Integrierte Produktion und
den Biolandbau.
Brotgetreide sowie Klee und Gräser züchten
wir selber, wegen der hohen Ansprüche an die Qualität
der Produkte, dem Wunsch nach einem Anbau mit möglichst wenig
Hilfsstoffen sowie speziellen Klimabedingungen. Wir suchen nach
verbesserter Krankheitsresistenz, unterstützt durch biotechnische
Verfahren, und Dauerhaftigkeit. Wichtig sind auch Eigenschaften, die
das Verarbeiten zu gesunden, schmackhaften Nahrungsmitteln begünstigen
und die Futterqualität steigern.
Wir studieren Krankheiten und Schädlinge,
um zuverlässige Prognosen über ihre Entwicklung und
Verbreitung in den Kulturen zu erhalten. Wir wollen den Einsatz
chemischer Hilfsmittel verringern und die natürliche Bekämpfung
fördern.
Das Wiesland ist die Futterbasis für die
Produktion von Milch und Rindfleisch. Wir erarbeiten Grundlagen für
einen standortgemässen und wirtschaftlichen Futterbau. Er
soll den Ansprüchen der Nutztiere gerecht werden und zur
Erhaltung einer vielfältigen Landschaft beitragen.
VOLLZUG Rund ein Viertel
unserer Tätigkeit sind gesetzlich festgeschriebene
Vollzugsaufgaben:
- Wir prüfen hauptsächlich neue Sorten
von Getreide, Mais, Kartoffeln, Klee und Gräser sowie Raps auf
ihre Eignung für den Anbau in der Schweiz; insbesondere müssen
ihre Qualitäts- und Resistenzeigenschaften gut sein.
- Wir kontrollieren die Qualität des Saat- und
Pflanzgutes.
- Wir prüfen Pflanzenbehandlungsmittel, um das
Risiko für Mensch, Tier und Umwelt gering zu halten.
- Wir beurteilen Dünger und prüfen Hof-,
Abfall- und Mineraldünger auf ihren Nähr- und
Schadstoffgehalt.
- Wir überwachen den Boden mittels eines
nationalen Beobachtungsnetzes.
- Wir verschaffen dem Gewässerschutz in der
Landwirtschaft Nachachtung.
INFORMATION
Informationsvermittlung ist entscheidend, damit
Forschungsergebnisse in die Praxis einfliessen. Wir informieren daher
in geeigneter Form die landwirtschaftliche Beratung, Landwirte und
Landwirtinnen sowie die breite Bevölkerung und beraten die Behörden.
Wir vermitteln unsere Erkenntnisse durch Fachartikel, Vorträge an
in- und ausländischen Tagungen und Kursen, Pressemitteilungen
oder über Radio- und Fernsehen. Viele Auskünfte erteilen wir
telefonisch oder schriftlich.
Übers ganze Jahr verteilt empfangen wir
Besuchergruppen. Jeden Sommer veranstalten wir öffentliche
Besuchstage zu aktuellen Themen. Periodisch führen wir Tage der
offenen Türe durch, an denen wir die breite Bevölkerung über
unsere Forschung orientieren und sie für landwirtschaftliche
Fragen und Themen sensibilisieren.
Wir freuen uns auf Ihren Besuch. |