- A -

AAC: Europäischer Verband der Getreidestärke-Industrie

ADNR - Arbeitsgemeinschaft für Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen e.V.,Tulpenweg 37, D-53229 Bonn, Tel: 0228/948-25-39. Verbandsporträt hier.

Aerob: Unter Zutritt von Sauerstoff. Der aerobe Abbau von organischer Substanz durch Mikroorganismen (Pilze und Bakterien) liefert als Hauptprodukt Kohlendioxid (CO2).

AGA: Arznei-, Gewürz- und Aromapflanzen

Alaun: weißes, kristallines Pulver, das in der Pflanzenfärberei oder Ledergerberei als Beizmittel eingesetzt wird.

Alkaloide: Stickstoffverbindungen aus einem oder mehreren heterocyclischen Ringen; bilden Salze mit organischen Säuren; kommen in allen Pflanzenteilen vor; häufig starke Wirkung auf den menschlichen oder tierischen Organismus; Beispiele: Cocain, Morphin, Nicotin, Coffein
Verwendung: häufig Schmerzmittel, Gifte, Rauschmittel

Alkanna: Färbepflanze aus Südeuropa, auch Ochsenzunge genannt. Sie gibt rötlich braune Farbtöne, je nach Aufbereitung.

Altholz: Holzbauteile, -produkte und -materialien aus Gebäudeabbrüchen, Umbauten, Renovationen (z. B. Balken, Böden, Decken, Treppen, Fenster, Türen, Tische, Schränke, Stühle, Kisten, Paletten, Schalungen und Gerüste). Altholz kann naturbelassen, behandelt (z. B. Eisenbahnschwellen, Telefonmasten) und beschichtet (z. B. Furniere, Melaminbeschichtungen) sein. Je nach Behandlung und Beschichtung kann Altholz in unterschiedliche Klassen unterteilt werden, die nur in bestimmten Feuerungsanlagen verbrannt werden dürfen.

Ammoniak (NH3): Farbloses, stechend riechendes, giftiges und reizendes Gas. Entsteht beim biologischen Abbau stickstoffhaltiger Stoffe. Geringer anthropogener Anteil an Ammoniak-Emissionen, v.a. aus der Landwirtschaft.

Amylose, Amylopektin:
Der Anteil dieser beiden Polysaccharide variiert in unterschiedlichen Stärkearten. Amylose ist kettenförmig (α-1,4,glycosidische Bindung) aus durchschnittlich 250 bis 1.000 Glucoseeinheiten (GE) aufgebaut. Sehr stark schwankend ist der Polymerisationsgrad von Amylopektin (α1,4- und -1,6-glycosidische Bindung): durchschnittlich 1000 bis zu 100.000 GE. Amylose besitzt eine helixartige Struktur (eine Wendel besteht aus 6 GE) und gibt mit Iod-Kaliumiodid-Lösung eine charakteristische Blaufärbung (Iod-Nachweis-Reaktion).

Anaerob
: Ohne Zutritt von Sauerstoff. Der anaerobe Abbau von organischer Substanz durch Mikroorganismen (Pilze und Bakterien) liefert zahlreiche organisch-chemische Verbindungen, als Endprodukt größtenteils Methan (CH4)

Aquatoxizität: Toxizität ist eine aus dem griechischen abgeleitete Bezeichnung für Giftigkeit. Aquatoxizität bezieht sich auf die Giftigkeit gegenüber in Wasser und Gewässern vorkommenden Lebewesen wie Fische, Krebse und Bakterien.

Arvenöl:
wasserhelles Öl der Zirbelkiefer mit strengem, aber auch wohlriechendem Duft. Es schützt vor Textilmotten und anderen Insekten.

Asche:
Bei der restlosen Verbrennung (Veraschen) von organischen Substanzen zurückbleibende anorganische Bestandteile. Es handelt sich hierbei um ein Gemisch von Carbonaten, Sulfaten, Phosphaten, Chloriden und Silicaten der Alkali- und Erdalkalimetalle sowie Eisenoxiden und dergleichen. Aufgrund ihres hohen Mineralstoffanteils können Holzaschen als Düngemittel verwendet werden.

Aschegehalt: ist die Menge an Verbrennungsrückstand, die beim Glühen des Brennstoffes unter festgesetzten Bedingungen entsteht, zumeist angegeben in Gewichts-Prozent. Bei vollständiger Verbrennung von Holz bleiben je 100 kg Brennstoff zwischen 0,2 und 0,6 kg Asche zurück.

Atmosphäre: Die Atmosphäre ist die Lufthülle der Erde, sie wird in Schichten unterteilt. Die untere ist die Troposphäre, die sich bis in eine Höhe von etwa 12 km ausdehnt. Trockene Luft der Troposphäre setzt sich aus 78 % Stickstoff (N2), 21 % Sauerstoff (O2), 0,03 % Kohlenstoffdioxid (CO2) und 0,97 % Edelgasen zusammen. Die Troposphäre enthält den größten Teil des atmosphärischen Wasserdampfs. Darüber befindet sich die Stratosphäre, die sich bis auf 50 km Höhe ausdehnt. Sie enthält die für das Leben auf der Erde wichtige, weil vor kurzwelliger UV-Strahlung schützende Ozon-Schicht, die durch Chlor-Fluor-Kohlenwasserstoffen (CFKW) . z. B. als Treibgas in Sprays, als Kältemittel oder andere Emissionen - gefährdet wird.

Auggen:
Versuchsstandort des Instituts für umweltgerechte Landbewirtschaftung Müllheim in D-Baden-Württemberg.
Höhe: 232 m NN - ØNiederschlag: 650 mm/a - ØTemperatur: 9,5 ºC - Parabraunerde

Ätherische Öle: flüchtige, ölige Kohlenstoffverbindungen sehr komplizierter, heterogener Zusammensetzung aus Alkoholen, Estern, Ketonen, Lactonen, Terpenen; oft sehr charakteristischer Geruch; können in allen Pflanzenteilen vorkommen>
Verwendung: Aromatherapie, Düfte, Kosmetika

- B -

Bagasse: Reststoff, der bei der Zuckergewinnung aus Zuckerrohr anfällt. Das faserreiche Pflanzenmaterial dient getrocknet als Heizmaterial oder als Rohstoff zur Papier-, Pappe- und Baumaterialherstellung.

BAW (Biologisch abbaubarer Werkstoff): kunststoffanaloger Werkstoff der zusätzlich biologisch abbaubar ist

BfArM:
Bundesopiumstelle, Genthiner Straße 38, D-10785 Berlin, Tel. 0(049) 30-45 48 51 01

Benzoeharz: javanischer Weihrauch, ein nach Vanille duftendes Harz. Es ist ein Bindemittel-Bestandteil für Mal- und Künstlerfarben.

Biodiesel: Trivialname für Pflanzenölmethylester (PME). In Deutschland wird überwiegend Rapsölmethylester (RME) als Biodiesel eingesetzt. RME besitzt ähnliche Eigenschaften wie konventioneller Dieselkraftstoff und kann in herkömmlichen Dieselmotoren eingesetzt werden.

Bioenergie: Sammelbegriff für Energieformen, die aus unterschiedlichen Arten von festen, flüssigen oder gasförmigen Biomassen gewonnen werden.

Biogas: Auch Klärgas, Sumpfgas oder Faulgas genannt. Entsteht durch anaeroben Abbau organischer Substanz und besteht zum überwiegenden Teil aus Methan. Biogas lässt sich durch Verbrennung in Gasmotoren (Kraft-Wärme-Kopplung) zur Energiegewinnung einsetzen.

Biogen: Auf die Tätigkeit von Organismen zruückgehend oder aus abgestorbenen Organismen gebildet.

Biologische Vielfalt:
(Biodiversität) Mannigfaltigkeit der Formen von Lebewesen. Gewöhnlich wird zwischen drei Ebenen von Vielfalt unterschieden, die jedoch ineinander übergreifen: genetische Vielfalt, Artenvielfalt und Ökosystemvielfalt.

Biomasse: Gesamtheit der durch Pflanzen und Tiere anfallenden bzw. erzeugten organischen Substanz. Beim Einsatz von Biomasse zur Energiegewinnung wird unterschieden zwischen nachwachsenden Rohstoffen und organischen Reststoffen.

  • Nachwachsende Rohstoffe (Energiepflanzen) sind speziell zur Energiegewinnung angebaute Pflanzen. Darunter fallen a) schnellwachsende Baumarten und spezielle einjährige Energiepflanzen sowie b) hochertragreiche zucker- und stärkehaltige Ackerfüchte wie auch Ölfrüchte für den Einsatz im Treibstoffsektor
  • Organische Reststoffe fallen an a) als land- bzw. forstwirtschaftliche Rückstände und / oder Nebenprodukte (z.B. Stroh, Gülle, Waldrestholz), b) als Produkte der Landschaftspflege (z. B. Aufwuchs von Landschafts­pflege­flächen), c) in Form organischer Rückstände zur Verwertung bzw. Entsorgung aus industriellen oder (haus)wirtschaftlichen Prozessen (z. B. Bioabfall, Klärschlamm) oder d) als organische Produkte nach der Endnutzung (z. B. Altholz).


  • Bei der Verwertung von Biomasse kann es sich handeln um: Festbrennstoffe aus Lignozellulose (z. B. aus schnellwachsenden Baumarten), um Erzeugung pflanzenbürtiger Kraftstoffe (z. B. Ethanol, Pflanzenöl, Pflanzenölmethylester) aus zucker-, stärke- oder ölhaltigen Pflanzen (z. B. Zuckerrüben, Kartoffeln, Raps), oder um Wärme- und Stromerzeugung aus gasförmigen Energieträgern (z. B. Biogas aus Gülle, Deponiergas, Klärgas).

    Biopolymere: Von lebenden Organismen aus gleichartigen Grundbausteinen aufgebaute Makromoleküle, die in der Natur als Gerüst- und Festigungsmaterial, aber auch als Energie- und Informationsspeicher in vielfältiger Zusammensetzung auftreten. Bekannte Beispiele sind die Polysaccharide Zellulose und Stärke, sowie die DNS (Desoxyribonucleinsäure als genetischer Informationsspeicher).

    Birkenblätter: werden zum Färben von Textilien verwendet. Der gelbe Farbstoff kann mit Beizen bis olivgrün abgewandelt werden.

    Blauholz: Kernholz eines in Plantagen kultivierten Baumes, z.B. in Mexiko. Wird zum Färben von Naturtextilien und Leder verwendet. Die Farbstoffnuancen liegen in Blau-, Violett- und Schwarz-Bereichen.

    BLE:
    Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung, Adickesallee 40, D-60322 Frankfurt am Main,
    Tel.: 0(049)69-1564-0

    Blockheizkraftwerk: (BHKW) Anlage zur lokalen Erzeugung von Energie (gleichzeitig Wärme und Strom) nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK). Mit einem stationären Verbrennungsmotor, einer kleinen Gasturbine oder einer Brennstoffzelle wird Strom erzeugt. Die dabei entstehende Abwärme wird zur Warmwasserbereitung und zu Heizzwecken genutzt. Als Brennstoff kann beispielsweise Dieselkraftstoff, Erdgas oder Pflanzenöl eingesetzt werden.
    Vorteilhaft ist der optimierte Brennstoffeinsatz, eine rationellere Nutzung von Energiereserven und eine Senkung der CO2-Emissionen.

    Borax: natürlich vorkommendes Natriumsalz der Borsäure, das überwiegend als Holzschutzmittel eingesetzt wird, bei Baustoffen als Brandschutzmittel. Die Umweltverträglichkeit dieses Mittels ist durch die Einlagerung des Salzes im Holz gegeben, es gast nicht aus.

    Borsäure: eine in Quellwässern natürlich vorkommende Säure. Der Einsatz erfolgt wie bei Borax.

    Brandschutzklasse (Baustoffklasse, Brennbarkeitsklasse) : Das Brennverhalten von Baustoffen wird in Deutschland nach DIN 4102 klassifiziert. Baustoffe werden in nichtbrennbare Klassen (A1 = ohne organische Inhaltsstoffe und A2 = mit organischen Inhaltsstoffen) und brennbare Klassen (B1 = schwer entflammbar, B2 = normal entflammbar und B3 = leicht entflammbar) eingeteilt. Die Brandschutzklasse ist ein entscheidendes Kriterium (neben z.B. mechanischen Eigenschaften) für die Zulassung von Baustoffen für bestimmte Einsatzzwecke. Die Verwendung von leicht entflammbaren Baustoffen ist im Bauwesen gesetzlich verboten.

    Brennholz: Holz (mit oder ohne Rinde), das zum Einsatz als Brennstoff bestimmt ist. Dazu gehören neben dem 1 m langen Brennholz (Scheitholz, Prügel, Reisprügel) auch Schwarten, Spreißel, Hackholz.

    Brennwert: HO (früher oberer Heizwert). Als Brennwert (Symbol HO) wird der Quotient aus der bei vollständiger Verbrennung einer bestimmten Brennstoffmenge freiwerdenden fühlbaren Wärmemenge und der Masse dieser Brennstoffmenge bezeichnet, wenn das bei der Verbrennung gebildete Wasser flüssig vorliegt und wenn die Temperatur des Brennstoffes vor der Verbrennung und die Temperatur der entstandenen Produkte nach der Verbrennung den jeweils festgelegten gleichen Wert hat. Das vor dem Verbrennen im Brennstoff vorhandene Wasser und das beim Verbrennen der wasserstoffhaltigen Verbindungen des Brennstoffs gebildete Wasser muss nach der Verbrennung in flüssigem Zustand und die Verbrennungsprodukte von Kohlenstoff und Schwefel gasförmig vorliegen. Eine Oxidation des Stickstoffs darf nicht stattfinden. Als bezogene Größen haben der spezifische bzw. der molare Heizwert die Dimension kJ/kg bzw. kJ/mol und der auf das Normvolumen bezogene die Dimension kJ/m3.

    Bundessortenamt: Deutsche Stelle zur Erteilung des Sortenschutzes und der Sortenzulassung


    - C -

    CAC: Cooperative Agriculture Colmar

    Campher: Aus dem Holz des in Japan, China und auf Formosa vorkommenden Campherbaums destillierte harzartige Verbindung.

    Cannabinoide: Die aus Cannabis-Arten isolierbaren Inhaltsstoffe, z.B. Tetrahydrocannabinol (THC) und deren synthetische Derivate, die eine psychotrope Wirkung und auch eine Reihe anderer pharmakologischer Effekte besitzen.

    C.A.R.M.E.N. e.V.:
    Centrales Agrar-Rohstoff-Marketing-und Entwicklungs-Netzwerk, Technologiepark 13, 97222 Rimpar, Tel. 09365 / 8069 0, Fax 09365 / 8069 55 , http://www.carmen-ev.de/ ( Bayerischen Koordinierungstelle für nachwachsende Rohstoffe)

    Carnaubawachs: Hartes, wasserabweisendes Wachs, das aus den getrockneten Blättern der brasilianischen Fächerpalme Copernicia prunifera gewonnen wird. Der Wachsstaub wird von den angetrockneten Palmenblättern abgebürstet, geschmolzen und filtriert. Aus ca. 100 g Blattmaterial lassen sich ca. 5 g Carnaubawachs herstellen.Carnaubawachs besteht aus ca. 85% Wachsestern, 3-5% freien Wachssäuren und ca. 11% Wachsalkoholen. Dieses Wachs ergänzt durch besondere Härte die mechanische Belastbarkeit aller weichen Wachse, es findet daher vor allem Verwendung für Fußboden- und Möbelwachse.

    Casein: Wichtigster Eiweißbestandteil der Milch, der durch Milchsäuregärung (Milchgerinnung) aus entrahmter Kuhmilch gewonnen wird. Casein wird zur Herstellung von Kunststoffen und als Bidenmittel in Klebstoffen und Dispersionsfarben verwendet.

    Caseinfarben: Wässrige Dispersionsfarben mit Casein als Bindemittel. In Kalk-Caseinfarben ist Kalk zugesetzt, der eine desinfizierende Funktion übernimmt. In Caseinfarben ohne Kalk können Konservierungsmittel enthalten sein. Auf mineralischen Untergründen bleibt der Anstrich diffusionsoffen. Caseinfarben sind problemlos zu entsorgen, z.T. sogar kompostierbar.

    Cedernholzöl: ätherisches Öl, das aus verschiedenen Zedernarten gewonnen wird. Dieses Öl dient zur Aromatisierung vieler Seifen und Reiniger sowie als Bestandteil in Insektenabwehrmitteln.

    Cellulose
    : s. Zellulose

    CETIOM: Centre Technique Interprofessionnel des Oléagineux Métropolitains, 174 Avenue Victor Hugo, 75116 Paris,
    Tel.: 0(033) 1 44347200, Fax: 0(033) 1 447559409

    Chinaschilf: Trivialname für verschiedene Miscanthus-Arten.

    CO2: siehe Kohlenstoffdioxid.

    Cochenille: roter Farbstoff einer auf den Kanaren und in Mexiko verbreiteten Schildlausart. Verwendung als Pigment in Farben.

    Copalharz: bernsteinartige, harte Harze verschiedener Herkunft, die sich durch einen hohem Schmelzpunkt auszeichnen. Es kann sich dabei sowohl um rezente, als auch um (sub-)fossile Harzausscheidungen handeln. Kopal dient zur Herstellung von Lacken und Firnissen. Er löst sich in Alkohol und ergänzt Schellack in seinen Eigenschaften. Beispiele sind: Baumkopal (aus der neuseeländischen Kaurifichte, Agathis australis), Manilakopal (aus dem Dammarabaum, Agathis dammara, der Philippinen und Sundainseln), Sansibarkopal (Ostafrikanische Trachylobium verrucosum) u.a.

    Cut-off-Methode: Berechnung der Energiebilanzen eines Stoffes erst vom Zeitpunkt seines Einsatzes an. In dieser Studie wird z.B. bei Rückständen aus Fettabscheidern (und auch bei anderen Reststoffen) nicht die Energiebilanz des gesamten Stoffstromes betrachtet, die vom Anbau von Ölpflanzen bzw. der Aufzucht von Tieren über die primären Verwendugen bis hin zum entsorgungspflichtigen Rückstand führt, sondern erst die zur Weiterverarbeitung dieser Rückstände erforderliche Energie. Diese Vorgehensweise kann nur dann gerechtfertigt werden, wenn die Rückstände nicht eigens zum Zwecke ihrer Weiterverwendung produziert werden.


    - D -

    Dämmstoffe: Bei der Auswahl von Dämmstoffen sind sowohl wärmedämmende als auch schalldämmende Eigenschaften immer gemeinsam zu betrachten und entsprechend dem Verwendungsort und der Verwendungsart zu bewerten. S. Wärmedämmung und Schalldämmung.

    Dammar:
    Naturharz verschiedener tropischer Bäume (Dammarbaum). Wird duch Sammeln fossiler Harze bzw. durch Zapfen rezenter Harze gewonnen. Verwendung v.a. in der Lackindustrie als Bindemittel für hochglänzende Ölfarben und Firnisse. Wichtig auch bei der Herstellung von Naturharzlacken.

    Dampfdiffusionswiderstand
    μ (bei Dämmstoffen): Widerstand, den ein Material der Diffusion von Wasserdampf entgegensetzt. Bei Baustoffen wesentliche Eigenschaft, deren Berücksichtigung es erlaubt, bei der Konstruktion von Bauten die Bildung von Kondenswasser zu verhindern.

    Darrdichte: Rohdichte bei einem Wassergehalt von 0 %

    Derbholz:
    Oberirdische Holzmasse ab 8 cm (früher 7 cm) Zopfstärke in Rinde. Das bei der Fällung am Stock bleibende Schaftholz zählt nicht dazu.

    Dextran: durch Bakterien aus Glucose hergestellter Blutplasmaersatz

    Dolomit: kristalliner Füllstoff mit hohem Weißgrad. Er wird in Lagerstätten abgebaut und in Dispersions- und Rostschutzfarben, aufgrund hoher mechanischer Festigkeit, eingesetzt.

    Drillsaat: Aussaat mit einer Drillmaschine in Reihen.

    DSV: Deutsche Saatveredlung Lippstadt-Bremen GmbH, Weissenburger Str. 5, D-59557 Lippstadt, Tel.: 0(049) 2941 2960,
    Fax: 0(049) 2941 296 100, eMail: dsv-Lp@dsv-saaten.de, http://www.dsv-saaten.de

    Duroplaste: Polymere mit vernetzter Struktur, die beim Erwärmen nicht erweichen und sich bei höheren Temperaturen zersetzen.

    dt/ha: Dezitonne pro Hektar (100kg/10.000 m2)

    - E -

    Eichenrinde: die getrocknete Rinde junger Stämme und Zweige der Stiel- oder Sommereiche sowie der Stein- oder Wintereiche. Sie findet Verwendung in der Gerberei und Pflanzenfärberei.

    Emissionen:
    nennt man alle Absonderungen, die von festen oder beweglichen Anlagen (Maschinen, Kraftwerken, Autos) oder Stoffen (Abfall, Chemikalien usw.) in Form von Gas, Staub, Geräuschen, Strahlen, Wärme und Erschütterungen an die Umgebung (Umwelt) abgegeben werden. Zum Schutz von Menschen und Umwelt werden in Rechtsvorschriften (Technischen Anleitungen, z. B. TA Luft) Emissionsgrenzwerte festgelegt. Emissionen, die auf Mensch und Tier, Natur und Umwelt, Luft, Wasser oder Boden einwirken, werden an dem Ort, an dem sie eine Wirkung entfalten, Immissionen genannt. Das Auftreten einer Immission unterscheidet sich meist erheblich von der Emission (z. B. wegen Verdünnung in der Atmosphäre oder biologischem Abbau im Wasser).

    Endenergie: Energiegehalt von Endenergieträgern bzw. Endenergieströmen, die der Endverbraucher letztlich bezieht. Endenergie resultiert aus Sekundär- oder ggf. Primärenergien, vermindert um die Umwandlungs- und Verteilungsverluste, den Eigenverbrauch der Energieumwandlungen bis zur Endenergie sowie den nicht-energetischen Verbrauch. Sie ist für die Umwandlung in Nutzenergie verfügbar. Endenergieträger können sein: Briketts, Benzin, Heizöl, Erdgas, Stom, Hackschnitzel, Fernwärme. Endenergie beträgt durchschnittlich nur noch 66% der primärenergie.

    Energie: Nach Max Planck die Fähigkeit eines Systems, äußere Wirkungen hervorzubringen. Es kann zwischen mechanischer Energie, thermischer, elektrischer und chemischer Energie, Kernenergie und Strahlungsenergie unterschieden werden. Energie kann man nicht herstellen oder vernichten, sondern nur von einer Form in eine andere umwandeln. So wird z. B. bei der Stromgewinnung aus Biomasse chemisch gebundene Sonnenenergie zuerst in Wärmeenergie, dann in mechanische Bewegungsenergie und schließlich in elektrische Energie überführt (s. auch Primär-, Sekundär-, End- und Nutzenergie).
    Die Einheiten der Energie sind im internationalen Einheitensystem (SI, Systeme International d'Unites): Joule, Wattsekunde, Elektronenvolt u. Newtonmeter.
    In der praktischen Energieanwendung wird Nutzenergie in erster Linie als Kraft (mechanische Energie), Wärme (thermische Energie) und Licht (Strahlungsenergie) nachgefragt.

    Energiehackgut: Hackgut, das zur energetischen Nutzung bestimmt ist.

    Energiepflanzen: werden zum Zwecke der Energiegewinnung (z. B. Verbrennung) angebaut. Als Energierohstoff können die ganzen Pflanzen, Pflanzenteile oder Pflanzenabfälle eingesetzt werden.

    Energiepolitik: Die Summe der Maßnahmen, die von staatlicher Seite ergriffen werden, um Art und Umfang der Produktion, der Verteilung und des Verbrauchs von Energie zu beeinflussen. Beispiele sind Regelungen zur Sicherstellung einer umweltverträglichen Energieversorgung, die Besteuerung bestimmter Energien zur Preisbeeinflussung, das Einwirken auf die Wahl von Energieträgern durch Emissionsobergrenzen sowie internationale Verträge über den Im- und Export von Ener­gieträgern. In ihren Auswirkungen betrifft die Energiepolitik jeden Bürger und jedes Unternehmen und wirkt in prak­tisch jeden Lebensbereich hinein. Sie ist eines der zentralen Felder auch der Umweltpolitik.

    Energieträger: Stoffe oder physikalische Erscheinungen, in denen Energie gespeichert ist. Aus Energieträgern kann direkt oder durch eine bis mehrere Umwandlungen Nutzenergie gewonnen werden. Sie können nach dem Grad der Umwandlung unterteilt werden in Primär-, Sekundär- und Endenergieträger.

    Erdgas: Brennbare, in der Erdkruste vorkommende, hauptsächlich aus gesättigten Kohlenwasserstoffen bestehende Gase, die je nach ihrer Herkunft unterschiedliche Zusammensetzung aufweisen. In erster Linie besteht Erdgas aus Methan (ca. 85 %). Der mittlere Heizwert (HU) liegt zwischen 32 und 38 MJ/m3. Erdgas gilt als der umweltfreund­lichste fossile Brennstoff wegen der geringen Schwefeldioxid- und Kohlenstoffdioxid-Emissionen bei seiner Verbrennung.

    Erdöl: ist einer der wichtigsten fossilen Rohstoffe, der zur Erzeugung von Benzinen, Dieselkraftstoffen, Heizöl und Kunststoffen verwendet wird.

    Erneuerbare Energien (Regenerative Energien) sind Energieträger, die "unendlich" lange zur Verfügung stehen, im Unterschied zu den fossilen Energieträgern (wie Kohle, Erdöl, Erdgas oder spaltbare Elemente), die an begrenzte Stoffvorräte gebunden sind. Zu den Erneuerbaren Energien zählen u. a. Sonnenenergie (Solarthermie, Photovoltaik), Wind- und Wasserkraft, Geothermie (Erdwärme) und die Ener­gie aus der Verbrennung von Biomasse. In der Energieversorgung Deutschlands spielen die erneuerbaren Energien noch eine relativ geringe Rolle.

    EU 15: 15 EU-Staaten mit Österreich, Finnland und Schweden

    Eukalyptusöl: ätherisches Öl aus vielen verschiedenen Eukalyptusarten, die hauptsächlich in Australien aufbereitet werden. Das Öl findet in Insektenvertreibunngsmitteln Verwendung.

    EUROPAM: Europam ist eine europäische Vereinigung von Arznei- und Gewürzpflanzenanbauern. Vorsitzender der Europam ist: Mr. James Lambe, Managing Director, Castle Aromatics, Ross-on-Wye, Herefordshire, HR 9 7 UW, UK

    Extruder: Maschine zur kontinuierlichen Verarbeitung plastischer Kunststoffe. Darin wird der Kunststoff geschmolzen, vermischt und durch Düsen in Formteile gepresst.

    - F -

    FAL: Eidgenössische Forschungsanstalt für Agrarökologie und Landbau
    Postfach
    CH-8046 Zürich
    Tel.: 0(041) 1 377 7111, Fax: 0(041) 1 377 7201, http://www.admin.ch/sar/fal

    FAO-Zahl: Bis 1998 galt die FAO-Zahl als Maßzahl für die Reifezeit einer Maissorte. Sie wird seit 1999 von der Reifezahl abgelöst.  Eine Differenz von 10 FAO-Einheiten gab unter mitteleuropäischen Verhältnissen einen Reifeunterschied von 1-2 Tagen oder 1-2 % im Trockensubstanzgehalt der Körner zum Zeitpunkt der Reife wieder. Zur Berechnung der FAO-Zahl wurde vom Bundessortenamt der TS-Gehalt des Kolbens herangezogen. Zwischen Silo- und Körnermais wurde hierbei nicht unterschieden.
    Tabelle: Einteilung des Maissortiments in Reifegruppen und deren Ansprüche an die Temperatur

    Reifegruppe
    FAO-Zahl
    tägl. Durchschnittstemperatur
    (Mai-September)
    früh
    bis 220
    14,0-15,0
    mittelfrüh
    230-250
    15,0-15,5
    mittelspät
    260-290
    15,6-16,4
    spät
    300-350
    16,5-17,4

    Färberginster: halbhoher Strauch, der in England und im mittleren sowie südlichen Europa heimisch ist. In der Pflanzenfärberei werden Blüten, Blätter und die dünnen Zweige verwendet. Der gelbe Farbstoff ist für alle Naturtextilien geeignet.

    Feinhackgut: Gehäckseltes Holz, das - von wenigen Grobanteilen abgesehen - aus Stücklängen unter 3 cm besteht.

    Feinstflug- oder Gewebeasche: Die Aschefraktion, die in (den Multizyklonen meist nachgeschalteten) Elektro- oder Gewebe­fil­tern abgeschieden wird bzw. als Konden­satschlamm in Rauchgaskondensationsanlagen anfällt. Bei Biomasse­heizwerken ohne entsprechende Apparate zur Feinstflugaschenabscheidung verbleibt diese als Reststaub im Rauchgas.

    Feldröste: Vorgang bei der Flachsernte, der dem natürlichen Faseraufschluss dient. Bei der Feldröste werden durch einen Fermentationsprozess die Pektine und Lignine, die die Klebestoffe zwischen den Fasern und den holzigen Pflanzetielne bilden, abgebaut und somit die Flachsfasern aufgeschlossen und vom Holz gelöst.

    Festmeter (Fm): In der Forst- und Holzwirtschaft übliche Maßeinheit für die Holzmasse (Stammholz), die dem Rauminhalt eines Kubikmeters (m³) entspricht.

    Fermentation: Durch Fermente (= Enzyme, Biokatalysatoren) bewirkte biochemische Umsetzung. Mikroorganismen (Pilze, Hefen, Bakterien) setzen in ihrem Stoffwechsel einfache Nährstoffe wie Kohlenhydrate in bestimmte Substanzen um, die als Rohstoffe in der Industrie genutzt werden. Die Reaktion erfolgt industriell in Fermentern, in denen definierte Umweltbedingungen hergestellt werden können. Bei der Fermentation spielen gentechnisch veränderte Organismen eine immer zentralere Rolle.

    Fettsäuren: Gruppenbezeichnung für aliphatische Carbonsäuren mit nahezu ausschließlich unverzweigter Kohlenstoff-Kette.

    Feuerungsanlagen
    sind Einrichtungen zur Erzeugung von Wärme durch Verbrennung von festen, flüssigen oder gasförmigen Brennstoffen. Sie dienen zur Dampferzeugung oder Erwärmung von Wasser oder sonstigen Wärmeträgermedien für Industrie, Gewerbe oder Gebäudeheizungen. An Reststoffen aus Feuerungsanlagen fallen vor allem Aschen (Schlacken) und Filterstäube an.

    Filter: Technische Anlage zur Entfernung oder Verringerung von umweltrelevanten Emissionen (insbesondere Partikel). Üblicherweise werden in der Abluftreinigung Elektro- Gewebe- und Keramikfilter verwendet.

    Flachsvliesstoffe: Lockere Materialien, die aus Flachskurzfasern hergestellt werden, deren Zusammenhalt im Allgemeinen durch die den Fasern eigene Haftung gegeben ist. Die Vliese können mechanisch durch Vernadeln verfestigt werden.

    Flammpunkt: Die niedrigste Temperatur einer brennbaren Flüssigkeit, bei der sich unter genormten Bedingungen ein fremdentzündbares Dampf/Luft-Gemisch bildet. Wichtig für die Lagerungs- und Transportauflagen.

    Fließpunkt: Unspezifische, nicht durch Normen abgedeckte Bezeichnung für diejenige Temperatur, bei der ein Feststoff (Probekörper) unter gegebenen Messbedingungen zu fließen beginnt bzw. auf ein Drittel seiner Größe auseinandergeflossen ist.

    Flüchtige Bestandteile: Gasförmige Verbindungen, die unter festgelegten Bedingungen beim Erhitzen und Zersetzen organischer Brennstoffe entweichen.

    FIBRE: Faserinstitut Bremen e.V., Wachtstr. 17-24, D-28195 Bremen
    Forschungsinstitut in Verbindung mit der Universität Bremen, Fachbereich Produktionstechnik-Werkstofftechnik

    FNR: Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe, D-Gülzow, http://www.fnr.de

    Fossile Brennstoffe / Energieträger / Ressourcen: In der erdgeschichtlichen Vergangenheit aus Pflanzen entstandene feste, flüssige oder gas­förmige Primärenergieträger wie Kohle, Torf, Erdöl und Erdgas. Durch die Verbrennung fossiler Ressourcen werden erhebliche Mengen an CO2 freigesetzt (Treibhausproblematik).



    - G -

    Galläpfel:
    hohle Gebilde und Gewebswucherungen bei Pflanzen, die durch tierische Gallmücken, Gallwespen oder Pilze verursacht werden. Sie enthalten Gerbstoffe (Tannine), die in der Färberei eingesetzt werden.

    Gerbstoffe: Ester aus mehrwertigen Alkoholen oder Zucker mit Phenolcarbonsäuren (Tannine, franz. tanin=Gerbstoff); in Holz, Rinde, Blättern, Früchten, Pflanzengallen vorkommend;
    Verwendung: Ledergerberei, Medizin (Abstringens, blutstillend, entzündungshemmend)

    Gewebefilter sind Oberflächenfilter, die aus lose aufgeschütteten oder fest miteinander verbundenen Faserschichten oder Körnern bestehen und zur Entstaubung eingesetzt werden. Beim Gewebefilter sollen möglichst wenig Staub­partikel aus dem Abgasstrom in das Filtermedium eindringen. Auf der Filterober­fläche entsteht mit der Zeit ein Staubkuchen, der das eigentliche, hochwirksame Filtermedium darstellt. Durch das allmähliche Anwachsen der Filterschicht entsteht ein Druckverlust im Abgasstrom. Deshalb muss der Staubkuchen von Zeit zu Zeit vom Filtermedium entfernt werden, z.B. durch automatische Druckimpulse.

    Glühverlust: Bezeichnung für die Gewichts-Differenz zwischen Abdampf- und Glührückstand bzw. zwischen Trockengewicht und Gewicht des Glührückstandes, je nachdem, ob man von flüssigen oder festen Stoffen ausgeht. Meist wird dieser Begriff verwendet für die Massendifferenz vor und nach der Konditionierung einer Probe während zwei Stunden bei 550 °C bezogen auf die Ausgangsmasse. Der Glühverlust von Staub ist ein grobes Maß für den Gehalt an organischen Stoffen und gibt einen Hinweis auf die Vollständigkeit der Verbrennung.

    Glucose: Dextrose oder Traubenzucker ist im Tier- und Pflanzenreich weit verbreitet und stellt das wichtigste Monosaccharid des tierischen Organismus und zugleich die häufigste natürliche organische Verbindung dar.

    Glycerin (1,2,3-Propantriol): Farblose, zähe Flüssigkeit, natürlicher Bestandteil pflanzlicher und tierischer Fette, z.B. von Olivenöl und Kokosfetten. Wird durch Verseifung gewonnen. Glycerin ist ein Emulgator und wird u.a. für die Kosmetik- und Waschmittelindustrie verwendet.

    Glykoside: große Stoffgruppe, bei der ein Kohlenhydratanteil durch glycosidische Bindung mit einem Nichtkohlenhydratbestandteil verbunden ist; der Nichtkohlenhydratbestandteil wird auf diese Weise wasserlöslich; Beispiel: Digitalis
    Verwendung: Medizin

    Goldrutenkraut: ergibt gelbe bis gelbbraune Farbstoffe. Von der 1 m hohen Pflanze Solidago werden getrocknete Stängel, Blätter und gelbe Blüten in der Pflanzenfärberei verwendet.

    Grob- oder Rostasche: Im Verbrennungsteil der Feuerungsanlage anfallende Asche, die neben der Brennstoffasche auch mineralische Verunreinigungen des Brennstoffs (z. B. Sand, Erde, Steine) enthält. Insbesondere beim Einsatz von Rinde und Stroh als Brennstoff kann die Grobasche gesinterte Aschenteile und Schlackebrocken enthalten.

    Grobhackgut: Holzhackgut überwiegend mit Stücklängen über 3 cm.

    Großbunde: Transportfähige Bündel aus Schwarten und Spreißel vom Sägewerk.

    Großvieheinheit: (GV): 1 GV entspricht 500 kg Lebendgewicht

    Gummi arabicum (Akaziengummi): getrockneter Pflanzenschleim verschiedener Akazienarten. Der Gummi ist farblos bis braun und geruchlos. In warmem Wasser aufgelöst, bildet er eine zäh klebrige Flüssigkeit und findet in Klebstoffen und als Verdickungsmittel Verwendung.

    - H -
    Hackgut: Maschinell zerkleinertes Holz mit und ohne Rinde bis zu einer maximalen Stücklänge von 15 cm.

    Hackholz: In manipulierbare Längen eingekürztes, (grob-)entastetes Derb- und/oder Reisholz, das zur Hackguterzeugung bestimmt ist.

    Hackschnitzel, schwarz: Rindenhaltige Hackschnitzel.

    Hackschnitzel, weiß: Hackgut ohne Rinde.

    Hartholz: Holz mit einer mittleren Darrdichte größer 550 kg/m3 (Eiche, Buche, Birke, Ulme, Esche, Ahorn, Schwarzkiefer)

    Heizkraftwerk: Kraftwerk, das Strom und Nutzwärme erzeugt. Im Gegensatz zum Heizwerk, das nur Nutzwärme erzeugt.

    Heizwert: HU (früher unterer Heizwert) Als Heizwert (Symbol HU) wird der Quotient aus der bei vollständiger Verbrennung einer bestimmten Brennstoffmenge freiwerdende Wärmemenge und der Masse dieser Brennstoffmenge bezeichnet, wenn das bei der Verbrennung gebildete Wasser dampfförmig vorliegt und wenn die Temperatur des Brennstoffes vor der Verbrennung und die Temperatur der entstandenen Produkte nach der Verbrennung den jeweils festgelegten gleichen Wert hat.
    Die Temperatur des Brennstoffs vor dem Verbrennen und die der Verbrennungsprodukte muss 25°C betragen. Zur Bestimmung des Heizwertes (HU) muss das vor dem Verbrennen im Brennstoff vorhandene Wasser und das beim Verbrennen der wasserstoffhaltigen Verbindungen des Brennstoffs gebildete Wasser nach der Verbrennung im dampfförmigen Zustand und die Verbrennungsprodukte von Kohlenstoff und Schwefel gasförmig vorliegen. Eine Oxidation des Stickstoffs darf nicht stattfinden.
    Als bezogene Größen haben der spezifische bzw. der molare Heizwert die Dimension kJ/kg bzw. kJ/mol und der auf das Normvolumen bezogene die Dimension kJ/m3. Größenmäßig ist der Heizwert kleiner als der Brennwert.

    Hektar: Bezeichung für eine Fläche von 10.000 m2 (zum Vergleich: ein Fußballfeld hat eine Fläche von ca. 7.000 m2).

    Hemicellulosen
    (Polyosen): Gruppe von Polysacchariden unterschiedlicher Zusammenstzung, die in Pflanzenfasern und Zellwänden von Gräsern, Getreide und anderen höheren Pflanzen vorkommt, v.a. zusammen mit Cellulose und Lignin in der Holz-Zellwand.

    Holzhackschnitzel: Durch mechanische Zerkleinerung gewonnene Holzstücke mit Kantenlängen im Zentimeterbereich.

    Holzmehl:

    Holzwerkstoff: Oberbegriff für Furnier-, Tischler-, Span- und Faserplatten.

    Holz-Briketts, -Pellets oder -Presslinge werden aus Schleifstaub und/oder Sägemehl durch mechanischen Druck hergestellt und dürfen keine chemischen Bindemittel enthalten.

    Holzfeuchte: Anteil des im Brennstoff enthaltenen Wassers, angegeben in Prozent der Masse, bezogen auf die Masse des wasserfreien Brennstoffes.

    - I -

    IMIR: Internationaler Mais- und Informationsring, Cercle international d'Information de Producteur de Mais (CJJPM)
    Geschäftsstelle: Institut für umweltgerechte Landbewirtschaftung, Auf der Breite 7, D-79379 Müllheim, Tel.: 0(049) 7631 3684 51, Fax:  0(049) 7631 3684 51;
    Gegründet in den 60iger Jahren von Praktikern und Beratern aus Südbaden, Elsaß und Nordschweiz zum Erfahrungsaustausch bis hin zur gemeinsamen Versuchsanstellung.


    Immission: Teil der Emission schädlicher Stoffe (Abgase aus Industrie, Straßenverkehr und Heizanlagen) sowie von Geräuschen, Erschütterungen, Gerüchen, Licht, Wärme und Strahlen, der auf Menschen, Tiere und Pflanzen sowie Sachgüter einwirkt. Ziel des gesetzlich geregelten Immissionsschutzes ist es, diese Immissionen so gering wie möglich zu halten. Dafür sind Immissionswerte festgelegt. Zentrale Vorschrift ist das Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) mit seinen Verordnungen.

    Indigo: Blaues Farbpigment, das schon vor 4.000 Jahren zum Färben benutzt wurde. Gewinnung v.a. durch Fermentation der Blättern des bengalischen Indigo-Strauches (Indigofera tinctoria), seit dm 9. Jh. auch aus den Blättern des Färberwaids (Isatis tinctoria). Synthetische Herstellung seit 1880, seit 1897 großtechnisch.

    Industrieholz: Rohholz mit einem kleineren Durchmesser (ab 7 cm), das nach mechanischem oder chemischem Aufschluß üblicherweise in der Papier-, Zellstoff-, Span- und Faserplattenindustrie eingesetzt wird.

    Industriepflanzen: Bei Industriepflanzen werden Inhaltsstoffe (z.B. Öle, Fette, Stärke) oder die Pflanzenfasern einer stofflichen Verwertung zugeführt. Voraussetzung ist eine Verwendung im Non-food-Bereich.

    Industrierestholz: Industrierestholz fällt als Produktionsrückstand bei der Holzbe- und -verarbeitung an. Es handelt sich um meist unbehandelte stückige Holzteile wie Holzschnitzel, Kappholz oder Ablängstücke aus Massivholz, Schwarten und Spreißel. Industrierestholz fällt vor allem bei Zimmereien, Schreinereien, Möbel- und Fertighausherstellern an.

    Inulin: Typischer Zuckerspeicherstoff der Korbblütler (Compositae), z.B. in Topinamburknollen und Zichorienwurzeln. Inulin ist ein Polymerisat der Fructose (Polyfructosan). Dient u.a. als Süßmittel für Diabetiker und als Industrie-Rohstoff.

    Isoaliphate: Lösemittel, die für eine optimal verarbeitungsfähige Konsistenz in Farben notwendig sind. Isoaliphate zeigen nur eine geringe akute Toxizität und sind frei von cancerogenen oder mutagenen Effekten. Sie werden deshalb aufgrund der guten Humanverträglichkeit auch in Arzneimitteln und Kosmetika verwandt.


    - J -

    Jahresdauerlinie: (für Wärmebedarf) Graphische Darstellung der Summenhäufigkeit der Wärmeleistung, die anzeigt, wie lange eine bestimmte Wärmeleistung jährlich auftritt bzw. überschritten wird.

    Joule: Einergieeinheit nach dem internationalen Einheitensystem. Joule ist die Einheit für Energie, Arbeit und Wärmemenge.



    - K -

    Kappholz: Kurze Holzstücke (mit oder ohne Rinde), die beim Abschneiden der Enden von Rund- oder Schnitt­holz anfallen.

    Kessel- oder Wärmetauscherasche: An Heißwasserkesseln oder Wärmetauscherrohren durch Kondensation und/oder Desublimierung von Alkalichloriden anfallende Asche. Die Ascheanlagerungen können durch Verwendung von Brennstoffen mit geringen Konzentrationen an K, Na, Cl und S sowie durch automatische Abreinigungseinrichtungen (z. B. durch Druckluftstöße) weitgehend verhindert werden.

    Kiefernadelöl: wird aus Kiefernnadeln und jungen Trieben destillliert und in Holzbehandlungsmitteln, Bohnerwachsen ud Schuhcremes eingesetzt.


    Kieselgur: wird aus Ablagerungen fossiler Kieselalgen gewonnen und zu Pulver gemahlen als Füllstoff und Schwebemittel verwendet.


    Kieselsäure: die wasserhaltige Form des Siliciumdioxids, kommt als Sand oder Quarz vor. Als Mattierungsmittel ergänzt es Lasuren und Lacke.

    Kohlenhydrate: Sammelbezeichnung für die als Naturstoffe sehr weit verbreiteten Polyhydroxyaldehyde (Aldosen) bzw. -ketone (Ketosen) sowie höhermolekularer Verbindungen, die sich durch Hydrolyse in solche Verbindungen überführen lassen (Summenformel meist CnH2nOn oder C(H2O)n, formal also "Hydrate des Kohlenstoffs").

    Kohlenstoffdioxid (CO2)
    : Farbloses, nicht brennbares, geruchloses und ungiftiges Gas, das mit ca. 0,03% natürlicher Bestandteil der Erdatmosphäre ist. CO2 ist für langwellige Wärmestrahlen "undurchlässig". Somit verhindert es eine gleichgewichtige Abstrahlung der auf die Erde treffenden Sonnenstrahlen und ermöglicht damit die zum Leben notwendigen Temperaturen auf der Erdoberfläche bzw. in der Biosphäre. Als energetisch stabilste C-Verbindung ist das CO2 die Schlüsselverbindung im Kohlenstoff-Kreislauf der Natur. Durch Assimilation wird es zusammen mit Wasser von Pflanzen mit Hilfe der Sonnenenergie bei der Photosynthese in energiereichere Kohlenhydrate überführt, wobei Sauerstoff frei wird. CO2 dient damit als Grundsubstanz zum Aufbau aller organischen Verbindungen. Die Kohlenhydrate werden von tierischen Organismen als energieliefernde Substrate für deren Stoffwechsel aufgenommen, zu CO2 und Wasser abgebaut und durch Atmung an die Außenluft abgegeben bzw. in Biomasse umgewandelt. Absterbende tierische und pflanzliche Organismen liefern beim aeroben Abbau ebenfalls CO2, das entweder in die Atmosphäre abgegeben oder in Wasser gelöst wird, aus dem es als Carbonat-Gestein sedimentieren oder mit dem der Atmosphäre ausgetauscht werden kann.
    Auch bei der energetischen Nutzung fossiler Energieträger (z. B. Kohle) wird CO2 freigesetzt. Bei Verbrennung fossiler Energieträger reichert sich das vor Urzeiten fossil gebundene Kohlenstoffdioxid in der Atmosphäre über den natürlichen Gehalt hinaus an und kann zur Erwärmung des Erdklimas beitragen.

    Kohlenstoffmonoxid (CO): Reiz-, farb- und geruchsloses Gas, das bei unvollständiger Verbrennung von organischen Verbindungen entsteht. Es wird in der Luft schnell zu Kohlenstoffdioxid umgewandelt. Es wirkt gesundheitsgefährdend, da es die Sauerstoffaufnahme des Blutes verhindert.

    Kohlenwasserstoffe (CnHm): Bezeichnung für organische Verbindungen, die nur aus Kohlenstoff und Wasserstoff bestehen. Nach Art des Kohlenstoff-Gerüstes unterscheidet man zwischen azyklischen und zyklischen Kohlenwasserstoffen. Die azyklischen (auch aliphatische Kohlenwasserstoffe bezeichnet) beinhalten die wichtige Klasse der Alkane (Paraffine). Bei den zyklischen Kohlenwasserstoffen unterscheidet man zwischen den alizyklischen und den aromatischen (Aromaten) mit Benzol als typischem Vertreter. Aliphatische Kohlenwasserstoffe sind in der Regel nicht bzw. gering toxisch. Anders verhält es sich dagegen mit den aromatischen, beispielsweise mit Benzol, das als karzinogen eingestuft wird. Ein großes Gefährdungspotential geht auch von den polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK bzw. PAH) aus, von denen einige ebenfalls karzinogene und auch mutagene Eigenschaften besitzen.

    Kolophonium: Unter Kolophonium versteht man die nicht-flüchtigen Harzbestandteile, die als Destillationsrückstand bei der Celluloseherstellung und bei der Gewinnung von Terpentinöl aus Harz anfallen. Es handelt sich um eine glasige, braune Masse. Kolophonium oder auch sein Glycerinester wird von Pflanzenchemieherstellern als Bindemittel v.a für Anstrichstoffe verwendet. Weitere Verwendung findet es als Bestandteil des Linoleums, als Zusatz zu Leimen und Papier, sowie als Geigenharz.


    Konversion/Biokonversion:
    Als Konversion bezeichnet man im energetischen Sinne die Umwandlung und Veredelung von Brennstoffen in feste, flüssige und gasförmige Energieträger oder in Endenergieformen. Bei der Biokonversion ist der Ausgangsstoff stets Biomasse, die entweder unmittelbar als terrestrische oder aquatische Biomasse, so wie sie in der Natur vorkommt, oder aber in Form von Rückstands- und Abfallbiomasse genutzt werden kann. Dazu dienen verschiedene Verfahren, die in physikalische, thermochemische und biologische Verfahren gegliedert werden.


    Kopalharze: Pflanzenharze aus in Afrika, Asien und Südamerika beheimateten Bäumen. Es handelt sich um sehr feste Harze, die entweder durch Einritzen der Bäume (rezente K. ) oder durch Ausgraben gewonnen werden (fossile K.). Sie finden Verwendung für Naturlacke und Firnisse. Ein wichtiges Kopalharz ist Dammar.

    Kraft-Wärme-Kopplung (KWK): Energieerzeugungs- und Umwandlungsverfahren, bei dem gleichzeitig Strom und Wärme bereitgestellt wird. Durch die Nutzung der Abwärme, die beim Stromerzeugungsprozess in herkömmlichen Kraftwerken ungenutzt an die Umgebung abgegeben wird, lässt sich der Energienutzungsgrad durch KWK entscheidend erhöhen (von 30 bis 45 % auf 80 bis 90 %). In Heizkraftwerken wird mit KWK gearbeitet. Als Blockheizkraftwerke werden kleinere, motorisch betriebene Heizkraftwerke bezeichnet, deren Motoren öl- oder gasbetriebene Verbrennungskraftmaschinen sind. Voraussetzung für den sinnvollen Einsatz der KWK ist der gleichzeitige Bedarf an Strom und Wärme sowie eine möglichst große Nähe des BHKW zum Endverbraucher.

    Kraftwerk (Wärmekraftwerk): Anlage zur Umwandlung von Wärme hoher Temperatur in elektrische Energie.

    Krapp: wird in der Textilfärberei und in Wandlasuren eingesetzt. Die Wurzel dieser Pflanze ergibt rote bis braune Farbtonnuancen. Krapp wächst in Mitteleuropa und der Türkei.

    Kreide: Calciumcarbonat. Wird als Füllmittel für Dispersonfarben und Wandspachtel verwendet.

    KTBL: Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft e.V. , Bartningstraße 49, D-64289 Darmstadt, Telefon 0(049)6151/7001-0, Fax 0(049)6151/7001-123, http://www.dainet.de/ktbl/

    Kurzfaser: Kurzfasern fallen bei der mechanischen Aufbereitung von Flachs- oder Hanfstroh an, in einer Länge von 2,5 bis 6 cm. Kurzfasern können im technischen Bereich oder in Mischgarnen für die Textilindustrie eingesetzt werden.

    Kurzumtriebsplantage: Plantagen, in denen schnellwachsende Baumarten wie Pappeln, Aspen und Weiden angebaut und in regelmäßigen Intervallen (alle 3-5 Jahre) mit vollautomatischen Erntemaschinen abgeerntet werden. Sie werden als Biomasselieferanten zur Energiegewinnung genutzt. Aus den verbleibenden Stöcken und Wurzeln kommt der Neuaustrieb für die nächste Ernte.

    k-Wert: Als k-Wert bezeichnet man den Wärmedurchgangskoeffizienten. Er dient als Maß für den Wärmedurchgang durch Bauteile. Je höher die Dämmeigenschaft eines Bauteils ist, desto geringer ist der k-Wert. Der k-Wert gibt diejenige Wärmemenge in Watt an, die bei einer Differenz von 1°C (= 1° Kelvin) zwischen Innen- und Außentemperatur in 1 Stunde durch 1 m² Bauteilfläche entweicht.


    - L -

    Lageranfälligigkeit: Biegen oder Umknicken von Getreidehalmen bis hin zum flachen Aufliegen auf dem Boden. Lagerndes Getreide trocknet weniger schnell ab und verursacht Probleme bei der maschinellen Ernte.

    Laminat: Schichtpressstoff aus Kunstharz, z.B. für wetterfeste Verkleidungen, Isolierplatten o.ä.

    Lambda: die in einem genormten Meßverfahren ermittelte Wärmeleitfähigkeit W/mK. Je geringer die Leitfähigkeit, desto kleiner ist die Lambda-Zahl (z.B. Holzfaser 0,045).

    Landessortenversuche (LSV): Prüfung von neueren, in Deutschland zugelassenen Sorten und der besten Sorten aus den EU-Sortenversuchen. Geprüft wird auf landesweit verteilten Standorten mindestens zwei und höchstens drei Jahre lang. Prüfung bei Mais auf Merkmale wie Ertragsleistung, Abreife, Standfestigkeit, Stengelfäule, Druschfähigkeit

    Langfasern: Die von Kurzfasern und Holzteilen befreiten Fasern, beim Flachs in einer Länge zwischen 60 und 100 cm; wertvoller Rohstoff für die Textilindustrie

    LAP: Landesanstalt für Pflanzenbau, Forchheim
    Kutschenweg 20, D-76287 Rheinstetten, http://www.infodienst-mlr.bwl.de/start.htm

    Leinöl: goldgelbes dickflüssiges, fettes Samenöl der Lein-Pflanze (Linum usitatissimum), das durch Kaltpressung (Leinsamenöl als Speiseöl) oder Warmpressung (Lackleinöl bzw. nach Extraktion mit Benzinen Rohleinöl) gewonnen wird. Dieser Hauptbestandteil vieler Öle und Lacke ist ein elastisch trocknendes Öl und Bindemittel. Ein wichtiger Verwendungsbereich des Rohleinöls ist die Herstellung von Linoleum.

    Leinöl-Standöl: wird durch Erhitzen von Leinöl hergestellt und erhöht die Temperaturbeständigkeit, verbessert die Wetterfestigkeit und vermindert die Wasserquellbarkeit von Ölen und Lacken.

    Lignin: Ein hochpolymerer, aromatischer Pflanzenstoff, der in verholzenden Pflanzen die Räume zwischen den Zellmembranen ausfüllt und zu Holz werden lässt (Lignifizierung bzw. Verholzung). Auf diese Weise entsteht ein Mischkörper aus druckfestem Lignin und zugfester Zellulose. Lignin ist noch an andere Polysaccharide (Hemicellulosen) gebunden.
    Lignin fällt als Nebenprodukt in der Zellstoffgewinnung an. Verwendung findet es als Bindemittel, zur Schaumstabilisierung, zur Herstellung von Kunststoffen sowie als Additiv in Baustoffen.

    Linoleum: Linoleum ist ein Bodenbelag, der zu großen Teilen aus nachwachsenden Rohstoffen besteht. Die Bindemasse auf der Basis von Leinöl und Kolophonium ("Linoleum-Zement") wird mit Holz- oder Korkmehl sowie mineralischen Füllstoffen (Kreide, Pigmente) versetzt und auf ein Jute-Trägergewebe gewalzt und gehärtet. Die Oberflächenversiegelung erfolgt üblicherweisemit Acrylat, es kann aber auch Carnaubawachs verwendet werden. Bei unbehandeltem Linoleum ist nach dem Verlegen eine Behandlung mit Wachs erforderlich. Anforderungen an Linoleum-Bodenbeläge sind nach DIN EN 548 genormt.

    Lignozellulosepflanzen:
    Holz- oder grasartige Pflanzen mit hohen Anteilen an Ligninen und Zellulose in der Biomasse.

    LVVG: Lehr- und Versuchsanstalt für Viehhaltung und Grünlandwirtschaft, Aulendorf, Deutschland,
    http://www.infodienst-mlr.bwl.de/start.htm LBL: Landwirtschaftliche Beratungszentrale, CH-8315 Lindau


    - M -

    Maiskeimöl: Nebenrpodukt bei der Mais-Stärkefabrikation. Wird in Seifen und Lederpflegemitteln eingesetzt.

    MAK: Maximale Arbeitsplatzkonzentration nach TA Luft

    Maßeinheiten für Energie: Nach dem Internationalen Einheitensystem (Sl) ist "Joule" (J) die Einheit für Energie, Arbeit und Wärmemenge, "Watt" (W) die Einheit für Leistung, Energiestrom und Wärmestrom. Ein J ist definiert als Arbeit, die verrichtet wird, wenn der Angriffspunkt der Kraft 1 Newton (N) in der Richtung der Kraft um den Weg 1 m verschoben wird. 1 N ist dabei diejenige Kraft, die einem Körper der Masse 1 kg die Beschleunigung 1 m je Quadratsekunde erteilt. Ein W ist definiert als Leistung, bei der während der Zeit von 1 Sekunde die Energie von 1 J umgesetzt wird. Damit ist das W identisch mit 1 J pro Sekunde (1 Joule = 1 Wattsekunde). Demzufolge stellt J diejenige Arbeit dar, die bei einer Leistung von einem W während einer Sekunde produziert und/oder verbraucht wird.

    Matrix (in Faserverbundstoffen): Gerüst- oder Hüllsubstanz, in die die einzelnen Fasern eingebettet sind und die daher entscheidend zu den mechanischen Eigenschaften dieser Stoffe beiträgt.

    MDF, Mitteldichte Faserplatten: Im Baustoffbereich Platten mit einer Dichte um 0,8 g/cm3, deren Verwendung hauptsächlich auf den Innenausbau beschränkt ist. Die Dichte von Weichfaserplaten liegt meist bei ca. 0,1 - 0,4 g/cm3.

    Methan (CH4): Farbloses, geruchloses, mit bläulicher Flamme brennendes Gas mit einem Heizwert von 36 MJ. Methan-Luft-Gemische mit 5 bis 15 Vol.-% Methan sind explosiv. Methan findet sich im Kokereigas und im Erdgas, das zugleich die wichtigste Quelle darstellt. Methan ist ein klimarelvantes Gas. Sein Gehalt in der Atmosphäre beträgt ca. 1,3 ppm, er hat sich seit 1950 etwa verdoppelt. Methanquellen sind fossile Brennstoffe sowie der Zellulose-Abbau (Methan-Gärung) durch anaerobe Bakterien. Es entsteht weiterhin in Kläranlagen in den Faulbehältern (Biogas), in Sümpfen (Sumpfgas), in den Darmgasen besonders von Wiederkäuern, aber auch des Menschen, in Reisfeldern und marinen Sedimenten. Hohe Methanzuflüsse schreibt man auch Undichtigkeiten der Ergasfernleitungen zu.

    Miscanthus/ Chinaschilf: Mehrjähriges, aus Ostasien stammendes, wärmeliebendes Gras mit C4-Photosynthese und hohem Ertragspotential. Erreicht eine Höhe bis zu 4 m und hat lange, lanzettlich geformte Blätter, die wechselständig an den Trieben stehen. Kommt in Deutschland meist nicht zur Blüte.


    - N -

    Nachwachsende Rohstoffe

    Naturlatex:
    Naturkautschukmilch aus Malaysia, Indonesien, Sri Lanka oder anderen tropischen Ländern. Dieser Rohstoff ist elastisch, wasserabweisend und luftdurchlässig, aber nicht UV-stabil.

    Nettoenergiebilanz: Gegenüberstellung aller Energiemengen, die für den Bau, den Betrieb und die Beseitigung eines Energiesystems benötigt werden, und derjenigen Energien, die von dem System im Laufe seiner Lebensdauer bereitgestellt werden. Ein Energiewandler mit negativer Energiebilanz verbraucht mehr Energie, als er bereitstellt.

    Niederkaloriges Gas: Bei der Vergasung von Biomasse mit Luft als Vergasungsmittel wird ein kohlenstoffmonoxidreiches Gas erzeugt, das einen kalorischen Wert von 3 bis 5 MJ/m3 aufweist. Es wird wegen seines niedrigen Heizwertes auch als Schwachgas. Es kann nach einer Gasreinigung und ggf. Gasabkühlung in Motoren genutzt oder in Gasturbinen eingesetzt werden. Für Gasturbinen mit nachgeschalteter Dampfturbine (GuD-Anlagen) sind mittelkalorige Gase (12 bis 15 MJ/m3) günstiger. Diese sogenannten Synthesegase können durch Verwendung von Sauerstoff als Vergasungsmittel gewonnen werden.

    N-min-Methode: Aus Bodenproben wird im Frühjahr die vorhandene Menge an mineralischem Stickstoff (Nitrat und Ammonium) ermittelt. Der vorhandene Stickstoff wird mit Dünger auf einen bestimmten Sollwert aufgedüngt.

    NOX: Chemische Bezeichnung für Stickstoffoxide mit verschiedenen O-Gehalten.

    Nutzenergie: Der Anteil der Endenergie, der dem Verbraucher nach der letzten Umwandlung für den jeweiligen Nutzungszweck zur Verfügung steht. Z.B. Licht für die Beleuchtung, mechanische Arbeit von Motoren für Transportmittel, Wärme für die Raumheizung. Nutzenergie wird gewonnen aus Endenergieträgern bzw. der Endenergie, vermindert um die Verluste dieser letzten Umwandlung (z.B. infolge der Wärmeabgabe einer Glühbirne für die Erzeugung von Licht, Verluste in einer Hackschnitzelfeuerung bei der Temperierung eines Raumes).

    Nutzungsgrad: Verhältnis der in einem Zeitraum (z. B. Jahr) nutzbar abgegebenen Energie zur gesamten zugeführten Energie.


    - O -

    OECD: Organization for Economic Cooperation and Development (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) mit folgenden Mitgliedsstaaten: Australien, Belgien, Dänemark, Deutschland, Färöer, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Island, Italien, Japan, Kanada, Luxemburg, Mexiko, Neuseeland, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Schweden, Schweiz, Spanien, Südkorea, Tschechische Republik, Türkei, Ungarn, USA, Vereinigtes Königreich

    Ökoaudit: Ökoaudits befassen sich mit der Prüfung des gesamten Betriebs im Hinblick auf seine Umwelteinwirkungen (z.B. Feststellung der Jahresverbräuche an Frischwasser, Strom, Gas, Heizöl, Treibstoffen (Input) sowie Jahresabgabe an Abwasser, Restmüll, Bioabfällen, Wertstoffen (Output) ). Die erfolgreiche Teilnahme wird zertifiziert. Anhand einer jährlichen Auditierung werden Betriebsbilanzen erstellt. Durch den Vergleich der Ergebnisse mit den Vorjahren können Zielvorgaben überprüft und neu vereinbart werden. Audits sind aus dem Qualitätswesen schon länger bekannt. Die Vorgehensweise ist seit 1993 auf eruopäischer Ebene per Verordnung (EMAS 1836/93) geregelt.

    Ökobilanz: Verfahren der Berechnung und Bewertung von Stoff- und Energieflüssen während des gesamten Lebensweges eines Produktes oder Stoffes (Rohstoffgewinnung - Produktion - Verwendung - Recycling bzw. Entsorgung einschließlich der Transportenergien). Im Gegensatz zu Ökoaudits werden in Ökobilanzen einzelne Produkte in vergleichbaren Anwendungsfeldern hinsichtlich ihrer ökologischen Bedeutung geprüft. Ökobilanzen dienen daher im Wesentlichen dem ökologischen Vergleich verschiedener Produkte für dieselbe Anwendung.
    Ökobilanzen sind international in DIN EN ISO 14 040 ff. genormt. Die Normenreihe vereinheitlicht die Erstellung. Die Ergebnisse werden auf die Nutzeinheit bezogen, zum Beispiel als Energieaufwand oder Kohlendioxid (CO2)-Emission pro Kilogramm Produkt.

    Organische Reststoffe / Rückstände: fallen bei der Land- und Forstwirtschaft, der Industrie und den Haushalten an. Es zählen dazu: Aball- und Restholz, Stroh, Gras, Laub, Dung, Klärschlamm, organischer Müll. Produkte aus organischen Rest- und Abfallstoffen sind insbesondere Biogas, Deponiegas, Klärgas.

    Organische Verbindungen: Chemische Verbindungen mit einem Kohlenstoff-Grundgerüst, aus denen die belebte Natur aufgebaut ist. Etwa 90% der organischen Verbindungen bestehen aus C, H und O in wechselnden Mengenverhältnissen; Verbindungen, die nur aus C und H bestehen, heißen Kohlenwasserstoffe. Zahlreiche organische Verbindungen enthalten auch noch N, während S, P und die Halogene wesentlich seltener anzutreffen sind. Die Vielfalt und Vielzahl der organischen Verbindungen ist auf die besondere Fähigkeit der Kohlenstoff-Atome zurückzuführen, untereinander Ketten und/oder Ringe zu bilden. Viele organische Ver­bindungen unterscheiden sich in ihrem Verhalten in der Umwelt und ihren Wirkungen auf Lebewesen erheblich. Besonders gefähr­lich sind Emissionen von solchen organischen Ver­bindungen, die in der Natur nicht abgebaut werden und sich im Organismus bzw. in der Umwelt anreichern.

    Ozon (O3): Dreiatomiges Sauerstoffmolekül, das in höheren Kon­zentrationen in der bodennahen Luft giftig wirkt. Da Ozon ein starkes Oxidations­mittel ist, werden Materialien und Pflanzen bei erhöhten Konzentrationen geschädigt. In der Stratosphäre hingegen ist Ozon ein wichtiger Filter, der als Ozonschicht die UV-Strahlung zur Erde hin mindert.


    - P -

    PE: siehe Polyethylen

    Pellet:
    Aus kleinstückigem oder staubförmigem Gut durch Pressen gewonnenes kompaktes Formstück.

    Pflanzenölmethylester (PME):
    Für Dieselmotoren geeignete Biokraftstoffe aus Pflanzenölen. PME gewinnt man durch Veresterung des jeweiligen Pflanzenöls mit Methylalkohol. Die technischen Eigenschaften von PME unterscheiden sich stark von denen des Ausgansgrpoduktes und entsprechen in etwa den Eigenschaften von handelsüblichem Dieselkraftstoff. Der wichtigste PME ist Rapsölmethylester (RME).

    Pflanzenschutzmittel (PSM): Dienen zum Schutz von Kulturpflanzen. Man unterscheidet: Insektizide (gegen Insekten), Fungizide (gegen Pilze) und Herbizide (gegen Wildkräuter), die in grundlegende Stoffwechselvorgänge eingreifen. Problematisch für den Umweltschutz ist die Tatsache, dass nur ein Teil der Pflanzenschutzmittel sein Ziel erreicht. Der andere kann in den Boden eindringen und durch Auswaschung ins Grundwasser gelangen. Das Inverkehrbringen von Pflanzenschutzmitteln regelt eine EG-Richtlinie aus dem Jahr 1991.

    pH-Wert: Maßzahl für die basischen oder sauren Eigenschaften einer Lösung (pH 7 = neutral; <7 = sauer; >7 = basisch).

    Photosynthese: Bildung von Kohlenhydraten (Zuckern) aus Kohlenstoffdioxid und Wasser, die in grünen Pflanzen im Sonnenlicht erfolgt, wobei unter Mitwirkung von Chlorophyll Sonnenenergie in chemische Energie umgewandelt wird. Damit ist die Photosynthese die grundlegende Stoffwechselreaktion der Pflanzen und einer der wichtigsten biologischen Energie-Direktumwandlungs-Prozesse.

    Plaststoffe: Werkstoffe, die bei ihrer Entstehung (Duroplaste) oder auch nachträglich (Thermoplaste) beliebig geformt werden können und diese Form auch beibehalten können.

    Polyethylen (PE)
    : Sammelbezeichnung für zu den Polyolefinen gehörende Polymere mit der Grundstruktur [-CH2-CH2-].

    Polyhydroxybuttersäure (PHB): Zur Polymerisation geeignetes Molekül. Industrierohstoff für die Kunststoffherstellung. Fermentativ gewonnen mit Hilfe von Bakterien (Alcaligenes eutrophus) aus Kohlenhydraten (Stärke/Zucker).

    Polyolefine: Übergreifende Bezeichnung für thermoplastische Polymere der allgemeinen Formel

    Dabei steht R1 meist für Wasserstoff und R2 für Wasserstoff, eine geradkettige oder verzweigte gesättigte aliphatische bzw. eine cycloaliphatische Gruppe. Den Hauptanteil der Polyolefinfraktion machen Polyethylen (PE) und Polypropylen (PP) aus.

     

    Polysaccharid: Sammelbezeichnung für makromolekulare Kohlenhydrate, die aus mindestens 10 (meist viel mehr) glycosidisch miteinander verknüpften Monosaccharid-Molekülen bestehen.

    Polystyrol (PS)
    : Durch Polymerisation aus Stryrol (= Vinylbenzol) entstandener thermoplastischer Kunststoff. Polystyrol wird vielfach aufgeschäumt als Wärmedämmstoff verwendet. Formel:

    Polyurethan (PUR): wichtige Kunststoffgruppe; hochmolekulare Stoffe aus Alkoholen und Isocyanaten; Ausgangsstoffe z.B. für Synthetikfasern, Lacke, Schaumstoffe, Hartkunststoff u.a. im Maschinenbau

    Polyvinylchlorid (PVC): Bezeichnung für Polymere der Struktur

    Potential, erschließbares: Das wirtschaftlich erschließbare Potential beschreibt den Anteil des wirtschaftlichen Potentials, der unter realen Bedingungen erschlossen werden kann. Deshalb ist das erschließbare im Regelfall kleiner als das wirtschaftliche Potential. Es kann dann größer sein, wenn durch administrative Maßnahmen (z. B. Förderprogramme) eine Möglichkeit zur Nutzung regenerativer Energien unterstützt wird.

    Potential, technisches: Das technische Potential beschreibt den Anteil des theoreti­schen Potentials, der unter Berücksichtigung der gegebenen technischen Restriktio­nen nutzbar ist. Zusätzlich dazu werden die gegebenen strukturellen und ökolo­gischen Re­strik­tionen sowie gesetzliche Vorgaben berücksichtigt, da sie letztlich auch - ähnlich den technisch bedingten Eingrenzungen - "unüberwindbar" sind. Es beschreibt damit den zeit- und ortsabhängigen, primär aus technischer Sicht möglichen Beitrag einer regenerativen Energie zur Deckung der Energienachfrage. Da es wesentlich durch die technischen Randbedingungen bestimmt wird, ist es im Unterschied beispielsweise zu dem wirtschaftlichen Potential deutlich geringeren zeitlichen Schwankungen unterworfen. Das technische Potential wird immer in absoluten Werten angegeben, d. h., dass der heute bereits genutzte Anteil der jeweiligen Energieform darin enthalten ist.

    Potential, theoretisches: Das theoretische Potential beschreibt das in einer gegebe­nen Region innerhalb eines bestimmten Zeitraumes theoretisch physikalisch nutz­bare Energie­angebot (z. B. die in der gesamten Pflanzenmasse gespeicherte Ener­gie). Es wird allein durch die gegebenen physikalischen Nut­zungsgrenzen bestimmt und markiert damit die Obergrenze des theore­tisch realisierbaren Beitrages zur Energiebereit­stellung. Wegen unüberwindbarer technischer, ökologischer, struktureller und administrativer Schranken kann das theoretische Potential meist nur zu sehr gerin­gen Teilen erschlossen werden. Ihm kommt deshalb zur Beurteilung der tatsächli­chen Nutzbarkeit erneuer­barer Energien keine praktische Relevanz zu.

    Potential, wirtschaftliches: Das wirtschaftliche Potential beschreibt den ebenfalls zeit- und ortsabhängigen Anteil des technischen Potentials, der im jeweils betrachteten Energiesystem wirtschaftlich erschlossen werden kann. Da es sehr unterschiedliche Möglichkeiten gibt, die Wirtschaftlichkeit einer Technik zur Deckung der Energienachfrage zu bestimmen, existieren immer eine Vielzahl unterschiedlichster wirtschaftlicher Potentiale. Zusätzlich dazu kommen noch sich laufend ändernde wirtschaftliche Randbedingungen (z. B. Ölpreisänderung, Veränderung der steuerlichen Abschreibmöglichkeiten).

    Presskuchen:
    Der Rückstand der Presung von Ölsaaten.


    Presslinge:
    Aus Holz- und/oder Rindenteilchen erzeugte Pressformen (z.B. Briketts, Pellets) verschiedener Größe, die mit oder ohne Bindemittel hergestellt werden.

    Primärenergie (Rohenergie): Primärenergie ist der Energiegehalt von Primärenergieträgern, die noch keiner technischen Umwandlung unterworfen wurden, und aus denen direkt oder durch eine oder mehrere Umwandlungen Sekundärenergie / -träger gewonnen werden können. In Deutschland wird der Primärenergiebedarf derzeit zu etwa 97% von Erdöl, Kohle, Erdgas und Kernenergie gedeckt. Ein Teil der Primärenergie wird direkt zum Endverbraucher weitergegeben, z.B. Erdgas für Heizanlagen. Der Rest wird in Sekundärenergie umgewandelt.

    Primärenergieträger sind natürlich vorkommende Energieträger, die noch keiner technischen Umwandlung unterworfen wurden. Primärenergieträger sind sowohl fossile Brennstoffe wie Stein- und Braunkohle, Erdöl und Erdgas sowie Kernbrennstoffe als auch erneuerbare Energien wie Wasserkraft, Sonnenenergie, Windkraft, Erdwärme und Biomasse.

    Primärfasern, Primärcellulose: Cellulosefasern, die durch chemische oder mechanische Verfahren, z.B. aus Holz, gewonnen werden.

    Prozessenergie: Energie meist in Form von Wärme im Temperaturbereich über 100 °C für gewerbliche und industrielle Produktions- und Fertigungsverfahren.

    PS: siehe Polystyrol


    PVC: siehe Polyvinylchlorid


    Pyrolyse: Prozess der thermischen Zersetzung kohlenstoffhaltiger Abfälle unter Ausschluss von Sauerstoff bei Temperaturen um 500 °C (Niedertemperaturpyrolyse) bzw. 700 bis 900 °C (Hochtemperaturpyrolyse). Abfälle wie Kunststoffe, Gummi oder Altreifen werden in pyrolytischen Verfahren verwertet. Auch feste Biomasse kann einer Pyrolyse zugeführt werden. Als Rückstandsprodukt erhält man, abhängig von den Reaktionsbedingungen, Pyrolysekokse, -öle und -gase.


    - Q -

    (kein Eintrag)

    - R -

    Rapsölmethylester (RME) ist auch unter der Bezeichnung Biodiesel bekannt. Unter den alternativen Kraftstoffen inzwischen in Deutschland am weitesten verbreitet. Besteht aus Rapsöl, das chemisch zu Rapsmethylester (RME) umgewandelt wurde. Dadurch lässt sich Biodiesel ohne größere Zusatzeinrichtungen in nahezu allen herkömmlichen Dieselmotoren einsetzen.

    Raufe: Vorgang bei der Flachsernte, bei dem die reife Pflanze zusammen mit ihren Wurzeln aus der Erde gezogen wird. Würde man den Flachs nicht raufen, sondern mähen, wäre ein großer Teil der Pflanze nicht nutzbar. Die Stoppeln würden zudem ein flaches Ablegen der Pflanze, somit direkten Bodenkontakt, verhindern, was nötig ist, um die Feldröste einzuleiten.

    Raummeter (Rm): In der Forst- und Holzwirtschaft übliches Maß für 1 Kubikmeter aufgesetztes oder geschichtetes Holz unter Einschluss der Luftzwischenräume. Gelegentlich wird für Industrie- und Brennholz auch die Bezeichnung "Ster" oder "Schichtraummeter" verwendet.

    Recyclefähig: Im strengen Sinn ein Produkt, welches vollständig in seine Grundstoffe zurück verwandelt und wiederverwertet werden kann. Bestimmte Zusätze, wie etwa Druckfarben bei Papier, schränken diese Möglichkeit ein, so daß man von bedingter Recyclingfähigkeit spricht.

    Regeneratcellulose: Wird Cellulose durch chemische Veränderung in eine lösliche Form überführt und in Lösung gebracht, kann daraus in einem Spinnverfahren eine endlose Faser erzeugt werden. Regeneratcellulose entsteht, wenn während des Spinnverfahrens die chemische Veränderung rückgängig gemacht wird, so dass die Endlosfaser aus chemisch unveränderter Cellulose besteht.

    Regenerative Energie: Energieträger und -formen, die sich ständig auf natürliche Weise erneuern - s. Erneuerbare Energie

    Reisholz: Oberirdisches Holz mit weniger als 8 cm (früher 7 cm) Stärke in Rinde

    Rekultivierung: Bearbeitung einer Fläche, die mit mehrjährigen Pflanzenarten wie Weiden oder Chinaschilf bebaut wurde, mit dem Ziel, die Überdauerungsorgane wie Wurzelstöcke oder Rhizome soweit zu zerstören, dass die Fläche wieder in die Bewirtschaftung mit anderen Kulturen genommen werden kann.

    Reseda: als Färberpflanze auch unter Färberwau bekannt. Es wird die ganze Pflanze in der Färberei von Naturtextilien und Leder eingesetzt und gibt gelbe bis olivfarbene Töne.

    Restholz: Fällt in Sägewerken (Rinde, Vollholz, Sägespäne) und weiterverarbeitenden Betrieben (Sägespäne, Hobelspäne, Splitter, stückige Abfälle, Ausschuss, verunreinigte Abfälle) an.

    Reststoffe: Stoffe, die bei der Produktion, Verarbeitung, Umarbeitung oder beim Gebrauch von Stoffen übrigbleiben. Reststoffe können unter Umständen in sekundären und weiteren Stoffkreisläufen als Rohstoffe eingesetzt (rezykliert) werden . Nur wirklich einer geordneten, endgültigen Entsorgung angediente Reststoffe sollen als Abfall bezeichnet werden.

    Reifezahl: Maßzahl für das Abreifeverhalten von Mais. Seit 1999 im Gebrauch.

    Retrogradation: Nachdicken der Stärke nach längerer Erhitzung oberhalb des Verkleisterungspunktes zu einem Gel. Das Gel ist in kaltem Wasser nicht mehr ganz lösbar. Damit ist die Stärke für viele Verarbeitungsprozesse, z.B. für die Papierherstellung, nicht mehr brauchbar. Ein wichtiges Ziel bei der Stärkemodifikation ist deshalb die Verhinderung der Retrogradation.

    Rezente Biomasse: Pflanzliche und tierische Biomasse, welche nicht über geologische Prozesse verändert wurde (im Gegensatz zu fossiler Biomasse).

    Rhabarberwurzel: hat einen hohen Gehalt an Gerbstoffglykosiden und wird in der Lederverdelung eingesetzt.

    Rhizom: Ausdauerndes, zumeist unterirdisch wachsendes Sprossteil. Dient z. B. mehrjährigen Gräsern wie Chinaschilf oder Rohrglanzgras als Speicherogan für Nährstoffe. Aus den Rhizomen treiben im Frühjahr neue Sprosse aus.

    Rinde: Ummantelung des Holzkörpers eines Baumstammes.

    Rohdichte: Quotient aus der Masse eines Holzkörpers und seinem Volumen einschließlich aller Hohlräume (Poren und Gefäße), bezogen auf einen bestimmten Wassergehalt. Je geringer die Rohdichte, desto besser ist die Wärmedämmung.

    Rohfaser: Der in Säuren und Laugen unlösliche fett-, stickstoff- und aschefreie Rückstand einer Substanz. Die Rohfaser umfasst Zellulose, Lignin, Pentosane u.a.

    Rohholz, Gefälltes: entwipfeltes und entastetes Holz mit oder ohne Rinde, das auch abgelängt und/oder gespalten sein kann, jedoch noch nicht weiter bearbeitet und behandelt ist.

    Rohrzucker: Zucker (Saccharose) aus Zuckerrohr, Rohzucker - die erste kristallisierbare Zuckerform bei der Verarbeitug von zuckerhaltigem Pflanzenmaterial. Enthält ca. 96% Saccharose und ca. 4% Melassereste. Dadurch erhält er eine gelb-braune Farbe und ist nicht lange lagerfähig.


    - S -

    Saatgutbeizung: Präventiv wirkende Saatgutbehandlung mit Fungiziden und Insektiziden.

    Saccharose (Rohrzucker, Rübenzucker): Zweifachzucker (Disaccharid), bestehend aus einem Molekül Glucose und einem Molekül Fruktose. Summenformel C12H22O11. Saccharose ist in zahlreichen Pflanzen in kleinen Mengen enthalten. Größere Zuckergehalte finden sich Zuckerrübe und Zuckerrohr.

    Sägespäne: beim Sägen von Holz anfallende Späne bis ca. 0,5 cm.

    Sauerstoff (O2): Natürlicher Bestandteil der Atmosphäre. Farb- und geruchloses Gas, das mit fast allen Elementen außer Edelgasen reagiert. Seine Reaktionsprodukte nennt man Oxide. Sauerstoff ist lebensnotwendig für alle Lebewesen auf der Erde.

    Schäben: Holzbestandteile des Flachs- oder Hanfstrohs. Heute werden Schäben nicht mehr nur als Abfall behandelt, sondern auch als Brennstoff, Pilzsubstrat, Pferde- und Kleintierstreu eingesetzt.

    Schalldämmung: Die Verhinderung bzw. Behinderung der Schallwellenfortpflanzung durch eine Trennfläche. Man unterscheidet zwischen Luftschall- und Körperschalldämmung. Massive Bauweise bzw. Entkopplung von Bauteilen führen zu einer guten Schalldämmung. Der Schallschutz im Hochbau ist durch die DIN 4109 geregelt. Baustoffe mit guten schalltechnischen Eigenschaften sind beispielsweise Kokosfasern, Mineralwolle-Dämmstoffe und Cellulose-Dämmstoffe. Zur Trittschalldämmung geeignet sind u.a. schwimmende Estriche oder weichfedernde Gehbeläge (Teppiche).

    Scheiter: Stückholz mit einer Länge von 25 bis 50 cm.

    Schellack: Harz, das die asiatische Lackschildlaus ausscheidet. Es wird in Lacken, Firnissen und Polituren eingesetzt.

    Schichtraummeter:
    Raummeter geschichteter Holzteile (z.B. Scheiter). Abkürzung: Rm, rm.

    Schichtholz:Sortiment aus Rund- und/oder Spaltholz, das nach Masse oder Stapelvolumen gemessen wird.

    Schlacke: Fester Verbrennungsrückstand; Asche, die geschmolzen war und wieder erstarrt ist.

    Schmierfähigkeit: Fähigkeit eines Stoffes, die Reibung zwischen bewegten Teilen zu vermindern. Dieselkraftstoff muss v.a. in der Einspritzpumpe des Dieselmotors eine Schmierwirkung übernehmen. Schwefelfreien Kraftstoffen müssen aufgrund ihren eingeschränkten Schmierfähigkeit Additive zugegeben werden.

    Schrot: Bei der Ölgewinnung aus Ölsaaten mit anschließender Extraktion fällt als Nebenprodukt der feste Rückstand Schrot an. Schrot wird als eiweißreiches Futtermittel in der Viehzucht als Ersatz für Sojaschrot eingesetzt (z.B. Rapsschrot). Der Eiweißgehalt ist abhängig von der Ausgangs-Ölsaat.

    Schüttraummeter:Ein Kubikmeter Schüttgut (z. B. Hackgut, Sägespäne oder andere Granulate). Abkürzung: Sm3, Srm, SRm.

    Schwachgas: entsteht bei der Vergasung eines Brennstoffs mit Luft; enthält meist (in Volumenprozenten) 10-15 % Wasserstoff, 20-30 % Kohlenmonoxid, 2-15 % Kohlendioxid, 0-4 % Methan, 45-60 % Stickstoff

    Schwad: Vorgang bei der Flachsernte, bei dem nach der Raufe mehrere Pflanzenreihen gleichzeitig aufeinander, parallel abgelegt werden. Die Raufmaschine nimmt dazu mehrere Reihen gleichzeitg auf, die dann zusammengeführt und gemeinsam abgelegt werden.

    Schwefeldioxid (SO2) ist ein farbloses, stechend riechendes Gas. Es entsteht überwiegend als unerwünschtes Nebenprodukt bei der Verbrennung schwefelhaltiger fossiler Energieträger wie Kohle oder Öl. SO2 ist in der Atmosphäre einer Reihe von Umwandlungsprozessen unterworfen, als deren Folge beispielsweise schweflige Säure, Schwefelsäure, Sulfite, Sulfate u. a. Stoffe entstehen können. Diese führen vermischt mit Wasser und Salpetersäure (Stickstoffoxide) zur Bildung des sauren Regen, der für das Waldsterben mitverantwortlich ist. Natürliche Vorkommen an Schwefeldioxid finden sich u. a. in vulkanischen Gasen und teilweise im Erdgas. Gesetzliche Maßnahmen zur Entschwefelung von Verbrennungsanlagen sind im wesentlichen im Bundesimmissionsschutzgesetz (TA Luft) und in der Großfeuerungsanlagenverordnung festgeschrieben. Es konnte dadurch erreicht werden, dass die SO2 -Emissionen in Deutschland von rund 3,7 Mio t im Jahre 1970 auf etwa 1 Mio t im Jahre 1990 zurückgingen.

    Schwermetalle: kommen in der Natur (Gesteine, Böden, Wasser, Pflanzen) nur in sehr geringen Konzentrationen vor. Die Quellen für die Schwermetall-Immissionen sind teils natürlichen Ursprungs (Vulkane, Verwitterung), teils anthropogen als Folge der Industrialisierung. Schwermetalle werden bei Verhüttungs- und Wärmegewinnungsprozessen, im Kraftfahrzeugverkehr, durch Korrosion technischer Bauwerke, im Bergbau und bei der Abfallbehandlung freigesetzt. In Böden können sich Schwermetalle durch Verwitterung, Immissionen und Abfallstoffe anreichern. Einige sind als Spuren- oder Mikronährstoffe für den Stoffwechsel von Mikroorganismen, Pflanzen und Tieren essentiell. Andererseits entfalten zahlreiche Schwermetalle, nicht nur als elementarer Staub, sondern besonders in Form der löslichen Salze schon in sehr geringen Konzentrationen toxische Wirkungen. Als giftig gelten insbesondere Blei, Cadmium und Quecksilber.

    Schwingen: Mechanische Methode zum Aufschluss der Flachsfasern. In der Schwinge werden die Rundballen mit dem Flachsstroh abgewickelt und das Stroh von Bändern aufgenommen. Anschließend werden über Schwingen (rotierende Messer) die Holzteile von den Fasern abgetrennt.

    Sekundärenergie: Der Energiegehalt von Sekundärenergieträgern oder von Energieströmen, die direkt oder durch eine oder mehrere Umwandlungen in technischen Anlagen aus Primär- oder aus anderen Sekundärenergieträgern bzw. -energien hergestellt werden. Dabei fallen u.a. Umwandlungs- und Verteilungsverluste an, so z.B. bei der Umwandlung von Kohle zu Strom in Kraftwerken oder bei der Umwandlung von Erdöl zu Benzin in Raffinerien. Sekundärenergien stehen Verbrauchern zur Umwandlung in andere Sekundär- oder Endenergieträger bzw. -energien zur Verfügung.

    Sekundärenergieträger: Energieträger, die durch technische Umwandlung unter Energieverlust aus Primär- oder aus anderen Sekundärenergieträgern hergestellt werden. Z.B. Koks, Briketts, Benzin, Biodiesl, Heizöl, Strom, Stückholz, Fernwärme.

    Sekundärfasern, Sekundärcellulose: Cellulosefasern, die durch die Aufbereitung von Altpapier gewonnen werden.


    Sinterpunkt: Zusammenkleben der Aschepartikel an ihren Grenzflächen tritt auf.

    Sojalecithin:
    Bestandteil der Sojabohne, dient als Netzmittel in Lacken.

    Sorbit: (süßschmeckender sechswertiger Alkohol (Polyol), Zuckeraustauschstoff, Synthese von Vitamin C, Kunststoffbestandteil z.B. in Polyurethanen)

    Stärkeblend: Thermoplastische Stärke wird im Extruder mit weniger wasserempfindlichen synthetischen BAWs, wie z.B. Poly-Ε-Caprolacton gemischt (Handelsnamen "Mater Bi", Bioflex"). Dabei werden möglichst auf molekularer Ebene die unterschiedlichen Polymerketten im Extruder miteinander vermengt. So hergestellte kunststoffanaloge Stärkeblends enthalten je nach Anwendungsgebiet bis zu 70% Stärke.

    Stärkemodifikation
    : Gezielte Veränderung der physikalischen Eigenschaften - z.B. der Viskosität - von nativer Stärke durch Säure-, Enzym- oder Temperaturbehandlung. Anspruchsvollere Verfahren wie z.B. die Veresterung oder Veretherung von Stärke werden angewendet, wenn es darum geht, die Retrogradation besondes nachhaltig zu verhindern oder neue Eigenschaften einzuführen.

    Steinkohleneinheit (SKE): Maß für den Energiegehalt fossiler Brennstoffe. Normiert wird auf den Heizwert von Steinkohle. 1 kg SKE = 29 308 kJ = 8,14 KWh

    Ster: siehe Raummeter (Rm)

    Stickstoffoxide (NOX): Sammelbegriff für alle Oxide des Stickstoffs wie z.B. Stickstoffmonoxid NO, Distickstoffoxid N2O und Stickstoffdioxid NO2. Stickstoffoxide greifen die Schleimhäute der Atmungsorgane an und begünstigen Atemwegserkrankungen. In der Luft reagieren die Stickoxide in Verbindung mit Wasser zu Salpetersäure und sind für den Sauren Regen mitverantwortlich und sind damit auch für Pflanzen schädlich. Stickstoffoxide tragen auch in komplizierter Weise zur Entstehung des photochemischen Smogs bei (Ozon).

    Stickstoffoxide entstehen vor allem als ungewollte Nebenprodukte bei Verbrennungsprozessen mit hohen Temperaturen sowohl in Kraftfahrzeugmotoren und Kraftwerken wie auch in der chemischen Industrie bei der Düngemittelherstellung. In der Natur entsteht NOx aus durch Bodenbakterien produziertem N2O (Denitrifikation), insbesondere beträgt die N2O-Produktion tropischer Regenböden etwa das 10fache normaler Böden. Das klimarelevante N2O entsteht auch als Nebenprodukt bei der Denitrifikation (besonders bei starker Stickstoff-Düngung) und z.T. auch bei der Nitrifikation.


    Stillegungsflächen: Landwirtschaftliche Flächen, die zeitweise nicht für die Nahrungsmittelproduktion verwendet werden. Ziel ist es, die Überschusssituation auf dem Nahrungmittelsektor zu entschärfen. Nachwachsende Rohstoffe dürfen auf stillgelegten Flächen angebaut werden.

    Steinkohleeinheiten: 1 kg SKE = 8,14 KWh

    Stromkennzahl: (von Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen) Verhältnis von elektrischer Leistung zu Wärmeleistung

    Stückholz: Ofenfertiges Holz: für den Einsatz als Brennstoff aufbereitetes Holz

          - kurzes Stückholz Stücklänge über 15 cm bis ca. 50 cm

          - langes Stückholz Stücklänge über 50 cm bis ca. 100 cm

    Substrat: Substanz, die bei Gärungsvorgängen abgebaut wird.


    - T -

    TA Luft: Abkürzung für Technische Anleitung (TA) zur Reinhaltung der Luft, eine Allgemeine Verwaltungsvorschrift auf der Grundlage des Bundes-Immissionsschutzgesetzes. Diese beinhaltet die Umsetzung der im letzteren nicht genauer festgelegten gesetzlichen Anforderungen für genehmigungsbedürftige Anlagen in Form von Grenzwerten. Die TA Luft von 1974 wurde 1983 erstmals novelliert. Dabei wurden nach dem eingeführten Vorsorgeprinzip Auflagen für genehmigungspflichtige Anlagen so formuliert, dass die Anforderungen um so schärfer wurden, je größer das Risikopotential der betroffenen Schadstoffe eingestuft wurde. sind unbedingt einzuhalten. Die TA Luft enthält einzuhaltende Emissionswerte, Grenzwerte, Immissionswerte und im besonderen Schwellenwerte für staub- und gasförmige Stoffe.

    Terpentin: Harz vieler Nadelbäume, das von Harzgängen in der Rinde und im jungen Holz ausgeschieden wird. Durch Wasserdampfdestilation wird aus dem Terpentin einerseits der flüchtige Bestandteil Terpentinöl (ätherische Öle), andererseits der Destillationsrückstand Kolophonium gewonnen. Das Terpentinöl, eine farblose bis gelbliche Flüssigkeit, dient als Grundlage für Lacke, Firnisse und Anstrichmittel.

    THC: D 9-Tetrahydrocannabinol, psychoaktiver Wirkstoff von Hanf

    Thermoplaste: Polymere, die bei hohen Temperaturen erweichen und dann z.B. durch Extrudieren, Pressen oder Spritzgießen verformbar sind. Hierzu zählen Kunststoffe wie Polyethylen (PE), Polypropylen (PP), PVC, Polystyrol (PS) und Polyethylenterephtalate (PET).

    Thermoplastisch: im erwärmten Zustand formbar.

    Tonerde: weißes Pulver aus dem Mineral Bauxit (Aluminium und Sauerstoff). Es wird zur Herstellung von Wandlasuren gebraucht.

    Totreife: Letztes Reifestadium des Getreides; daran zu erkennen, dass das Korn hart, das Stroh gelb und die obersten Halmknoten trocken sind

    Treibhauseffekt: bezeichnet die Eigenschaft der Atmosphäre, einfallendes sichtbares Licht weitgehend durchzulassen, die längerwellige Rückstrahlung (IR-Strahlung) der Erdoberfläche aber stärker zu absorbieren. Der natürliche T. der Erdatmosphäre hebt die durchschnittliche Temperatur der Erdoberfläche von ca. -18 auf ca. +15 °C. Damit verhält sich die Atmosphäre ähnlich wie das Glasdach eines Treibhauses. Der natürliche Treibhauseffekt  der Erdatmosphäre geht zu zwei Dritteln auf Wasserdampf, zu einem Viertel auf Kohlenstoffdioxid, zu ca. 2 % auf Methan und zu rund einem Zehntel auf andere Klima-wirksame Atmosphärenbestandteile zurück.
    Wird heute von Treibhauseffekt  gesprochen, ist oft eine weitere Erwärmung gemeint, die aufgrund der Konzentrationszunahme von Kohlenstoffdioxid, Methan, FCKW, Distickstoffoxid sowie anderen Spurengasen postuliert wird. Dabei sagen die meisten Modelle bei weiter anwachsender Bevölkerung in den nächsten 50 Jahren eine globale Temperaturerhöhung um 1,5 bis 4,5 °C voraus, je nach Annahme über Emissionen, ihre Wirkungen und die Wechselwirkungen mit anderen Umweltkompartimenten. Folgen von Temperaturerhöhungen sind z. B. das Steigen des Meerwasserspiegels durch das Abtauen des Polkappeneises oder eine Verschiebung der Klimazonen.

    Triglyceride: Bezeichnung für Ester des Glycerins, dessen 3-Hydroxygruppen durch Carbonsäuren verestert sind.

    Triticale:
    ist durch die Kombination der Gattungen Triticum (Weizen) und Secale (Roggen) entstanden und mit dem Ziel gezüchtet worden, die hohe Leistungsfähigkeit von Weizen mit der Anspruchslosigkeit von Roggen zu kombinieren.

    Trockenmasse/Trockensubstanz: Nach standardisierten Verfahren ermittelter, nicht verdampfbarer Anteil eines Stoffes. Die beim Trocknen eintretende Gewichtsabnahme eines Stoffes wird als Trockenverlust bezeichnet. Die meisten Verfahren zur Ermittlung der Trockenmasse bei organischen Substanzen finden bei einer Temperatur von 105 °C statt, wobei der Großteil des enthaltenen Wasers, aber auch andere flüchtige Komponenten verdampfen. Die Summe aus Trockenmasseanteil und Trockenverlust ergibt dabei nicht notwendigerweise (in den meisten Fällen aber annährend) einhundert Prozent.


    - U -

    UFE: Europäischer Verband der Kartoffelstärke-Industrie

    ufop: Union zur Förderung von Öl- und Proteinpflanzen e.V. (Fédération pour la promotion des oléoproéagineux), Andreas-Hermes-Haus, Godesberger Allee 142-148, D-53175 Bonn, http://www.agrarnet.de/_ufop/index.htm

    Umesterung: Verfahren zur Umwandlung von Fetten zu Fettsäureester ( Rapsölmethylester). Die Pflanzenölmoleküle (Triglyceride) werden durch die Zugabe eines Alkoholes zu Ester umgewandelt. Als Nebenprodukt fällt dabei Glycerin an.

    Umtriebszeit: Zeitdauer zwischen zwei Ernten bei mehrjährigen Pflanzenarten wie z. B. Weiden und Pappeln.



    - V -

    VCI: Verband der chemischen Industrie, Karlstr. 21, D-60329 Frankfurt, Internet: http://www.chemische-industrie.de

    Verbundstoffe bestehen aus zwei oder mehr Materialien, die sich nicht von Hand trennen lassen. Z.B. Papier / Kunststoff oder Kunststoff / Aluminium.

    Viskose nennt man die bei der Herstellung von Viskosefasern (Viskoseverfahren) entstehende dickflüssige Spinnlösung; auch Bezeichnung für die aus regenerierter Zellulose bestehenden Viskosefasern (früher Ryon genannt) selbst.
    Viskoseverfahren: Verfahren zur Herstellung von Zelluloseregeneratfasern. Ausgangsprodukt sind Zellstoffplatten, die mit Natronlauge behandelt werden, wobei gequollene sogenannte Alkalizellulose entsteht. Diese wird nach Zerkleinerung und Reifung (partieller oxidativer Abbau der Zellulose) mit Schwefelkohlenstoff zu löslichem Natriumzellulosexanthogenat umgestzt, das in Natronlauge zu zähflüssiger Viskose gelöst und in ein aus Natriumsulfat und Schwefelsäure bestehendes Spinnbad gepreßt wird, in dem die Zellulose wieder ausfällt (regeneriert wird). Zelluloseregeneratfasern besitzen gute Färbbarkeit, große Wasseraufnahmefähigkeit bei geringem Quellvermögen und sind gut waschbar.

    VO (EWG) 334/93: Verordnung (EG) Nr. 1870/95 der Kommission vom 26.Juli 1995 zur Änderung der Verordnung (EWG) Nr. 334/93 mit detaillierten Durchführungsbestimmungen für die Nutzung stillgelegter Flächen zur Erzeugung von Ausgangserzeugnissen, die in der Gemeinschaft zu nicht in erster Linie für Lebens- oder Futtermittelzwecke bestimmten Erzeugnissen verarbeitet werden und zur Aufhebung der Verordnung (EWG) Nr. 2595/93 mit Durchführungsvorschriften zur Verordnung (EWG) Nr. 1765/92 des Rates hinsichtlich der Verwendung stillgelegter Flächen für die Erzeugung ausdauernder Kulturpflanzen, aus denen in der Gemeinschaft Erzeugnisse für andere als Lebens- und/oder Futtermittelzwecke hergestellt werden (Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften Nr. L 179 vom 29. Juli 1995)

    Vollastbenutzungsdauer: Quotient aus der jährlich erzeugten Energie (z. B. Wärmemenge) und der Nennleistung einer Anlage zur Energieumwandlung.

    Vorfruchtwert: Einfluss verschiedener Vorfrüchte auf eine bestimmte Nachfrucht; der Vorfruchtwert hängt eng mit den Vorfruchtansprüchen der Feldfrüchte zusammen, die sich z. B. aus der Verträglichkeit bestimmter Feldfrüchte bezüglich der Übertragung von Krankheiten oder Nährstoffansprüchen ergibt.


    - W -

    Wärmedämmstoffe: Wärmedämmstoffe verhindern den Wärmedurchgang durch die Außenhülle eines Gebäudes. Die Wärmedämmung beruht auf dem Prinzip des Einschlusses von Luft oder anderen Gasen in Hohlräume des Materials. Da Gase sehr schlechte Wärmeleiter sind, wird damit die Wärmeleitfähigkeit des Dämmstoffs verringert, also die Wärmedämmung erhöht. Zu den künstlichen Dämmstoffen gehören u.a. Polyurethan-Hartschaumplatten und Mineralwolle-Dämmstoffe. Natürliche Dämmstoffe sind einerseits Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen (beispielsweise Holzfaserplatten, Wolle), andererseits mineralische Dämmstoffe wie Bläthon oder Vermiculit.

    Wärmeleitfähigkeitszahl (λ)
    : Größenunabhängige Materialeigenschaft zur Beschreibung von Dämmstoffen.
    Die Wärmeleitfähikgkeitszahl gibt an, welche Wärmemenge von der einen Seite eines Bauteils mit 1 m2 Fläche und 1 m Dicke bei einem Temperaturunterschied von 1 K (1 Kelvin entspricht 1 °C) zwischen innen und außen in 1 Sekunde zur anderen Seite geleitet wird. Diese Eigenschaft hat die Maßeinheit J/s*m*K bzw. üblicher W/m*K (Watt / Meter * Kelvin). Je kleiner die Wärmeleitfähigkeitszahl eines Baustoffs ist, um so besser ist sein Wärmedämmvermögen (z.B. Beton: λ= 2,1 und Korkplatten: λ = 0,045).
    Bei λ handelt es um einen Laborwert, der auf trockene Baustoffe bezogen ist. Da Feuchtigkeit aber Wärme gut leitet, ist die tatsächliche Wärmeleitfähigkeit in hohem Maße von Feuchtegehalt und Entfeuchtungsverhalten der Baustoffe abhängig. In bautechnischen Anwendungen wird zumeist ein λR verwendet (R = Rechengröße) bei dem das R symbolisiert, daß es sich um einen experimentell ermittelten Durchschnittswert handelt, der Meßungenauigkeiten etc. vernachlässigt.
    Naturbaustoffe haben den Vorteil, daß sie Feuchtigkeit gut resorbieren, aber auch gut wieder abgeben können.

    Wärmeschutzverordnung (WSVO): Die auf das Energiespargesetz gestützte Verordnung über einen energiesparenden Wärmeschutz bei Gebäuden ist seit dem 1. Januar 1995 in Kraft. Sie löst die 1977 erlassenen und 1982 novellierte Wärmeschutzverordnung ab. Sie gilt für alle Gebäude, die bei bestimmungsmäßiger Nutzung auf mindestens 15 ºC und mehr als drei Monate im Jahr beheizt werden. Mit der Wärmeschutzverordnung wird ein Anforderungsniveau an den baulichen Wärmeschutz vorgegeben, das den Jahres-Heizwärmebedarf bei Neubauten auf 54 bis 100 kWh/m2 pro Jahr in Abhängigkeit von der Gebäudeaußenfläche zum Gebäudevolumen (A/V-Verhältnis) begrenzt.
    Das Bundesbauministerium plant zum Jahr 2000 eine weitere Verbesserung der vorgegebenen Wärmeschutzwerte um 30%. Für die Neubauten des Bundes gilt dieser Wert schon heute.

    Wachstumsregulatoren: Präparate, die in den Stoffwechsel der Pflanzen eingreifen und z. B. in Getreide und Raps mit dem Ziel eingesetzt werden, eine Halm- oder Stengelverkürzung und damit eine bessere Standfestigkeit zu bewirken.

    Waldhackgut: Hackgut, das aus Hackholz hergestellt wird Waldrestholz Naturbelassenes und daher unbelastetes Holz, das direkt aus den Forsten stammt. Sowohl Stämme als auch daraus gewonnene Hackschnitzel werden als Waldrestholz bezeichnet.

    Walnußschalen: geben braunen Farbton für die Textilfärberei. Plantagenanbau ist in allen Erdteilen üblich.

    Wasserdampf-Diffusions-Widerstandszahl (m): Die Größe m zeigt den Widerstand an, den ein Baustoff im Vergleich zu einer Luftschicht der Wasserdampfdiffusion entgegensetzt. Ein Stoff mit z.B. m=2 und 20 cm Dicke stellt dem Wasserdampf den gleichen Widerstand entgegen, wie 40 cm Luft.

    Wassergehalt: Anteil des im Brennstoff enthaltenen Wassers, angegeben in Prozent der Masse, bezogen auf die Masse des wasserhaltigen Brennstoffes.

    Wasserröste: Vorgang bei der Flachsernte, der dazu dient, die Fasern, vergleichbar mit der Feldröste, natürlich aufzuschließen. Früher wegen ihrer Witterungsunabhängigkeit am verbreitetsten. Bei der Wasserröste wurde das gebündelte Flachsstroh in Teiche oder Wasserbassins gelegt. Im Wasser finden dieselben pektin- und ligninlösenden Prozesse statt wie bei der Feldröste, nur ist dieser Prozess kontrollierbar. Da man für eine Tonne Flachsstroh ca. fünf Tonnen Wasser benötigt, die dann sehr stark verschmutzt sind, wurde dieser Prozess in Mitteleuropa verboten. Früher wurden durch die Flachsröste viele natürliche Teiche und Gewässer so stark verschmutzt, dass sie "umkippten".

    Weichholz: Holz mit einer mittleren Darrdichte bis 550 kg/m3 (Fichte, Tanne, Kiefer, Lärche, Erle, Weide und Pappel)

    Weizengluten: wasserunlöslicher Proteinkomplex im Weizenendosperm, 70-80 % Protein, 6-8 % Lipide, 14-18 % Kohlenhydrate, 0,8-1,4 % Mineralstoffe

    Weizenkeimöl: Der Weizenkeim (2 % des Korns) besteht aus 8-12 % aus Weizenkeimöl. Fettsäurezusammensetzung: C16:0 - 11 - 20%, C18:0 - 1 - 6%, C18:1 - 13 - 30%, C18:2 - 44 - 65%, C18:3 - 2 - 13%; wegen seines hohen Linolsäuregehaltes (18:2) wird es in diätischen Lebensmitteln und in der Kosmetikindustrie verwendet.

    Wellen: Stückholz mit einer Länge von 70-100 cm

    Werkstoffliches Recycling: Ziel des werkstofflichen Recycling ist es, gebrauchte Kunststoffe aufzubereiten und daraus einen Sekundärrohstoff zur Herstellung neuer Produkte zu gewinnen.

    Winterhärte: Fähigkeit einer Pflanze den Winter zu überdauern

    Wirkungsgrad: Der Wirkungsgrad einer technischen Anlage (z.B. Kraftwerk) ist ein Maß für das Verhältnis des erreichten Nutzens gegenüber dem eingesetzten Aufwand oder auch das Verhältnis (der Quotient) aus nutzbarer Energie zu eingesetzter Energie. Der Wirkungsgrad ist dabei vor allem ein Kriterium für die Güte eines Prozesses.

    Wiesen: aus Wiesen werden Ethanol, Protein und Fasern durch Vergärung gewonnen


    - X -

    (kein Eintrag)

    - Y -

    (kein Eintrag)

    - Z -

    Zellulose (Cellulose, Zellstoff) ist sowohl von der Menge als auch von ihrer Verbreitung her das häufigste und bedeutendste Biopolymer in der Natur. Zellulose ist ein wasserunlösliches Polysaccharid der formalen Bruttozusammensetzung (C6H10O5). Nahezu alle Zellwände der lebenden und abgestorbenen Pflanzenteile bestehen aus Zellulose; diese verleiht den Pflanzen Festigkeit und macht sie gegen den Einfluss des Regens unempfindlich. Die Zellulose der verwesenden Pflanzenteile wird durch Bakterien und Pilze unter Aufbau körpereigener Stoffe zu Kohlenstoffdioxid und Wasser abgebaut. Im Holz ist die Zellulose (40 bis 50%) mit Lignin (20 bis 30%) und anderen Begleitsubstanzen (10 bis 30% Polyosen und andere zellulosefreie Bestandteile sowie ca. 1% Mineralstoffe) vergesellschaftet. Zellulose wird durch chemischen Aufschluß des Holzes gewonnen.

    Zelluloseester: Zellulose-Derivate, die durch Veresterung von Linters oder Zellstoff mit organischen und / oder anorganischen Säuren gebildet werden. Einsatzbereiche sind die Herstellung von Brillen, Kaschierfolien für Bücher, Zigarettenfilter u.a.

    Zelluloseether: Zellulose-Derivate, die durch partielle oder vollständige Substitution der Wasserstoff-Atome der Hydroxy-Gruppen der Zellulose durch Alkyl- und / oder (Ar)alkyl-Gruppen entstehen. Einsatzbereiche sind Bauwerkstoffe, Kosmetik, Lebensmittel u.a.

    ZMP: Zentrale Markt- und Preisberichtstelle für Agrarprodukte, http://www.zmp.de

    Zuckeralkohole: Gruppenbezeichnung für die aus Monosacchariden durch Reduktion der Carbonylfunktion entstehenden Polyhydroxy-Verbindungen, die keine Zucker sind, dennoch aber süß schmecken. Sie werden deshalb z.T. als Zuckeraustauschstoffe in der Ernährung eingesetzt (z.B. Sorbit aus Stärke). Alternative Verwendung finden sie in chemischen Synthesen, z.B. für Polyurethane.

    Zündtemperatur:
    Die niedrigste Temperatur, bei der sich ein dampfförmiges Luft/Lösemittel-Gemisch in einer genormten Apparatur an einer erhitzten Wand entzündet.


    Quellen: diverse, ein Teil der Einträge wurde im Rahmen des FNR-Projektes FKZ 97 NR022 generiert

    Stand: 28.11.2000